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Im Halbfinale der Euro 2012 schien Mario Balotelli den Grundstein für seinen Durchbruch gelegt zu haben. Doch der lässt weiter auf sich warten – fehlt bei City die Motivation?

Rom. Mario Balotelli erklärte bereits einmal in einem Interview, es sei „geiler“, das Trikot der italienischen Nationalmannschaft zu tragen als das des FC Barcelona oder von Real Madrid. Wird ihm die Einstellung nun auf dem Weg zur Extraklasse zum Verhängnis?

Das Tief nach der Euro 2012

Im ersten Spiel der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine vergab der mittlerweile 22-Jährige eine Großchance, die seine insgesamt ansprechende Leistung in der Partie gegen Spanien überschattete. Doch Balotelli gab nicht auf. Er traf gegen Irland und schnürte gegen Deutschland einen Doppelpack. Die Grundlage zum endgültigen Durchbruch des Talents war geschaffen. Trotz der bitteren 0:4-Finalniederlage gegen den Welt- und Europameister.

Doch der Mann, der nun sogar das Cover des Time Magazine ziert, ist noch immer kein Superstar geworden. Bei Manchester City ist die Konkurrenz zweifelsohne groß. Erfahrenere Spieler stehen ihm im Angriff gegenüber. Edin Dzeko, Sergio Agüero und Carlos Tevez – das ist seine namhafte Konkurrenz. Bislang überzeugte im umstrittenen Rotationssystem des Trainers Roberto Mancini nur der Bosnier – Balotelli hat es verpasst, die Schwächephase der beiden Argentinier für sich zu nutzen.

Die große Bühne Champions League verloren

Insgesamt ist der englische Meister nicht gerade nach Maß gestartet. Vor allem in der europäischen Königsklasse enttäuschten die „Citizens“ in der Todesgruppe mit Real Madrid, Borussia Dortmund und Ajax Amsterdam. Gegen die Niederländer sammelte City nur einen Punkt in Hin- und Rückspiel – eine verhängnisvolle Statistik, die den Klub und Balotelli wohl die große Bühne kosten wird.

Mit Italien herausragend

Gegen West Ham zeigte der Youngster eine gute Vorstellung und wurde vorzeitig ausgewechselt – Balotelli konnte diesen Zug seines Klubtrainers nur schwer nachvollziehen. Doch der Italiener wirkt auf dem Platz im Dress der „Citizens“ oft lethargisch und unmotiviert. Gegen Dänemark hingegen, seinem ersten Spiel für Italien seit der Euro 2012, kämpfte Mario für seine Nation und drei Punkte. Herausragend bereitete er das 1:0 durch Riccardo Montolivo vor, clever erzielte er das 3:1 und schmiss sich anschließend in wichtige Zweikämpfe.

Und das hat einen ganz bestimmten Grund. Balotelli lebt für die Nationalmannschaft. Sein großes Ziel sind Titel mit der „Squadra Azzurra“ – der Klub ist ihm nicht annähernd so wichtig. Das erklärte er auch indirekt, als er Barcelona und Madrid mit der Nationalmannschaft verglich und klar machte, dass für ihn das Trikot seines Landes mehr Reiz versprühe.

Prandelli redet auf „Supermario“ ein

Dieses Motivationsproblem ist auch Nationaltrainer Cesare Prandelli bereits ein Dorn im Auge. Vor dem Freundschaftsspiel gegen Frankreich erklärte der Coach, Balotelli müsse sich wieder auf dem Platz präsentieren: „Er muss jeden Tag im Training zeigen, dass er sich seinen Platz verdient. Er ist nicht zufrieden mit der Situation. In Parma hat er eine weitere gute Chance“, zitierte ihn die Gazzetta dello Sport.

Gegen den Weltmeister von 1998 werden die Fans wohl erstmals einen Sturm aus Balotelli und Youngster Stephan El Shaarawy bewundern dürfen. Letzterer agiert beim AC Mailand, dem Traumverein von Balotelli, und steht an der Spitze der Torschützenliste Italiens. Für „Supermario“ gilt es nun, sich abermals durch eine starke Leistung im Nationaldress für die erste Mannschaft der „Citizens“ zu empfehlen – und dann endlich durchzustarten.

EURE MEINUNG: Wie wird sich Balotelli gegen Frankreich präsentieren?
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