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BVB: Klopp freundet sich mit der Rotation an

Der BVB tanzt auf drei Hochzeiten. Damit dies noch lange so bleibt, bedient sich Jürgen Klopp eines bewährten Mittels: Der Rotation. Goal.com analysiert das bunte Treiben.

Dortmund. Der FC Bayern München praktiziert es seit Jahren. Ottmar Hitzfeld machte sich einen Namen als Rotationskönig in der Bundesliga. Er scheute es nicht, auch die Topstars auf die Bank zu setzen. Auch Jupp Heynckes ist ein Liebhaber dieses Prinzips. Borussia Dortmund konnte zwar Double gewinnen, aber auf europäischer Ebene wollte es nicht funktionieren. Es wurde sich ein Beispiel am Rekordmeister genommen und Jürgen Klopp führte ab dieser Saison das Wechselspiel ein. Doch zu radikal sind die Eingriffe meist nicht.

Keine Torwartdiskussion

Vorne weg: Auf der Torwartposition gibt es keinerlei Veränderungen. Roman Weidenfeller ist und bleibt gesetzt. Ersatzmann Mitchell Langerak bekommt selbst im Pokal keine Einsatzzeiten. Klopp stellt den 32-Jährigen permanent auf, sodass der Australier immer auf der Bank Platz nehmen muss.

Die Abwehrkette
Spieler Spiele (Kader)
Startelf Einwechslungen Auswechslungen
Spielminuten
Hummels 20 20 0 3 1693
Subotic 21 20 0 0 1800
Piszczek 20 20 0 0 1800
Schmelzer 20 20 0 0 1800
Santana 21 2 5 0  297

Die beständige Viererkette

Ein ähnliches Bild erhält man vom Dortmunder Abwehrverbund. Dort tauchen immer wieder dieselben vier Namen auf dem Spielerbogen auf. Lukasz Piszczek, Neven Subotic, Mats Hummels und Marcel Schmelzer bilden die „Fantastischen Vier“ in der Hintermannschaft des BVB. Lediglich Oliver Kirch, der am ersten Spieltag den verletzen Polen ersetzte, und Felipe Santana kamen neben den Genannten zum Einsatz. Besonders Letzterer erhoffte sich mehr Einsatzzeiten, als der Trainer zu Beginn der Saison das Rotationsprinzip auf die Fahne der Borussia schrieb. Im Sommer erst verlängerte der Brasilianer, obwohl er einige Angebote anderer Bundesligavereine vorliegen hatte. Er entschied sich zu bleiben und hoffte auf die Karte „Rotation.“ Leider bisher vergebens, denn er stand nur zweimal in der Startformation.


Mittelfeld: Bäumchen wechsel dich
 Werte der Sechser
Spieler

Kehl
Gündogan
Bender
Leitner
Startelf

14
16
8
5
Einw.

2
2
2
10
Ausw.

4
7
4
2
Spielminuten

1139
1335
694
613

Im Mittelfeld gibt es nicht nur den größten Konkurrenzkampf, da sich dort neun Akteure um fünf Plätze streiten, sondern auch die meiste Bewegung. Jede Position ist zumindest doppelt besetzt. Vor allem auf der Sechser-Position gibt es in der letzten Zeit einige Veränderungen. Dies liegt nicht zuletzt an den verletzungsbedingten Ausfällen. Kapitän Sebastian Kehl und Ilkay Gündogan, wenn sie fit sind, sind im defensiven Mittelfeld als „Stammkräfte“ zu bezeichnen. Der Leittragende ist meist Sven Bender, der das Nachsehen hat. Aber der 23-Jährige ist in dieser Spielzeit, wie schon in der vergangenen, eher mit sich selbst beschäftigt. Viele Verletzungen warfen den früheren 1860 München-Spieler immer wieder zurück. Moritz Leiter bekommt ebenfalls des Öfteren seine Chance, um sich zu zeigen.

