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Dienstagabend trafen sich Frankfurt und Mainz zum Rhein-Main-Derby, in dem möglicherweise ein neuer Stern aufging und das Ergebnis nicht unbedingt zu erwarten war.

Frankfurt. Bundesliga. Derbyzeit. Eintracht Frankfurt gegen Mainz 05. Kein Spiel wie jedes andere. Dass die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel an diesem Abend gewann, trug neben einer famosen Mannschaftsleistung einen bis dato unbekannten Namen – Shawn Parker.

Es gibt diese speziellen Abende im Fußball. Magie liegt in der Luft, die Atmosphäre prickelt. Pokalspiele oder Derbys sind oft der Hintergrund für jene besonderen Momente. Auch am Dienstagabend war ein solches Derby. Eintracht Frankfurt gegen Mainz 05 – nur 32 Kilometer Luftlinie trennen beide Städte im Rhein-Main-Gebiet.

Starke Mainzer

Doch der Grund für die besondere Geschichte in dieser Partie war nicht die geographische Nähe beider Vereine. Das Derby war, wohl der Tatsache eines Dienstagsspiels geschuldet, atmosphärisch eher Durchschnitt. Auch auf dem grünen Rasen hielt sich die Eintracht vornehm zurück und überließ den starken Mainzern größtenteils die Glanzlichter im Nachbarschaftsduell.

Einer stach dabei besonders raus: Shawn Parker, 19 Jahre jung, Mittelstürmer. Den gebürtigen Wiesbadener dürften nur die wenigsten auf dem Schirm gehabt haben – bis zum Dienstagabend. Parker nutze die Bühne des Derbys, um den nötigen Glanz in die Veranstaltung zu bringen. Ein Tor und eine Torvorlage im ersten Profispiel von Beginn an (zuvor für zwei Minuten gegen Hoffenheim eingewechselt) machten ihn zum Matchwinner und zu der Geschichte des Spiels.

Parker ahnte etwas

47.800 Zuschauer sahen einen frechen, quirligen und vor allem schnellen Stürmer, der trotz seines zarten Alters vor dem Tor den Killerinstinkt zeigt. Das der 19-Jährige im Derby auflaufen würde, entschied sich erst am Tag vor dem Match. Parker selbst hatte davon erst unmittelbar vor der Partie erfahren. „Wir haben heute noch einmal Ecken einstudiert“, sagte Mainz-Coach Tuchel. „Dabei schlug Marcel Risse die Ecken. So konnte sich Shawn, der wohl etwas ahnte, nicht sicher sein zu spielen.“

Er spielte. Und wie. Das erste Bundesligaspiel von Beginn an wird Parker wohl so schnell nicht vergessen. Der Matchwinner wollte dann nach dem Spiel auch einfach nur den Moment genießen und gar nicht darüber reden. Ein selbst verordneter „Maulkorb“ ließ keinen O-Ton des Stürmers zu. „Er will nichts sagen, das muss man akzeptieren“, gab Tuchel zu Protokoll. Manager Heidel bekräftigte zudem: „Das ist einzig Shawns Entscheidung. Wir haben damit nichts zu tun.“



Talent mit neuer Ernsthaftigkeit

Es dürfte das Produkt der „neuen“ Professionalität des Stürmers sein, wie Thomas Tuchel nach dem Spiel verriet: „Shawn hat insbesondere in den letzten drei Wochen einen großen Schritt nach vorne gemacht. Das sieht man in jedem Training. Er verhält sich ganz anders – vor allem im Spiel ohne Ball. Er hat mir durch seine professionelle Haltung und seine Ernsthaftigkeit gezeigt, dass ich ihm vertrauen kann.“

Ob ihm Tuchel auch weiterhin das Vertrauen schenkt, sprich ihm weitere Einsatzzeit gewährt, wird sich zeigen. „Das Training ist das A und O. Wir werden nun dafür sorgen, dass er nicht abhebt. Wie ich meine Mannschaft einschätze, wird  ihn die Gruppe auf dem Boden halten“, gab sich Tuchel noch bedeckt. Es darf aber davon ausgegangenen werden, das der junge Parker noch von sich reden machen wird. Vor allem dank Tuchel, der trotz der relativ hohen Altersstruktur seiner Elf wie kein zweiter für die erfolgreiche Arbeit mit Talenten steht. „Es ist egal wie alt ein Spieler ist“, sagte der Coach dann auch nach dem Spiel. „Die Qualität zählt.“

Szalai freut sich für Parker

Qualität hat der U20-Nationalspieler, der bislang vornehmlich in der Regionalliga Südwest zu Einsatz kam (neun Spiele, vier Tore), bereits eine ganze Menge. „Shawn ist ein richtiger Stürmer mit guter Abschlusstechnik und einer richtig guten Grundschnelligkeit“, verriet sein Trainer. „Zudem behält er in den wichtigen Situationen die Ruhe und die Übersicht für den Nebenmann.“

Da stand der Matchwinner des Rhein-Main-Derbys schon längst unter der Dusche. Ohne ein Wort über seine Leistung zu verlieren. Das taten dafür, neben seinem Trainer, andere. Sturmpartner Adam Szalai freute sich neben den drei Punkten gegen die Eintracht vor allem für seinen Kumpel: „Ich freue mich für Shawn. Er ist ein toller Junge und für sein Alter schon richtig weit. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich mit 19 Jahren stand. Was er jetzt erlebt ist einmalig. Er sollte es genießen und ab morgen wieder so stark trainieren wie in den letzten Wochen.“

Bei Mainz sind sich also alle einig: Der Junge ist auf einem verdammt guten Weg. Den Namen Shawn Parker sollte man sich merken. Vor allem als gegnerischer Abwehrspieler.

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