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„Das ist eine Krankheit“: Hannovers Déjà-vu-Erlebnis mit Happy End

96 beeindruckt und steht bereits nach vier Spieltagen im Sechzehntelfinale der Euro League. Gegen Helsingborg aber machte man sich das Leben unnötig schwer - wieder einmal.

Hannover. Es schien ein ruhiger Abend zu werden für Hannover 96. Schon früh gingen die Niedersachsen gegen Helsingborgs IF in Führung, konnten kurz nach dem Seitenwechsel nachlegen. Dann aber brach das Team nach dem Anschlusstreffer ein und fing sich sogar den Ausgleich. Einem schmeichelhaften Elfmeterpfiff war es zu verdanken, dass die „Roten“ sich am Ende gegen die Schweden doch noch mit 3:2 durchsetzten und nun bereits am vierten Spieltag der Europa Leaguein der K.o.-Runde stehen.

So waren die Gefühle nach Abpfiff gemischt. Christian Schulz musste „sehr tief durchatmen“ und wusste gar nicht, ob er sich „so riesig freuen kann“. Nicht nur für den Defensiv-Allrounder war es ein Déjà-vu-Erlebnis. Vor gerade einmal elf Tagen hatte 96 schon einmal eine 2:0-Führung verspielt, gegen Borussia Mönchengladbach setzte es sogar eine 2:3-Niederlage.

„Das ist eine Krankheit“

„Das ist eine Krankheit, die wir uns in den letzten Wochen eingefangen haben“, so Schulz weiter, „wir machen uns nach eigentlich klarem Spielstand immer wieder selber das Leben enorm schwer. Das haben wir auch diesmal wieder hingekriegt.“ Woran aber liegt es, dass Hannover in den letzten Partien immer wieder Führungen hergab? „Ich kann das nicht ganz genau erklären“, wusste auch Sportdirektor Jörg Schmadtke keine Antwort, „insgesamt war unser Spiel nach der 2:0-Führung nicht befriedigend.“

Mame Diouf hatte in den Minuten 3 und 49 für den Zwei-Tore-Vorsprung gesorgt, Nikola Djurdjic die Gäste nach einer knappen Stunde wieder ins Spiel gebracht. In der Folge begann Hannover zu wackeln, erst recht, als Alejandro Bedoya wenig später das Durcheinander im 96-Strafraum ausnutzte und zum Ausgleich einnetzte.

Die fehlende Ruhe

„Die zwei Gegentore waren viel zu einfach“, ärgere sich Steven Cherundolo über zwei Unachtsamkeiten, denen noch weitere folgen sollten. So musste Ron-Robert Zieler noch einmal gegen Alvaro in höchster Not retten, Lars Stindl dankte es ihm: „Da konnten wir froh sein, dass der Ron einen guten Tag erwischt hat.“ Dass Hannover noch einmal einbrach, hatte für den Mittelfeldmann keine konditionellen Gründe: „Wir können auch hinten raus noch marschieren“, stellte Stindl klar. „Wir müssen uns einfach ein bisschen cleverer anstellen, ein bisschen ruhiger sein.“

Der Dusel-Elfer

So gar nicht ruhig waren dann die Schweden in der 90. Minute, als Schiedsrichter Fredy Fautrel nach einem Foul am eingewechselten Artur Sobiech auf den Elfmeterpunkt zeigte - und das zu Recht. Der Pole war außerhalb des Sechzehners gefoult worden, der Unparteiische aber verlegte den Tatort in den Strafraum. Und damit nicht genug: Zunächst zeigte er Peter Larsson wegen Meckerns die Rote Karte und stellte kurz darauf auch Walid Atta wegen Meckerns vom Platz.

Die Aufregung war auf Seiten der Schweden verständlicherweise groß, Didier Ya Konan meinte gar: „Wir können uns beim Schiedsrichter bedanken.“ Szabolcs Huszti trat nach turbulenten Minuten schließlich zum Strafstoß und verwandelte mit etwas Glück, Keeper Paer Hansson lenkte den Ball noch an die Latte, von wo aus die Kugel ins Netz ging. „Selbst beim Elfmeter hatten wir Dusel“, brachte Schmadtke es auf den Punkt.

Hannovers beeindruckende Euro-League-Statistik

Unter dem Strich aber stehen drei Punkte, 96 fährt den siebten Sieg im achten Euro-League-Spiel ein - eine beeindruckende Leistung. Nun ist man bereits nach vier Spieltagen für die K.o.-Runde qualifiziert, Grund zur Freude ist das allemal: „Für die Mannschaft, für den Verein, für die ganze Stadt ist das ein Riesending“, so Stindl.

Auch Schmadtke meinte letztlich: „Man soll nicht alles in Grund und Boden reden. Es ist schön, dass wir weiter sind. Das spricht auch ein Stück weit für die Qualitäten, die wir haben - aber die haben wir heute nicht über 90 Minuten abrufen können.“ Umso schöner, wenn es trotzdem zum Sieg reicht.


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