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Beide Stürmer spielten in der Bundesliga und wurden von den Magpies auf die Insel gelotst. Es stellt sich die Frage: War der Wechsel ein Karrieresprung oder Karriereknicks?

Newcastle. Das Ansehen der Bundesliga in Europa steigt mit jeder Spielzeit. Die Qualität der Spieler und die Spielweise verzücken den Kontinent. Besonders die Klubs aus der Premier League haben ein Auge auf die Kicker aus Deutschland geworfen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Export auf die Insel zu gelegt hat. Die beiden Stürmer Papiss Demba Cisse und Demba Ba wagten den Schritt ins Mutterland des Fußballs und spielen für Newcastle United. Goal.com analysiert ihre Entwicklung in der wohl besten Liga der Welt.

DEMBA BA | Vereinswerte
Saison Spiele
Tore Vorlagen Gelbe/Rote Karten
Ein-/Auswechslung
2008/09 35 14 7 4/0
1/9
2009/10 18
5 0 5/0 5/6
2010/11 33 16 3 1/0 5/12
2011/12 36 16 4 1/0 2/12
Gesamt 122 51 14 11/0 13/39

Etappenweiser Aufstieg


Der Stürmer mit senegalesischen Wurzeln ist in Frankreich geboren und lernte bei FC Rouen das Fußballspielen. Im Alter von 21 Jahren machte er den nächsten Schritt nach Belgien, wo er bei Excelsior Mouscron anheuerte. In der obersten belgischen Liga konnte er acht Tore in zwölf Partien erzielen. Er weckte das Interesse von Ralf Rangnick, der ihn 2007 zum damaligen Zweitligisten 1899 Hoffenheim lotste.

   „Er kann Bälle behaupten, ist schnell genug und hat eine überdurchschnittliche Technik um sich im Eins-gegen-Eins gegen zwei oder drei Spieler durchzusetzen.“

Ralf Rangnick über das Können von Ba


Bei den Sinsheimern wusste Ba zu überzeugen. In 30 Ligaspielen netzte er zwölf Mal ein und hatte damit einen nicht unbeträchtlichen Anteil am Aufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs. Gemeinsam mit Chinedu Obasi war er Toptorschütze der TSG. Der Mittelstürmer war auch Teil der Hoffenheimer Mannschaft, die als Aufsteiger die Bundesliga aufmischte. Bis zum 19. Spieltag grüßten Ba und Co. von der Tabellenspitze. Es folgte eine eher mäßige Saison mit vielen Verletzungen und magerer Torausbeute. In der Saison 2010/11 griff Demba Ba nochmals an und wurde zum Leistungsträger. Dies rief wiederum die Interessenten auf den Plan.

Der Ruf der Insel

Besonders englische Vereine hatten ein Auge auf den Senegalesen geworfen. Die Folge: ein Wechseltheater in der Winterpause. Ba wollte die Kraichgauer unbedingt verlassen und nutzte jedes Mittel. Ins Trainingslager der TSG reiste er nicht an, sondern absolvierte unter anderem einen medizinischen Check bei Stoke City. Doch ein Wechsel dorthin kam nicht zustande. Dann versucht West Ham United sein Glück und verpflichtete den Stürmer. Doch bei den Hammers spielte Ba nur ein halbes Jahr, da der Klub abstieg. Newcastle United war der Nutznießer dieses Umstandes und schnappte sich den früheren Hoffenheimer ablösefrei.

Bei den Magpies schlug Demba Ba wie eine Bombe ein. In seiner ersten Saison im St. James Park avancierte er zum Toptorjäger und hatte wieder mal einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass sich die Schwarz-Weißen für die Europa League qualifizieren konnten. Auch in dieser Spielzeit glänzt Ba mit Toren am Fließband. Angeblich, so die Boulevardpresse, soll nun Arsene Wenger scharf darauf sein, den 27-Jährigen im Winter zum FC Arsenal zu holen. 

PAPISS DEMBA CISSE | Vereinswerte
Saison Spiele
Tore Vorlagen Gelbe/Rote Karten
Ein-/Auswechslung
2008/09 38 15 3 2/0
4/15
2009/10 35
15 3 1/0 8/16
2010/11 34 24 1 9/0 0/8
2011/12 31 22 5 3/0 1/7
Gesamt 138 76 12 15/0 13/46

Glück im Breisgau gefunden

Sein Landsmann Papiss Demba Cisse ist im Senegal geboren und begann dort seine Karriere. Dann führte ihn sein Schicksal nach Frankreich, wo er zum Ausleihobjekt wurde. Doch nur beim FC Metz knipste Cisse regelmäßig. Seine Qualität sprach sich über die Landesgrenzen hinaus, sodass Dirk Dufner, der Sportdirektor des SC Freiburg, auf den Mittelstürmer aufmerksam wurde. In der Winterpause 2010 verpflichtete er ihn für kleines Geld und bewies damit ein glückliches Händchen bewiesen.

