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Frank Baumann: Allofs-Nachfolger, Azubi oder Teilzeit-Lösung?

Vor zwei Tagen meldeten Medien den Ex-Profi als fixen Erben von Allofs, nun scheint alles etwas komplizierter. Dennoch ist Baumann Anwärter auf eine wichtige Rolle im Verein.

Bremen. Ein interessanter Aspekt von Werder Bremens bisheriger Suche nach einem Nachfolger für Klaus Allofs: Sämtliche Namen der potenziellen Kandidaten beginnen mit B. Der Reihe nach: Dietmar Beiersdorfer? Hat abgesagt. Marco Bode? Wurde gerade in den Aufsichtsrat gewählt und will wohl hinter den Kulissen verbleiben. Rune Bratseth? War zuletzt Projektmanager für ein Festival in Trondheim. Bleibt Baumann, oder „Baumi“, wie ihn die Fans nannten, als er noch als Kapitän bei Werder wirkte.

Keine hundert Prozent Vertrauen

Die nach Karriereende 1999 als Assistent von Allofs ins Management des Vereins gewechselte Vereinsikone wurde nun gestern von der Welt bereits als Erbe vorgestellt, ein Geschäftsführer werde noch gesucht, hieß es dort. Doch über die genaue Rolle Baumanns scheint man sich noch nicht im Klaren zu sein, es solle auf jeden Fall eine „wichtige“ werden, so Lemke. Traut man dem 37-Jährigen den Job an der Weser nicht zu?

Thomas Schaaf wiegelte ab: Auf der Bank solle Baumann nicht sitzen, keine Interviews nach Spielen geben, das sei „nicht sein Part“, kommentierte der Coach, der dann jedoch eine längere Lobeshymne folgen ließ, eine tolle Entwicklung habe sein ehemaliger Schützling genommen. Derzeit ist Baumann eine Interimslösung, die allerdings dauerhaft übernehmen könnte - wenn man ihm vertraut.

Interimslösung - und erster Ansprechpartner

Fest steht: Die „große Lösung“ Beiersdorfer, also jemand, der Geschäftsführung und sportliche Leitung übernommen hätte, wurde zuerst gefragt. Doch Baumann ist wohl in jedem Fall Kandidat für den sportlichen Bereich, scheint derzeit noch unter Beobachtung, doch in einem Verein, der stets auf Tradition und die Integration von ehemaligen Spielern setzte, wäre er an sich eine logische Wahl.


Mit Nürnberg in Liga zwei gegen Pauli, mittig ein gewisser Holger Stanislawski

Steile Karriere in Grün-Weiß - im zweiten Anlauf

Seine Profikarriere begann der gebürtige Würzburger in Nürnberg, von wo er den Wechsel an die Weser 1999 vollzog, nach Aufstieg und tragischem Abstieg, dazu wider Willen: Er wäre gerne geblieben, doch Nürnberg verpasste den Klassenerhalt um ein Tor, in der 89. vergab er im letzten Spiel eine Großchance. Als angehender Nationalspieler entschied er sich danach für die erste Liga und Werder. Es war nicht die erste Anfrage aus Bremen – schon Jahre zuvor hatte Baumann ein Angebot abgelehnt und sich dafür gar schriftlich beim Verein entschuldigt. Dann klappte es jedoch, und als erster von Schaaf geholter Spieler überhaupt war sein Verhältnis zum Coach von Beginn an von Vertrauen geprägt. Nur ein Jahr später war er schon Kapitän, blieb dies bis zum Karriereende.


Das Double-Jahr 2004

Als gelernter Mittelfeldspieler wechselte er in Nürnberg in die Abwehr, kam auch als Verteidiger nach Bremen, doch fand dann bei Werder sein Glück wieder im defensiven Mittelfeld, wo er strategisch, umsichtig und unauffällig wirkte und sich in die Herzen der Fans spielte. Die zuletzt erfolgreichste Zeit der Grün-Weißen mit dem Double 2003/04 und der glanzvollen Zeit in Europa bis hin zum DFB-Pokalsieg 2009 stand unter seinem Stern, er spielte zwei Weltmeisterschaften, wenn auch mit wenig Einsatzzeit, und die EM 2004.


Abschied mit dem DFB-Pokal 2009

Dazu stand er mit Werder im letzten Profijahr im Finale des UEFA-Cups, das unglücklich nach Verlängerung verloren ging, holte zum Abschluss noch einmal den DFB-Pokal gegen Leverkusen. Danach hängte er die Fußballschuhe an den Nagel, auch, weil der Körper nicht mehr richtig mitmachte und wechselte direkt in die Geschäftsstelle des Vereins an die Seite von Klaus Allofs.

Frank Baumann ist eine treue Seele: Nur zwei Vereine stehen in seiner Vita, das gibt es nicht oft im Profigeschäft. Und es sieht schon so aus, als würde er seinen Weg an der Weser weiter gehen. Nicht spektakulär, aber abgeklärt und Schritt für Schritt, ganz „Baumi“-like eben.

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