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BVB-Sieg und Balotellis Trikot – die Aufträge sind erledigt

Der Gruppensieg stand schon vor dem Anpfiff fest – und trotzdem verdiente sich der BVB den Sieg gegen den englischen Meister. Für echte Emotionen sorgte dabei nur ein Italiener.

Dortmund. Es war ein rundum gelungener Abend für Borussia Dortmund: Mit 1:0 (0:0) besiegte der BVB den englischen Meister Manchester City in der Champions League – und das, obwohl die Borussia nicht einmal die stärkste Mannschaft gegen Edin Dzeko, Carlos Tevez und Vincent Kompany aufbot. Was City allerdings in Westfalen bot, ließ vermuten, dass die Engländer am dritten Gruppenplatz, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt, nicht besonders interessiert waren.

Wollen oder nicht wollen?

War Dortmund so gut oder City so schwach? Das war die Frage, die hinterher in der Mixed Zone den BVB-Spielern gerne gestellt wurde. „Ich hatte das Gefühl, dass die gar nicht so richtig wollten. Wir wollten auf jeden Fall“, gab Marco Reus seinen Eindruck vom Spielfeld wieder. Nach der 1:0-Führung durch Julian Schieber legte Manchester in der Abwehr ein bedenkliches Zweikampfverhalten an den Tag, sodass sich die Dortmunder teilweise im gegnerischen Strafraum die Bälle zuspielen konnten.

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Pfeifkonzert

Als das Duell harmonisch auf ein positives Ende für den Deutschen Meister hinsteuerte, gab es doch noch einen Aufreger: die Einwechslung von Mario Balotelli. Der Italiener wurde bei seiner Einwechslung und bei jedem Ballkontakt gnadenlos ausgepfiffen, wahrscheinlich, weil er im Sommer mit seinen Toren Deutschland aus der EM geschossen hatte und weil seine divenhafte Art nicht bei allen Fans im Ruhrgebiet gut ankommt.

„Find es cool, dass er sich nicht verbiegen lässt“

„Er hat mir schon gewissermaßen leid getan, weil er mit einem Pfeifkonzert empfangen wurde. Das hat er nicht verdient, er ist Sportler wie jeder andere auch“, sagte Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller nach dem Schlusspfiff. „Natürlich hat sich jeder einzelne auch daran erinnert, wie er Deutschland abgeschossen hat, wie er uns den Sieg bei City geklaut hat. Aber dennoch muss man sagen, dass er ein Ausnahmespieler ist“, brach der Keeper eine Lanze für den jungen Italiener. „Ich find es cool, dass er sich nicht verbiegen lässt. Er bekommt natürlich einiges auf den Deckel, aber er geht seinen Weg“, stellte Weidenfeller fest.

Ein Auftrag

Balotelli konnte nach dem Spiel auch schon wieder lachen, auch wenn er in der Mixed Zone nichts sagen wollte. Neben Roman Weidenfeller hatte er beim BVB einen weiteren Fan: Innenverteidiger Mats Hummels, der sich nach Spielende das Trikot des Stürmers schnappte. „Balotelli hat bei mir, bei meinem Bruder und in meinem Freundeskreis eine besondere Bedeutung. Deswegen habe ich seit zwei Jahren den Auftrag, eins zu holen von ihm“, erzählte Hummels. „Im Halbfinale, nachdem er uns zwei Hütten eingeschenkt hat, musste ich nicht unbedingt eins haben“, fügte er grinsend hinzu.

„Ein geiler Typ“

Den Auftrag erfüllte Hummels am Dienstag – und rundete damit seinen gelungenen Abend ab. „Wir finden, dass er ein geiler Typ ist, ein großer Fußballer. Ob die Geschichten immer so schlimm sind, die gemacht werden, glaube ich auch nicht. Deshalb ist er einfach gern gesehen bei uns“, sagte Hummels.

Was für eine tolle Situation für den BVB: Als Gruppensieger konnten sich die Dortmunder nach einem Sieg gegen den englischen Meister mit solchen Themen beschäftigen – und mussten nur wegen der Kälte, aber nicht um das Weiterkommen zittern.

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