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Der chilenische Nationalspieler hat sich in Turin bestens eingewöhnt. Sein Spielstil sorgt dafür, dass einige Klubs aus England ein Auge auf den Mittelfeldspieler geworfen haben.

Turin. Ein Blick auf Mittwoch, den 19. September 2012: Der FC Chelsea trifft am ersten Champions-League-Spieltag auf Juventus Turin. In der 29. Minute kann Juve-Mittelfeldspieler Arturo Vidal den verlorenen Ball von Chelsea-Verteidiger Branislav Ivanovic aufnehmen und spielt ihn nach vorne auf Mirko Vucinic. Die vergebene Chance des Stürmers ist ärgerlich, doch noch viel schlimmer ist die Tatsache, dass sich Vidal verletzungsbedingt am Boden befindet. Nur zwei Minuten später nutzt Chelsea-Neuzugang Oscar die Überzahl und erzielt das 1:0. Weitere 120 Sekunden später markiert der Brasilianer mit dem zweiten Treffer die vermeintliche Vorentscheidung.

Doch Vidal, mittlerweile wieder auf dem Platz, hat ganz andere Ideen im Kopf. Wieder zurück auf dem Platz bringt er Juventus wieder zurück ins Spiel. Es dauert gerade einmal etwas mehr als fünf Minuten nach seiner verletzungsbedingten Pause, ehe er aus knapp 16 Metern mit seinem linken Fuß den 1:2-Anschlusstreffer über die Linie drückte. Den Schmerz in seinem Knöchel ignorierte Vidal, einzig das Vorhaben, schnell wieder für Juventus am Ball zu sein, trieb ihn wieder an.

Dieser Neun-Minuten-Ausschnitt aus dem 2:2-Unentschieden an der Stamford Bridge wird zu einer besonderen Periode in der bisherigen Saison der Alten Dame. Der 25-Jährige, dessen Haltung die treibende Kraft hinter der Turiner Meisterschaft der Vorsaison war, ließ sich von einem angeschlagenen Knöchel nicht stoppen, um auch auf europäischer Ebene für Furore zu sorgen. Dieses Attribut des Chilenen macht ihn zu dem Spieler, der in Europa für Aufsehen sorgt und der vor allem in der englischen Premier League Begehrlichkeiten weckt.

„JUVE WIRD IHN NICHT VERKAUFEN UND VIDAL IST GLÜCKLICH“

ITALIEN-BLICK

„Als Manchester City einen Vorstoß wagte, sagte Juventus ganz klar: Nein, danke! Der Spieler ist nicht zu verkaufen. Vidal ist zudem sehr glücklich in Turin und möchte dort auch weiterhin spielen. In der ersten Elf von Juve hat er seinen Platz sicher. Dinge können sich aber schnell verändern, doch Manchester City ist nach den aktuellen Leistungen in der Champions League nicht gerade in der besten Verhandlungsposition. Ich glaube, dass die Bianconeri aktuell nichts aus Manchester zu fürchten haben.“

Vittoriio Campanile, Goal.com-Italien, Chef-Redakteur
ARTURO VIDAL
Seit diesem Abend im Westen Londons erlebte Vidal die vielleicht schwierigste Zeit in Turin, seit seinem Wechsel von Bayer Leverkusen nach Italien. In den letzten Wochen erinnerten seine Leistungen aber wieder an die aus dem Vorjahr, als Juventus italienischer Meister wurde.

Während Juves Scudetto-Jagd machte er mehr Tacklings (133) als die Mittelfeldkollegen Andrea Pirlo (57) und Claudio Marchisio (59) zusammen. Hinzu kamen auch noch sieben Tore. Seine Leistung im Gastspiel beim FC Chelsea verdeutlicht nur noch mehr, dass er das Zeug hat, mit den besten Spielern Englands mitzuhalten.

Mit fünf Serie A-Toren und acht Treffern in allen Wettbewerben, ist Vidal in der vereinsinternen Scorer-Liste ganz vorne. Diese Statistik zeigt, dass Vidal längst das Herzstück im Team von Antonio Conte und dem Team ist, das nur zwei von den letzten 59 Spielen verlor.

Es ist seinem Einsatz zu verdanken, dass er den Ball behaupten und verteilen kann. So ist es Juve möglich, ein Pressing zu spielen, das sehr an den englischen Fußball erinnert. Vidal legt den Grundstein, der das Spiel von Pirlo bestimmt - so wie einst beim AC Mailand, als Pirlo mit Gennaro Gattuso einen richtigen Abräumer hinter sich hatte.

Vidals Fähigkeiten sind vielseitig und sie machen vieles möglich. Es war daher nicht überraschend als Goal.com erst kürzlich vermelden konnte, dass Manchester Citys Roberto Mancini ein Auge auf ihn geworfen hat. Auf der Suche nach einem starken Mann für die Zentrale ist der ehemalige Spieler von Colo-Colo ein Wunschkandidat.

Doch die Wahrheit ist, dass Juventus einen großen Fehler begehen würde, wenn man den Chilenen ziehen lassen würde. Seit seiner Ankunft in Turin hat er für Juventus eine enorm wichtige Rolle eingenommen. Die Renaissance der Turiner hat auch mit Vidal zu tun. Einen Ersatz für den ehemaligen Spieler von Bayer Leverkusen zu finden, wäre vor allem ein finanzieller Großaufwand. Das Preisschild für einen Spieler, der nur halb so gut wäre, würde schon eine enorm hohe Summe aufweisen.

Doch ein weiterer Formanstieg von Vidal ist auch damit verbunden, dass das Interesse von anderen europäischen Klubs, vor allem aus der englischen Premier League, steigen wird. Daran muss sich Juve gewöhnen, dass weitere Vereine mit dem Mittelfeldspieler flirten werden. Einer der besten Mittelfeldspieler der Welt kann den Fußball einer jeden Mannschaft verbessern.

 

 

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