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Am Samstag um 15:30 Uhr ist es wieder soweit. Der 1. FC Nürnberg empfängt den FC Bayern München. Nicht nur ein Bayernderby, sondern auch das Duell zweier Traditionsvereine.

Nürnberg. Es ist weder das älteste Derby noch das mit der meisten Bedeutung oder der größten Historie. Nichtsdestotrotz hat das Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Bayern München einen besonderen Stellenwert. Geografisch wie fußball-historisch.

Rekordmeister, bis der Rekordmeister kommt

Mit gleich fünf Meisterschaften in den 20er-Jahren holte sich der ruhmreiche erste Fußballclub Nürnbergs den Platz an der Sonne, den man für lange Zeit nicht mehr abgeben sollte. Es folgten weitere Titel vor und nach dem zweiten Weltkrieg. Ein letzter Titel vor Begründung der Bundesliga 1961. Dann sollten die Jahre erfolgloser werden. 1968 gab es unter Trainer Max Merkel den letzten Titel. Im Jahr darauf folgte der Abstieg. Rund 170 Kilometer südlich entstand in München derweil der neue deutsche Dominator, der sich in jedem Jahrzehnt mit diversen Titeln schmückte. Schon bald sollten die Bayern den Club als Rekordmeister überholt haben - und die Attraktion des deutschen Fußballs sein.

Legendäres 7:3

Zum wohl legendärsten Duell der beiden Teams kam es im Dezember 1967. Vor 65 000 Zuschauern im städtischen Stadion in Nürnberg empfing der Tabellenführer (Nürnberg) den Tabellenzweiten aus München. Doch was dann auf dem Rasen folgen sollte, war eine Machtdemonstration der Franken. Gegen eine namhafte Bayern-Mannschaft um Franz Beckenbauer und Gerd Müller siegte der furios aufspielende „Club“ mit 7:3. Franz Brungs erzielte für den damaligen Rekordmeister einen lupenreinen Hattrick in zwölf Minuten, traf zudem davor und danach. Fünfmal Brungs, dazu Strehl und Volkert. Die letzten zehn Minuten dienten den Münchnern sogar noch zur Ergebniskorrektur. Bis zur 80. Minute führte der FCN mit 7:1.

Letztes Spiel im Olympiastadion

Ein weiteres Stück Geschichte schrieben die beiden Vereine im Mai 2005, als sie im Olympiastadion aufeinandertrafen. Das lag weder an neun Toren noch an den Doppelpacks von Roy Makaay, Sebastian Deisler oder Samuel Slovak. Die Münchner siegten 6:3, führten zur Halbzeit 5:0, doch das blieb alles eine Randnotiz. Im Mittelpunkt stand das letzte Spiel im Münchner Olympiastadion, in welchem 1972 die Olympischen Spiele stattfanden. Der Rekordmeister sollte eine neue Heimat im Münchner Stadtteil Fröttmaning finden. Die neu für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 errichtete Allianz Arena sollte 66 000 Fans Platz bieten, künftig nationalen wie internationalen Fußball in einem modernen, engen Stadion mitzuerleben. Die Münchner verabschiedeten sich mit einigen Tränen und sechs Toren aus der alten Heimat - gegen einen großen Rivalen.



Wenn 31 Meisterschaften aufeinandertreffen

Auch am Samstag ist es also wieder soweit. Auf dem Papier ist es das Duell von insgesamt 31 Meisterschaften. Auf demselben, vielleicht etwas wertvolleren, Papier ist es aber auch ein Duell zwischen David und Goliath. Die Bayern haben ihre Dominanz mit in die Gegenwart genommen, der 1. FC Nürnberg ist, in Relation zur Vergangenheit, „nur“ ein Bundesligaklub im Mittelfeld. Doch das nimmt diesem Duell kein bisschen Brisanz. Es wird knistern, wenn die beiden Teams am Samstag das Feld betreten.

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