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Der Sieg des BVB gegen den englischen Meister war umso erstaunlicher, weil Trainer Jürgen Klopp bewusst auf seine beste Mannschaft verzichtet hatte.

Dortmund. Nach mehr als zwei Jahren kein polnischer Nationalspieler in der Startelf. In der Schlussphase ein Team mit Moritz Leitner, Leonardo Bittencourt und Felipe Santana. Und ein Oliver Kirch, der mit einem Einsatz von Anfang an sein Debüt in der Champions League gab. Es war zweifelsohne nicht die auf dem Papier stärkste Mannschaft, die Trainer Jürgen Klopp für Borussia Dortmund in der Champions League gegen Manchester City aufbot. Aber es war trotzdem eine Mannschaft, die die Zuschauer überzeugte, den englischen Meister mit 1:0 besiegte und damit dem Coach wichtige Erkenntnisse lieferte.

Bewährungsprobe

„Es war ganz wichtig für den Trainer zu sehen, dass wir viele gute Spieler haben, dass wir jeden reinschmeißen können, der ein bisschen Niveau mitbringt“, sagte Innenverteidiger Mats Hummels hinterher in der Mixed Zone. Er war einer der wenigen Stammspieler, die über die volle Distanz gingen. „Mit dem Spiel in Manchester war es für mich das beste Gruppenspiel. Die beiden gegen Real werden nur sehr groß gemacht“, stellte er nach dem Schlusspfiff zufrieden fest. Die Ersatzleute brachten für den BVB keine Ersatzleistung.

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Tunnel für den Gegenspieler

Auf der einen Seite Oliver Kirch als Rechtsverteidiger – und auf der anderen Leute wie Carlos Tevez, Edin Dzeko und später auch Mario Balotelli und Kun Aguero. „Olli hat sein erstes Champions-League-Spiel gemacht, was mir auch erst danach bewusst wurde. In den ersten Minuten hatte man das Gefühl, dass er ein bisschen nervös ist und in der 70. Minute verteilt er auf einmal einen Tunnel auf Rechtsaußen. Das ist schon eine erstaunliche Entwicklung, die er genommen hat“, freute sich Hummels hinterher für den Kollegen, der in der Bundesliga nur zum Auftakt gegen Werder Bremen in der Startelf gestanden hatte.

„Das kann mir keiner nehmen“

Als Backup für Lukasz Piszczek war Kirch aus Kaiserslautern geholt worden – und deshalb gegen Manchester die erste Wahl, weil der Pole geschont wurde. „Das kann mir keiner mehr nehmen. Das war für mich wirklich ein Riesen-Erlebnis, das sich viele Fußballer wünschen. Ich durfte das heute mitmachen, durfte kicken. Und ich hab das, glaube ich, auch ganz gut gemacht“, zog Kirch ein zufriedenes Fazit nach seiner Premiere.

Kein Tauschobjekt

Während sich sein Kollege Mats Hummels das Trikot von Mario Balotelli besorgte, war Kirch nicht in Tauschlaune. „Das Trikot von mir ist in meiner Tasche. Das bekommt keiner“, sagte er und verdeutlichte damit, was für ein besonderer Abend das für ihn war. „Ich kann jetzt meine Karriere beenden“, lachte er hinterher und stellte dann ernst klar: „Es ist schon ein kleiner Meilenstein.“

Mit der guten Vorstellung der Spieler aus der zweiten Reihe wird auch Trainer Jürgen Klopp zufrieden gewesen sein. Denn eine gut besetzte Bank, die in großen Spielen schon Erfahrung gesammelt hat, kann im Kampf um die Saisonziele von entscheidender Bedeutung sein – auch wenn dieses Saisonziel am Ende nicht Meisterschaft heißt.

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