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In Hannover machte sich zuletzt ein wenig Unzufriedenheit breit. Dabei liegt 96 voll im Soll, auch wenn es hier und da zuletzt ein wenig hakte.

Hannover. In der Bundesliga auf einem Europa-League-Platz, im DFB-Pokal im Achtelfinale und im internationalen Wettbewerb bereits sicher in der nächsten Runde - die bisherige Bilanz von Hannover 96 liest sich eigentlich bestens. Dennoch trübt das Hick-Hack um Mirko Slomka ein wenig die Stimmung, auch sportlich gab es zuletzt den einen oder anderen Rückschlag.

Hinsichtlich der angepeilten Vertragsverlängerung mit Slomka ist im Grunde alles gesagt, spätestens bis zum 20. Dezember wird es eine Entscheidung geben. „Wir geben die Dinge bekannt, wenn sie auch unterschrieben sind“, erklärte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke jüngst, und so ist es müßig, darüber zu spekulieren, ob und wann die herbeigesehnte Unterschrift denn nun erfolgt.

Slomkas gutes Recht

Jedoch sollte man sich vergegenwärtigen, dass auch bei Slomkas letzter Vertragsverlängerung wochenlang gepokert wurde und die lokalen Medien bereits über einen vorzeitigen Abschied spekulierten, ehe Hannovers Coach letztlich seinen Kontrakt erweiterte. Vieles deutet derzeit daraufhin, dass die Beteiligten sich auch dieses Mal einigen werden - und es ist Slomkas gutes Recht, die für ihn bestmöglichen Bedingungen auszuhandeln.

Die Kirche im Dorf lassen

Auch sportlich sollte man die Kirche im Dorf lassen. In der Saison 2009/10 schien die damalige graue Maus 96 noch auf dem sicheren Weg in die zweite Liga, inzwischen spielt man in der dritten Spielzeit in Folge um die Teilnahme am internationalen Wettbewerb. In der Europa League marschiert Hannover von Sieg zu Sieg, auch wenn man dabei wiederholt das Glück auf der eigenen Seite hatte.

Medien und Teile der 96-Fans sollten sich vor Augen führen, wo 96 herkommt. Bei den letzten beiden Heimauftritten des Teams waren nicht zu überhörende Pfiffe zu vernehmen, die das Team schlichtweg nicht verdient hat. „Unsere Erwartungen als Spieler sind hoch. Die der Zuschauer auch. Aber die Pfiffe kann ich nicht so ganz nachvollziehen“, brachte es Keeper Ron-Robert Zieler nach dem 1:2 gegen den SC Freiburg am vergangenen Samstag auf den Punkt.

Zieler kritisiert Pfiffe

Dennoch gab es auch schon beim durchwachsenen 3:2 gegen Helsingborgs IF recht laute und deutliche Unmutsbekenntnisse der Zuschauer - der von Martin Kind oft so gescholtene harte Kern in der Nordkurve ausdrücklich ausgenommen. Die vom Präsidenten gerne als Problemfans abgestempelten Anhänger standen stets von der ersten bis zur letzten Minute hinter dem eigenen Team.

Das war allerdings nicht bei allen Stadionbesuchern der Fall - und das wurmt Zieler: „Die Fans müssen uns unterstützen, wie sie das meistens ja auch sehr gut tun.“

Das Rauten-Problem

Gewurmt hatte Mirko Slomka auch seine taktische Marschroute gegen Freiburg. In der Vorwoche beim VfB Stuttgart hatte der 96-Trainer beim Halbzeitstand von 0:2 auf ein 4-4-2 mit Raute umgestellt, Hannover drehte die Parte noch und gewann 4:2. Dieses System fand nun auch gegen Freiburg seine Verwendung, Slomka brachte erneut nur einen statt zwei defensive Mittelfeldspieler - ein Fehler, wie er nach Abpfiff eingestand.

Denn gegen Freiburg fand Hannover „nie so recht ins Spiel“, wie Mario Eggimann richtig erkannte. „Wir wollten das System aus dem Stuttgart-Spiel wieder verwenden, aber der Gegner hat uns nicht ins Spiel kommen lassen und es uns unheimlich schwergemacht.“ So ganz freiwillig hatte Slomka ohnehin nicht auf die Raute gesetzt, Manuel Schmiedebach war vor dem Spiel zu spät zum vereinbarten Treffpunkt gekommen und daher aus der Startelf geflogen, so dass Christian Schulz als alleiniger „Sechser“ auflief.

Sakai überfordert

Aber die Niederlage gegen Freiburg hatte auch noch andere Gründe, der verletzungsbedingte Ausfall von Steven Cherundolo etwa. Für den US-Amerikaner rückte Hiroki Sakai in die Startelf, der viel zu nervös und unsicher agierte. Jan Schlaudraff entschied sich zumindest im ersten Durchgang zu häufig für den komplizierten Ansatz, anstatt es auch mal mit dem einfachen Pass zu probieren. Didier Ya Konan agierte häufig viel zu eigensinnig, übersah ein ums andere Mal die besser postierten Mitspieler.

„Zu Hause wieder eine Macht werden“

Alles Dinge, für die es eine Lösung gibt. Entsprechend optimistisch sollte man in Hannover in die Zukunft blicken, zumal man die nächste Aufgabe beruhigt angehen kann. Am Donnerstagabend ist Twente Enschede in der AWD-Arena zu Gast, eine Niederlage wäre angesichts der bereits erreichten Qualifikation für die nächste Runde kein Beinbruch. Da kann auch der Ausfall des gesperrten Lars Stindl und des angeschlagenen Mame Diouf verkraftet werden.

Dennoch stellt Zieler klar: „Wir sind zwar schon durch, aber wollen Erster werden.“ Zumal 96 die ein wenig ins Wanken geratene Heimstärke wiedererlangen will: „Es ist ärgerlich, dass wir das zweite Heimspiel verloren haben“, so Zieler mit Blick auf die Niederlage gegen Freiburg, „wir müssen zu Hause wieder eine Macht werden“. Das soll im Idealfall schon Enschede zu spüren bekommen.

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