Das offensive Mittelfeld
Spieler Spiele (Kader)
Startelf Einwechslungen Auswechslungen
Spielminuten
Götze 20 14   5 11 1366
Reus 21 18   2 11 1480
Blaszczykowski 14 12   2   9 978
Großkreutz 20 11   8   6 1013
Perisic  20   7 10   4  681

In der Offensive sieht das Ganze ähnlich aus. Auf der rechten Außenseite ist Jakub Blaszczykowski meist von Beginn an auf dem Feld. Wenn der Pole fit ist und im Kader steht, dann steht er auch meist in der Startelf. Auf der linken Mittelfeldseite verändern sich die Namen ständig. Eigentlich wetteifern Kevin Großkreutz und Ivan Perisic um diese Position. Der Kroate hat sich erst kürzlich wegen seiner Rolle beim BVB beklagt und mit einem Wechsel „gedroht“. Denn Großkreutz, der zu Saisonbeginn oft nur zweite Wahl war, kämpfte sich wieder in die Startformation der Borussen. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass ein Platz in der Offensive aufgrund der Verletzung von „Kuba“ frei wurde. Mit seiner Rückkehr bleibt abzuwarten, wie sich die Machtverhältnisse wieder einpendeln.

Götzeus kommt in Fahrt

Die beiden Kreativspieler Marko Reus und Mario Götze, - kurz: Götzeus, finden immer besser zueinander. Götze war am Anfang der Spielzeit nicht ganz im Besitz seiner Kräfte. Eine Augenverletzung unterbrach seine Vorbereitung, sodass der Zehner des BVB vom Rande des Feldes das Spiel begutachtete. Mit steigender Fitness und Spielpraxis kam der 20-Jährige auf Hochtouren. Aktuell ist er in einer bestechenden Form, die das Prädikat Weltklasse verdient. Er und sein kongenialer Partner Reus haben sich gefunden und verzücken sogar ganz Europa. Erst seit diesem Sommer spielt der „Urdortmunder“ wieder im Dress der Schwarz-Gelben. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, in der er trotzdem seine Treffer erzielte, passte sich der frühere Gladbacher immer besser an die Spielweise des BVB an und ist nun kaum noch wegzudenken. Dabei findet sich Reus immer wieder auf anderen Positionen zurecht. Mal kommt er über links, mal über rechts oder agiert als Hängende Spitze. Er gehört zu den Akteuren, die stets in der Stammelf zu finden sind.

Nichts geht über „Lewy“
 STÜRMERWERTE
Spieler

Lewandowski
Schieber
Startelf

20
1
Einw.

0
12
Ausw.

2
0
Minuten

1761
328

Im Sturm verhält es sich wie mit der Abwehr. Veränderungen werden selten, bis gar nicht getätigt. Robert Lewandowski ist unumstrittene Nummer eins im Angriff. Das Spiel ist auf den Polen zugeschnitten, der sich bereits im Mittelfeld die Bälle im Luftkampf erobert und verarbeitet. Im Sommer wurde Julian Schieber als Back-up verpflichtet und dies ist er tatsächlich auch nur. Ernsthafte Konkurrenz ist der frühere Stuttgarter für „Lewy“ nicht. Der polnische Nationalstürmer gehört zu den Spielern, die die meisten Spielminuten auf ihrem Konto haben.

Goal.com-Fazit:

Jürgen Klopps Rotation ist überschaubar. In der Hintermannschaft und im Sturm verändert der Trainer praktisch gar nichts. Er setzt auf seine auserwählten Stammkräfte, wenn nicht gerade ein Spieler aufgrund einer Verletzung ausfällt. Im Mittelfeld hingegen nutzt er die Möglichkeit, zu wechseln. Auch hier sind einige Veränderungen Verletzungen geschuldet. Meist greift er nur punktuell ein und rotiert nicht die halbe Mannschaft aus der Startformation a la Hitzfeld oder Heynckes.

EURE MEINUNG: Was haltet ihr von Klopps Rotation? Ist dort ein System zu erkennen?

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