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In unserer Serie „Vier zu vier“ geben je vier Redakteure ihre persönlichen Stellungnahmen zu vier ausgewählten Themen. Heute: Die Bayern empfangen Rivale Dortmund zum Gipfel.

München. Es ist das Gipfeltreffen des deutschen Fußballs. Der FC Bayern München, seines Zeichens Rekordmeister und Rekordpokalsieger, trifft auf den aktuellen Double-Sieger Borussia Dortmund. Die letzten vier Bundesliga-Duelle entschied der BVB für sich. Goal.com analysiert vier elementare Fragen vor dem Duell.

  1. Die Bayern führen die Tabelle klar und deutlich an. Entscheidet ein Sieg gegen Dortmund bereits die Meisterschaft?
  • Fabio Porta: Ein Sieg würde natürlich den Abstand weiter vergrößeren, doch das direkte Duell wird in dieser Saison nicht entscheidend sein. Es sind die anderen Duelle, wo der BVB bisher Punkte liegen ließ und sich am Ende nicht wundern darf, wenn Bayern Meister wird. Trotzdem ist bei einem Sieg des Rekordmeistes die Meisterschaft noch nicht entschieden.
  • Michael Scharsig: Noch vor der Rückrunde sollte im Normalfall nie von einer sicheren Meisterschaft gesprochen werden. Längere Pausen können manche Teams beflügeln, aber auch ausbremsen. Es ist egal, wie das Spiel gegen den BVB endet, da die Dortmunder in dieser Saison sowieso nicht alleine den Bayern-Jäger spielen. Der FCB muss eher aufpassen bei Spielen, wo jeder mit einem Sieg rechnet. Gegen Leverkusen und Nürnberg ging das z.B. schon schief. Dortmund dagegen hat mit vier Siegen in Folge den Respekt der Bayern sicher.
  • Kornel Pracki: Ein Sieg über Dortmund würde den Bayern den Herbstmeistertitel garantieren und eine gute Ausgangsposition für den Rückrundenstart verschaffen. Ein Dreier am Samstag würde jedoch nicht bedeuten, dass die Meisterschale schon nach München verschickt werden soll.
  • Florian Teichert: Von einer Vorentscheidung zu sprechen, wäre selbst bei einem Münchener Sieg wohl noch zu früh. Natürlich ist der Vorsprung dann schon beachtlich, eine alte Fußballweisheit sagt aber: ein Spiel hat 90 Minuten - und eine ganze Saison eben 34 Spieltage. Da kann noch viel passieren. Klar ist aber auch: Trumpfen die Bayern weiterhin so auf, sind sie einfach nicht zu stoppen.
  2. Mario Gomez kam gegen Hannover zurück und traf nach wenigen Augenblicken. Wer sollte gegen den BVB stürmen? Gomez, Mandzukic oder gar Pizarro?
  • Florian Teichert: Ich hatte das „Glück“, das Bayern-Spiel gegen Hannover in einer Fankneipe gucken zu dürfen - und das als Nicht-Bayern Fan. Obwohl das Spiel schon längst entschieden war, war der Jubel beim Gomez-Tor unbeschreiblich. Und auch ich konnte mit einen Applaus nicht verkneifen. Super Mario is back! Obwohl Mandzukic und Pizarro ihre Sache gut gemacht haben, ist an einem Gomez in Top-Form einfach kein Vorbeikommen. Ich gehe davon aus, dass Heynckes Gomez aber erneut von der Bank kommen lässt.
  • Fabio Porta: Gomez erwischte einen Traumstart und sollte eigentlich gesetzt sein. Doch aufgrund der geringen Spielpraxis wäre es zunächst sinnvoller, Mandzukic beginnen zu lassen. Gomez könnte man als Joker bringen, Pizarro wird Stürmer Nummer drei.
  • Michael Scharsig: Mario Mandzukic sollte die Chance bekommen, auch unter Konkurrenz-Druck zu beweisen, dass auf ihn gezählt werden kann. Er ist gut drauf, warum sollte man ihm jetzt die Vorfahrt nehmen? Mario Gomez weiß durch das letzte Spiel, dass er das Vertrauen von Jupp Henyckes sicher hat. Da er sowieso noch nicht über 90 Minuten spielen sollte denke ich, dass er sich ohne zu meckern vorläufig mit der Joker-Rolle abgibt – und diese dann auch eiskalt nutzen wird.
  • Kornel Pracki: Mandzukic sollte gegen Dortmund von Beginn an auflaufen. Der Neuzugang hat sich gut in das Team eingelebt, den Ausfall von Gomez hervorragend kompensiert und mit vielen Toren in der Bundesliga überzeugt.