Bei den Breisgauern blühte Cisse regelrecht auf und wurde schnell unverzichtbar. In der ersten Halbserie erzielte er sechs Treffer und bewahrte den Sportclub vor dem Abstieg. In der darauffolgenden Spielzeit mauserte sich der Stürmer zur Lebensgarantie der Freiburger. Dank seiner Treffer hatte Freiburg nichts mit dem Abstiegskampf zu tun und konnte es sich sogar in der oberen Tabellenhälfte gemütlich machen. Cisse war an mehr als der Hälfte aller SC-Tore (22 von 41) beteiligt und hinter Bayerns Mario Gomez (28) wurde er Zweiter in der Torschützenliste.

Aufgrund seiner Leistungen wurden Begehrlichkeiten geweckt. Sowohl der FC Fulham, als auch der VfL Wolfsburg und der FC Bayern München liebäugelten mit einer Verpflichtung des Senegalesen. Doch noch blieben die Freiburger standhaft und gingen auf die verlockenden Angebote nicht ein.

Wenn der Torjäger zum Problem wird

Auch in der Saison 2011/12 war Cisse der Topscorer in den Reihen der Breisgauer. Allerdings hatten sich die gegnerischen Abwehrreihen zunehmend besser auf ihn eingestellt und die Freiburger Abhängigkeit von ihrem Offensivstar wurde immer mehr zum Problem.

Die Ergebnisse stimmten auf einmal nicht mehr. Trotz Toren befand sich der Angreifer in einer Formkrise. Durch die anhaltenden Wechselgerüchte verlor Cisse die Gunst der Fans. Die Verantwortlichen sahen sich daher gezwungen, einem Verkauf im Winter zu zustimmen. Newcastle United legte zwölf Millionen Euro auf den Tisch und sicherte sich im Januar 2012 die Dienste des Mittelstürmers.  
Papiss kann hier eine Legende werden. Nach seinem Tor hat das ganze Stadion gebrannt. Er hatte einen perfekten Start.

Trainer Pardew nach dem Debüt

Bleibenden Eindruck hinterlassen

Ähnlich wie Demba Ba schlug Cisse wie eine Bombe bei den Magpies ein. Bereits bei seinem Debüt für seinen neuen Arbeitgeber traf er ins Tor - ein Einstand nach Maß. Auch in der Folgezeit gab es Treffer am Fließband. Insgesamt schnürte er vier Doppelpacks in der abgelaufenen Saison. Auch dank ihm konnte man sich für das internationale Geschäft qualifizieren.

Den Höhepunkt bildete zweifellos das Match beim FC Chelsea: Cisse traf beim geschichtsträchtigen Erfolg Newcastles an der Stamford Bridge doppelt und setzte mit seinem zweiten Tor die Kirsche auf die Sahnetorte: Aus eigentlich aussichtsloser Position zog er mit dem Außenrist ab und die Kugel schlug im Kasten von Chelsea-Torwart Petr Cech ein. Der Treffer wurde anschließend zum „Tor der Saison“ in der Premier League gekürt.

Sand im Getriebe

In der aktuellen Spielzeit läuft es bei den Magpies und bei Cisse selbst nicht rund. Die Elf von Alan Pardew rangiert derzeit nur auf Platz 14, nur fünf Punkte von der Abstiegsregion entfernt. Jedoch kann man in der Europa League das Ticket für die K.o.-Runde buchen. Der Angreifer konnte wettbewerbsübergreifend bisher nur vier Mal einnetzen, obwohl er einen Großteil der Partien von Beginn an absolvierte. Trotz des aktuellen Formtiefs ist Cisse auf der Insel angekommen und konnte seiner Karriere einen weiteren Schub geben.

LEISTUNGSDATEN 2012/13

27 Alter 27
17 (15) Einsätze (Startelf)
18 (16)
1 Einwechslungen
2
4 Auswechslungen
8
1376 Spielminuten
1314
17 Tore
2
63 Torschüsse 36
2 Vorlage
1

Unser Fazit:

Beider Angreifer haben ähnliche Lebenswege durchlebt. In der Bundesliga konnten sie auf sich aufmerksam machen und sie als Sprungbrett für die englische Premier League nutzen. Auf der Insel überzeugten beide durch starke Auftritte und ihre Torausbeute. Demba Ba ist etwas länger in der englischen Liga zu Hause und konnte sich schon einen Namen als Torjäger machen. Nicht umsonst möchten ihn die Gunners verpflichten. Papiss Demba Cisse hatte eine fabelhafte, - fast schon märchenhafte, Rückrunde. In dieser Saison kommt er noch nicht auf Touren. Beide Senegalesen haben mit dem Wechsel in die vermutlich beste Liga der Welt einen enormen Entwicklungsschritt genommen. Jedoch sind sie noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angelangt.

EURE MEINUNG: Wie seht ihr die Entwicklung von Demba Ba und Papiss Cisse in England?

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