thumbnail Hallo,

Goal.com beleuchtet, wie der Hauptstadtklub Ronaldo halten will, während Mourinho bald weg sein könnte - der portugiesische Coach sehnt sich nach einer neuen Aufgabe.

INSIDE
REAL MADRID


MOURINHO WILL MADRID IM SOMMER VERLASSEN

Jose Mourinho erlebt derzeit definitiv nicht die beste Zeit seit seinem Wechsel nach Spanien. Auf rein sportlicher Ebene ist zu konstatieren, dass Real Madrid in der Primera Division elf Punkte hinter dem FC Barcelona steht. Einem derartigen Rückstand musste der portugiesische Trainer seit früheren Tagen beim FC Porto noch nie hinterherlaufen. Ein Rückstand, der vielen seiner Vorgänger bei den „Königlichen“ bereits den Job gekostet hat. In der Champions League schaffte man es zudem nicht, eines der beiden Spiele gegen Gruppensieger Borussia Dortmund zu gewinnen.

Allzu rosig geht es auch in der Umkleidekabine nicht zu. Mourinho war mit Sergio Ramos und Mesut Özil aneinandergeraten, aber es gab auch zahlreiche weitere Kontroversen. So kam es zum Streit mit dem Co-Trainer von Atletico Madrid, German „Mono“ Burgos, andauernden Disputen mit den Schiedsrichtern, mit dem spanischen Fußballverband hat er sich aufgrund der Spielplangestaltung überworfen. Auch der Coach von Real Madrid B, Alberto Toril, blieb genauso wenig verschont wie die eigenen Fans, die ihn bei zwei Spielen verhöhnten. So bleibt innerhalb der Chefetage von Real ein fader Geschmack.

Mourinhos Distanz zu seinem Verein und Präsident Florentino Perez ist aktuell so groß wie nie. Der Trainer nahm an der Vorstellung des neuen Trainingscenters nicht teil, blieb auch der Präsentation des Buches von Sergio Ramos vor. Öffentlich hat er Gespräche über seine Zukunft auf das Saisonende verlegt und eine „Kommt und holt mich“-Attitüde an den Tag gelegt, wie etwa auf der Pressekonferenz bei Manchester City.

Sein Ende bei Real scheint so nah wie nie. Nicht mal Anhänger von Madrid sind sich sicher, ob er auch in der nächsten Saison noch im Bernabeu sein wird. Wenn er die Champions League gewinnen sollte oder es schafft, in der Liga das Ruder herumzureißen, wird es Mourinho selbst sein, der seinen Abschied forciert. Wenn das nicht gelingt, dürfte es eine gemeinsame Übereinkunft darüber geben, dass seine Regentschaft im Sommer zu Ende ist.

Im Sommer stehen Wahlen an, und Perez ist sich bewusst, dass einen Trainer hat, der seinen eigenen Weg ging, wann immer es ihm beliebte. Das war gestattet, so lange die Ergebnisse stimmten. Das war zuletzt aber nicht der Fall, und so ist das Tischtuch zerschnitten - und es deutet Vieles daraufhin, dass beide Parteien sich in den kommenden Monaten noch weiter voneinander distanzieren.

MADRID KÄMPFT UM CRISTIANO RONALDO

Cristiano Ronaldo ist traurig. Das hat der Portugiese höchstpersönlich im September bekanntgegeben. Er findet, dass Real ihn nicht genug unterstützt oder verteidigt und glaubt, dass der Verein beim Wettstreit um den Ballon d'Or mehr für ihn tun könnte. Und er muss noch seine Unterschrift unter einem neuen Vertrag setzen, der seit einiger Zeit auf dem Tisch liegt.

Bei Madrid glaubt man, Ronaldo vom Verbleib überzeugen zu können. Dabei weiß man, dass dessen Zukunft nicht an die von Mourinho gekoppelt ist. Der Vorstand ist sich bewusst, dass er einer der besten Spieler der Welt ist und weiß, dass es äußerst schwierig werden würde, ihn zu ersetzen. Man will ihn nicht ziehen lassen.

Deswegen unterstütz man ihn, soweit es geht. Perez und weitere Real-Verantwortliche begleiteten Ronaldo jüngst zu den Nationalen Sportpreisen, Ronaldo schlug im Gegenzug seinerseits bei der Veröffentlichung des Buches von Sergio Ramos auf. In beiden Fällen ging man herzlich miteinander um, was beim Schießen des offiziellen Mannschaftsfotos noch nicht der Fall war, als ganz klar Spannung in der Luft lag.

Real will auch finanziell alles geben, um Ronaldo zu halten. Angesichts der Änderungen im spanischen Steuersystem würde eine Vertragsverlängerung das doppelte von dem kosten, was man derzeit an Gehalt zahlt - etwa 14 Millionen Euro. Dafür will man das Geld verwenden, dass durch einen Verkauf von Kaka zur Verfügung stehen würde. Allerdings ist Madrid derzeit nicht bereit, die Bildrechte für Ronaldo abzutreten - wodurch sich die beiden Parteien bislang nicht einigen konnten. Dennoch sind sowohl Ronaldo als auch der Verein zuversichtlich, dass man sich letztlich einigt und der Ausnahmefußballer letztlich in Madrid bleibt.

DAS TRANSFERFENSTER RÜCKT NÄHER: KAKA WILL GEHEN

Es ist kein Geheimnis, dass Kaka keine Zukunft bei Real Madrid hat. Der Brasilianer kam unter Mourinho kaum zum Zug, es reicht trotz einiger guter Spiele und Sonderschichten im Training nicht. Kaka konnte in Madrid nie an die Form beim AC Mailand anknüpfen - und keiner glaubt daran, dass dies nun noch gelingen könnte.

Madrid wollte Kaka im Sommer abgeben. Das hat der Verein zwar nicht öffentlich verkündet, aber der Mittelfeldmann ließ sich unter medialer Beobachtung im Sommer für Vertragsgespräche im Bernabeu blicken. Jedoch war er unzufrieden mit allen Angeboten, die er erhielt und zog es vor, im Verein zu bleiben - dass er wenig Spielzeit bekommen würde, war ihm sehr wohl bewusst.

Die Situation hat sich in den letzten vier Monaten allerdings ein wenig verändert. Kaka ist nun noch unglücklicher, nachdem er trotz großem Einsatz eine mehr als untergeordnete Rolle spielte. Deshalb schließt er einen Weggang nicht aus.

Kaka selbst sagte vor einigen Tagen nach dem Sieg gegen Ajax Amsterdam in der letzten Woche: „Ich weiß nicht, wie es mit meiner Zukunft aussieht. Ich bin immer noch ein Spieler von Real Madrid und ich bin da, wenn man mich braucht. Es ist klar, dass ein Spieler immer spielen möchte. Im Moment gibt es keine Gespräche mit Galaxy, der MLS oder sonst wem. Ich werde mit dem Klub sprechen müssen, und dann wird man sehen, was passiert und was das Team will. Beide Parteien müssen mit der Situation leben können.“

Das klingt anders als die vorherigen Statements, in denen er davon sprach, Titel mit Real Madrid gewinnen zu wollen. Jetzt geht es darum, sich mit dem Klub zu einigen. Wenn ein zufriedenstellendes Angebot eintrudelt, wird Kaka den Verein sehr wahrscheinlich verlassen.

Dazugehörig