  3.  Mario Götze verzaubert mit seiner Spielweise ganz Europa. Hat einer der beiden Bayern-Zehner (Müller oder Kroos) ähnliche Anlagen, einem Spiel so den Stempel aufzudrücken? Wenn ja: wer und warum?
  • Kornel Pracki: Nein, weder Müller noch Kroos können mit ihren Fähigkeiten an Götze rankommen. Der Dortmunder befindet sich momentan in einer äußerst starken Verfassung. Bayerns Defensive wird mit ihm am Samstag einige Probleme bekommen.
                                                             
  • Florian TeichertAls persönlicher Fan von Toni Kroos halte ich ihn für den komplettesten Spieler in der Bayern-Elf. Was der Junge Woche für Woche bringt ist fantastisch - und das, obwohl er in den letzten Monaten viel Kritik einstecken musste. Gerade in der Offensive liegen Kroos' Qualitäten, aber auch nach hinten arbeitet er immer ordentlch mit. In Zukunft könnte er eine noch prägnanerte Rolle bei den Bayern einnehmen.
  • Fabio Porta: Thomas Müller und Toni Kroos haben ganz andere Qualitäten, als Mario Götze. Die beiden können im Kollektiv entscheidend sein und mit ihrem Einsatz zum Sieg der Mannschaft beitragen, doch Götze verfügt über Anlagen, an die kein Spieler in der Bundesliga herankommt. Götze kann selbst ein Spiel alleine entscheiden, wenn er keinen Sahnetag erwischt, darin liegt ein wesentlicher Unterschied.
  • Michael Scharsig: 15 Torbeteiligungen in zwölf Liga-Partien sprechen für sich. In meinen Augen ist Thomas Müller für die Bayern vielleicht sogar wichtiger als Götze für Dortmund. Er ist optisch natürlich nicht von derselben Laufschönheit gesegnet, aber er hat ein Spielverständnis, das in dieser Liga nur sehr wenige haben. Götze ist quirliger, was den Gegner wahnsinnig machen kann. Müller arbeitet dagegen mehr. Kroos sehe ich positionell eher zentral als in der Spielmacher-Rolle. Trotzdem ist auch er unersetzbar für München.
  4. Welcher Spieler wird dem Gipfeltreffen am Samstag seinen Stempel aufdrücken?
  • Michael ScharsigSollten beide Teams in Topform auflaufen können das sogar die Torhüter sein. Auf der Bank hat Bayern im Moment die besseren Argumente, weshalb vielleicht auch ein Joker wie Gomez, Shaqiri oder Pizarro zum Matchwinner wird. Ich persönlich bin ein großer Fan von Lukasz Piszczek, der so etwas wie der zweite Motor der BVB-Offensive ist, wenn der erste nicht läuft. Insgesamt aber dürften Schweinsteiger, Reus, Ribery oder Lewandowski die spielentscheidenden Namen sein.
  • Kornel Pracki: Im letzten Bundesliga-Spiel zwischen diesen beiden Klubs war es Robert Lewandowski, der mit seinem Tor die Partie entscheiden konnte. Diesmal wird es Götze sein, der dem Publikum in der Allianz Arena den Atem raubt wird und dem BVB zu einem weiteren Sieg gegen die Bayern verhilft.
  • Florian Teichert: Einen Stempel werden sicher einige Spieler in der Hand haben wollen - ob Ribery oder Reus, ob Schweinsteiger oder Lewandowski. Ich könnte mir vorstellen, dass David Alaba einer der entscheidenden Akteure auf dem Feld sein könnte, wenn er offensiv für Wirbel sorgt. Dies hat er zuletzt ausgezeichnet getan.
  • Fabio PortaAuf beiden Seiten gibt es einige Spieler, die dem Spiel ihren Stempel aufdrücken können. In meiner Auswahl stehen Robert Lewandowski, Mario Götze, Franck Ribery und Mario Mandzukic. Im Moment spricht vieles für Götze, der sich in Top-Form befindet und zusammen mit Reus und Lewandowski perfekt harmoniert. Ribery benötigt jedoch nicht viel Anlaufzeit, um auf Hochtouren zu kommen. Es wird ein spannendes Duell auf Augenhöhe, in dem am Ende vielleicht das Kollektiv die Partie prägen wird.
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