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Der Cheftrainer der Katalanen ist erneut an Krebs erkrankt und braucht nun Zeit, um sich zu erholen.

KOMMENTAR
Von Ben Hayward | Spanischer Fußball-Korrespondent

Barcelona. Nach der Freude kam die Ernüchterung. Die Fans des FC Barcelona feierten am Dienstag noch die Vertragsverlängerungen ihrer Idole Carles Puyol, Xavi und Lionel Messi. Später wurde zudem bekannt, dass Eric Abidal nach seiner Lebertransplantation wieder Fußball spielen könne. Sicherlich einer der schönsten Tage für die Fans der „Blaugrana“. Doch heute, nur einen Tag später, ist es wahrlich einer der schlimmsten.

Die katalanische Presse schrieb am Mittwoch Morgen, dass Tito Vilanova erneut an Krebs erkrankt sei. Bereits während der Saison war er in Behandlung. Barcelona sagte die Weihnachtsfeier und die Rede von Präsident Sandro Rosell ab. Der Dienstag war noch zelebriert worden, aber jetzt ist keinem mehr zum Feiern zumute.

Es bleibt unklar, wie es weiter geht. Vilanova sprach nur zwei Tage zuvor bei einem Marathon gegen Krebs über seinen Sieg gegen die Krankheit. Jetzt braucht der 43-Jährige eine Auszeit, um erneut gegen die Erkrankung zu kämpfen. Berichte über eine mögliche Niederlegung seines Amtes oder eines Nachfolgers sind zu diesem Zeitpunkt sehr voreilig.

IN ZAHLEN
Tito bei Barcelona
1 Tito hat den FC Barcelona auf den ersten Platz der Primera Division geführt: In Europa ist seine Mannschaft die einzige, die in der Liga bis dato ungeschlagen geblieben ist.
2 Als Trainer des FC Barcelona hat Vilanova erst zwei Spiele verloren. Das eine im spanischen Supercopa gegen Real Madrid, das andere gegen Celtic Glasgow in der Champions League.
14 Vilanova war vier Jahre lang Assistent von Pep Guardiola und gewann 14 Titel mit dem katalanischen Verein.
15 Barcelona hat 15 der 16 Ligaspiele unter Tito Vilanova gewonnen. Der beste Liga-Start, den es jemals in der spanischen Liga gab.
23 Insgesamt konnte die Elf von Vilanova 23 der 27 Pflichtspiele in vier Wettbewerben gewinnen.
Barcelona wird alles erdenkliche tun, um ihrem Trainer zur Genesung zu verhelfen. So wie sie ihn bereits letzte Saison unterstützen und Abidal bis heute unterstützen. Dieses Mal gibt es aber einen signifikanten Unterschied: Vilanova ist heute Cheftrainer des FC Barcelona. Damals war er noch Assistent von Pep Guardiola.

In der Primera Division hat Barcelona nach dem 4:1 gegen Atletico Madrid am Sonntag den Vorsprung auf die Mannschaft von Diego Simeone auf neun Punkte ausgebaut, Real Madrid liegt bereits 13 Punkte zurück auf dem dritten Platz.

Allerdings machen sich die Verantwortlichen Sorgen darum, welche Auswirkungen die schlechte Nachricht auf die Spieler, den Trainerstab und alle anderen beim katalanischen Verein haben könnte.

Es ist erst ein Jahr her, dass Guardiola den Ballon d’Or für den besten Trainer entgegen nahm und sagte: „Das ist für dich, Tito.“ Damit widmete er nach einer bewundernswerten Rehabilition den prestigeträchtigen Preis seinem Freund und Trainerkollegen.

Guardiola klang auf der Pressekonferenz bei seinem Rücktritt im April besorgt, als Vilanova als sein Nachfolger bekanntgegeben wurde: „Das Leben hat ihm wirklich schlimmes abverlangt. Sie wissen nicht, wie er gelitten hat. Aber er hat es überwunden.“

Jeder wird hoffen, dass er es wieder könnte. Nun gibt es nicht wichtigeres. Der katalanische Verein wird angesichts dieser Hiobsbotschaft einmal mehr zusammen rücken müssen, auf und abseits des Platzes. Zu Weihnachten, dem Fest der Liebe, wird sich der gesamte Verein um den beliebten Trainer versammeln. In der Winterpause wird man dann sehen, wie lange Tito tatsächlich ausfällt. Dann wird man sich Gedanken darüber machen, wie es weiter gehen soll.

Zur gleichen Zeit rückt alles andere in den Hintergrund: die Rivalität zwischen Barcelona und Madrid, Messi und Ronaldo, die Primera Division und alles andere verliert an Bedeutung im Vergleich zur Erkrankung von Tito Vilanova. Nichtsdestotrotz, jetzt noch mehr als jemals zuvor, wird die Mannschaft Titel für ihren Trainer gewinnen wollen. Und damit Guardiola nacheifern, indem sie am Ende der Saison sagen: „Tito, das ist für dich.“

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