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Der Ballon d'Or aus spanischer Sicht: Wieder kein Titel für den amtierenden Europa- und Weltmeister

Während Vicente del Bosque aller Wahrscheinlichkeit nach den Preis für den Trainer des Jahres erhalten wird, bleibt der Titel für den besten Spieler den Spaniern erneut verwehrt.

ANALYSE
Von Ben Hayward | Spanien-Experte

Zum fünften Mal in Folge ist ein Spanier auf der finalen Liste für den Ballon d'Or nominiert. Aber genau wie in den Jahren 2008, 2009, 2010 und 2011 wird aller Voraussicht nach wieder kein Spieler aus dem Land des amtierenden Europa- und Weltmeisters am Montag in Zürich jubeln können.

Spaniens Geschichte beim Ballon d'Or gleicht einem unglücklichen Drama: Fernando Torres wurde 2008 Dritter, Xavi kompletierte das Podium ein Jahr später, er und Andres Iniesta rangierten 2010 beide hinter Messi und Xavi wurde im letzten Jahr wieder auf Platz drei gewählt. Dieses Mal wird es Iniesta sein, auf den die Spanier in Zürich ihre Hoffnungen setzen werden.

Seit der ersten Edition dieser Wahl im Jahre 1956 wurde einzig Luis Suarez 1960 als einziger Spanier in der Geschichte zum Fußballer des Jahres gewählt. Der ehemalige Barcelona-Akteur belegte später zweimal den 2. Platz - genau wie Raul zu Beginn des 21. Jahrhunderts.
SPANIEN IMMER WIEDER MIT PECH
Jahr

2008
2009
2010
2011
Sieger

Ronaldo
Messi
Messi
Messi
Zweiter

Messi
Ronaldo
Iniesta
Ronaldo
Dritter

Torres
Xavi
Xavi
Xavi

Die spanische Nationalmannschaft ist in diesen Tagen stärker als je zuvor. Mit den Erfolgen bei den Europameisterschaften 2008 und 2012, sowie mit dem Sieg bei der Weltmeisterschaft 2010, hat das Land von der Iberischen Halbinsel unterstrichen, dass sie es verdienen könnten, den Ballon d'Or nach Spanien zu holen.

Besonders unglücklich lief es für die Spanier vor drei Jahren, als Lionel Messi trotz einer äußerst schwachen WM den Preis in Zürich erhielt. Die WM-Sieger Xavi und Iniesta schauten ein wenig enttäuscht, als sie nur die beiden übrigen Plätze auf dem Podium belegten.

Nun wird Messi den Ballon d'Or wohl zum vierten Mal in Folge gewinnen. Es ist unwahrscheinlich, dass Cristiano Ronaldo dem Argentinier bei dieser Wahl gefährlich werden könnte.

In einer Ära, dominiert von Messi und Ronaldo, wirken die Spanier unglücklich, besonders, wenn der Argentinier Leistungen zeigt, die nahezu unerreichbar wirken.

Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque wird aller Voraussicht nach den Preis für den besten Trainer des letzten Jahres erhalten, nachdem er La Roja zum EM-Titel führte. Zwei Jahre zuvor gewann er mit Spanien die WM in Südafrika.

Die Spanier sind in vielen Bereichen ein Opfer des eigenen Systems: Sie gewinnen durch ein großes Kollektiv, haben talentierte Spieler, die mit individueller Stärke brillieren, jedoch nur selten so sehr aus der Masse herausstechen, wie Messi oder Ronaldo.

Es sieht danach aus, als könnten Messi und Ronaldo die Gala für den Weltfußballer auch in den kommenden Jahren dominieren. Auch ohne einen WM- oder EM-Titel scheinen die beiden Superstars die besten Karten beim Ballon d'Or zu besitzen.

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