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Halb Europa jagt Mittelfeldtalent Leon Goretzka vom VfL Bochum. Grund genug den 17-Jährigen Shootingstar einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bochum. Bayern München, Real Madrid, Manchester United, die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Kaum ein europäischer Spitzenklub ist nicht an Leon Goretzka interessiert. Doch was ist dran an dem 17-Jährigen Teenager, der beim VfL Bochum in der 2. Liga kickt und der bereits mit Nationalspieler Sami Khedira verglichen wird?

Wosz: „Ein Ausnahmespieler, wie ich ihn noch nie hatte“

„Er ist ein Ausnahmespieler, wie ich ihn in der A-Jugend bislang noch nicht hatte“, sagte sein Jugendtrainer Dariusz Wosz über Goretzka. „Leon hätte überallhin wechseln können. Aber er konzentriert sich auf Bochum, das gefällt mir“, so der frühere Bundesligaprofi weiter.

Sein enormes Talent ist Experten schon länger bekannt, dass er aber den Sprung in den Profibereich so schnell packen würde, damit rechneten die Wenigsten. Er ist Stammspieler im zentralen Mittelfeld der Bochumer und das obwohl er als jüngerer A-Jugend-Jahrgang noch bis 2014 dort spielen könnte.

Goretzka orientiert sich an Kroos

Das 1,89 Meter große Juwel, das sogar in Bochum geboren ist, und mit sechs Jahren in die F-Jugend des VfL wechselte, spielt nicht für die Galerie. Vielmehr ist er ein mannschaftsdienlicher Spieler, der die Fähigkeiten hat, ein Spiel zu lesen, zu organisieren und durch seine Torgefahr zu entscheiden. Zwar glückte ihm bei den Profis bislang nur ein Treffer, gleich am ersten Spieltag, aber in A- und B-Jugend netzte er in 45 Partien 28 Mal ein. Eine eindrucksvolle Statistik für einen Mittelfeldmann.

LEON GORETZKA | Bochum, Mittelfeldspieler, 17

SAISONSTATISTIKEN
Einsätze 13
Tore 1
Assists 1
SPIELERAKTE
Vertrag bis 2016
Geschätzter Marktwert ca. 1,5 Mio €
Im Verein seit 2001

Fachleute vergleichen Goretzka mit Michael Ballack und Sami Khedira, er selbst orientiert sich aber einem anderen Hochbegabten: „Fußballerisch eifere ich am ehesten Toni Kroos nach. Ich sehe mich zukünftig in erster Linie als Achter, als eine Mischung aus Spielmacher und Abräumer.“

Mit 17 Jahren „schon ein sehr kompletter Spieler"

Das Juwel vermischt Kampfkraft mit spielerischen Komponenten. Damit taugt er zu einer Art Hoffnungsträger im deutschen Fußball, da er eben auch die alten deutschen Tugenden verkörpert, die gerade bei der Nationalmannschaft so schmerzlich vermisst werden. Dazu verfügt er über eine körperliche Robustheit, ist kopfball- und zweikampfstark und mit einem guten Auge ausgestattet.

Sein Ex-Trainer Andreas Bergmann schwärmte regelrecht von seinem Supertalent: „Er ist in jungen Jahren schon ein sehr kompletter Spieler. Es ist ungewöhnlich, dass er in seinem Alter in der zweiten Liga schon so eine Rolle spielt. Er hat eine ganz tolle Zukunft vor sich. Insgesamt ist das Paket Goretzka für mich persönlich außergewöhnlich."

Für das Ausnahmetalent, das nächsten Februar volljährig wird, war das Jahr 2012 generell ein sehr erfolgreiches: Im Sommer führte er die deutsche U-17-Nationalmanschaft als Kapitän bis ins EM-Finale, wo die DFB-Elf allerdings den Niederlanden unterlag. Zudem wurde er mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold als bester Spieler seines Jahrgangs ausgezeichnet. Hinzu kam noch der Start der eigenen Profilaufbahn. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass der VfL aktuell im Abstiegskampf steckt.

Identifikation und Bodenständigkeit

Den Existenzkampf mit dem aktuellen Klub könnte das eine oder andere Supertalent wohl locker wegstecken, wäre es doch mit den Gedanken vielleicht ohnehin schon bei einem hochkarätigen neuen Arbeitgeber. Aber nicht so Goretzka: Der Spieler und seine Familie zeichnen sich durch eine erstaunliche Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit aus. Sonst hätte er schon längst ganz anderswo dem Ball hinterher jagen können.

„Ich habe dem Verein sehr viel zu verdanken. Wenn ich dann doch einmal wech­sele, soll der VfL finanziell davon profitieren.“



- Leon Goretzka

Sein größter Traum war es immer, sein erstes Profispiel für seinen Heimatverein zu bestreiten. Das ist ihm mittlerweile gelungen, aber an einen Wechsel denkt er dennoch aktuell nicht. Goretzka möchte den VfL auf keinen Fall vor seinem Abitur 2014 verlassen. Sein Vertrag läuft sogar bis 2016.

„Irgendwann muss der VfL den Spieler verkaufen"

Seine Identifikation mit Bochum drückt sich auch in folgendem Zitat aus: „Ich habe dem Verein sehr viel zu verdanken. Wenn ich dann doch einmal wech­sele, soll der VfL finanziell davon profitieren.“

Die Interessenten jedenfalls stehen Schlange und eine Sache ist klar, wie Schalke-Manager Horst Heldt, der ebenfalls zu den potentiellen Käufern zählt, unlängst in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung feststellte: „Irgendwann muss der VfL Bochum den Spieler verkaufen.“

Sollte der Klassenerhalt nicht gelingen, könnte es trotz Goretzkas Treuebekenntnis schon nach dieser Saison so weit sein. Auch ein Transfer mit anschließender Leihe nach Bochum wäre eine Möglichkeit, von der beide Seiten profitieren könnten. Dem finanziell angeschlagenen Zweitligisten wäre mit einer Ablöse geholfen und Goretzka könnte sich in aller Ruhe in seiner Heimat entwickeln und sein Abitur bauen.

Aktuell wird sein Marktwert auf etwa eineinhalb Millionen Euro taxiert, aber für Talente vom Schlage eines Goretzkas wurde schon wesentlich tiefer in die Tasche gegriffen. Das Rennen um den Hochbegabten ist zwar noch nicht offiziell eröffnet, aber die potenziellen Käufer befinden sich schon in den Startlöchern.

EURE MEINUNG: Wie seht ihr Goretzka und was traut ihr ihm für eine Karriere zu?

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