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96 steht erstmals seit fünf Jahren wieder in der dritten Runde des DFB-Pokals. Gegen Dresden zeigten die „Roten“ zwar keinen überragenden Fußball, einen Held hatte man dennoch…

Hannover. Es war ein hartes Stück Arbeit für das Team von Hannover 96. Zweitligist Dynamo Dresden lieferte den Niedersachsen in der zweiten Runde des DFB-Pokals über 120 Minuten einen großen Kampf und war der Überraschung zum Greifen nah, letztlich aber setzte sich der Favorit im Elfmeterschießen durch - vor allem dank Torhüter Ron-Robert Zieler.

Für den Nationalkeeper dürfte es besondere Genugtuung gewesen sein, dass er am Mittwochabend zum Matchwinner mutierte. Nach einigen eher mäßigen Leistungen folgte am vergangenen Sonntag der Tiefpunkt, als Zieler gegen Borussia Mönchengladbach zweimal patzte und somit eine gehörige Portion Mitschuld an der 2:3-Niederlage seines Teams trug. Die kritischen Stimmen wurden lauter, der Gegenwind für den jungen Schlussmann rauer.

Gegen Dresden aber gab er die richtige Antwort und meldete sich eindrucksvoll zurück, konnte im Elfmeterschießen zweimal parieren und den 96ern das Weiterkommen sichern. „Ein schöner Moment“, freute sich der 96-Schlussmann nach dem Schlusspfiff. Zieler zeigte eine Leistung, mit der er die Kritiker vorerst zum Verstummen gebracht haben dürfte.

„Ich weiß, was ich kann“

Aber die Kritik hat ihn ohnehin kaltgelassen: „Das ist Fußball. Ich kenne meine Qualitäten, ich weiß, was ich kann. Ich habe nach vorne geschaut. Das Fußballgeschäft ist einfach sehr schnelllebig“, so der 23-Jährige. Die Mannschaftskollegen hatten in den 120 Minuten vor seinem großen Auftritt ein durchwachsenes Spiel gezeigt, obwohl Mame Diouf 96 bereits in der 15. Minute in Führung gebracht hatte. „Die Art und Weise war heute nicht so überzeugend“, befand Hannovers Manager Jörg Schmadtke.

96 mit durchwachsenem Auftritt

Romain Bregerie nämlich sorgte nach einer knappen halben Stunde für den Ausgleich, in der Folge tat sich der Bundesligist recht schwer. „Dresden hat die Räume sehr eng gemacht und sehr gut gestanden“, versuchte Jan Schlaudraff zu erklären, warum man das Spiel nicht schon in 90 oder 120 Minuten entscheiden konnte. Beide Teams hatten nach dem Dresdener Ausgleich diverse Chancen auf einen weiteren Treffer in der regulären Spielzeit, letztlich aber musste der Sieger im Elfmeterschießen gefunden werden.

Tipps von „Colt“ Sievers

Dass Zieler dabei gegen Anthony Losilla und Mickael Pote parieren konnte, war vielleicht auch ein bisschen einer hannoverschen Legende zu verdanken - Jörg Sievers, 96-Held beim DFB-Pokalsieg 1992 gab seinem Nachfolger den einen oder anderen Tipp: „Er hat vor dem Elfmeterschießen ein bisschen mit mir gesprochen. Er ist ja bekannt dafür, dass er mal den einen oder anderen Elfmeter gehalten hat“, so Zieler, der anfügte: „Aber letztendlich bin ich auf mich selbst gestellt und muss die Entscheidungen selber treffen. Ich habe mich zum Glück meistens für die richtige Ecke entschieden und konnte zweimal halten.“

Schmadtke freut sich über Geldsegen

So konnte 96 am Ende feiern, erstmals seit fünf Jahren zog Hannover in die dritte Runde des DFB-Pokals ein. Das ist auch Zieler nicht entgangen: „Endlich haben wir mal die dritte Runde erreicht, das ist uns die letzten Jahre ja nicht gelungen.“ Einen netten Nebeneffekt hat das Ganze übrigens auch für den Manager: „Der Einzug in die nächste Runde bringt uns 500.000 Euro ein“, so Schmadtke. Gegen die mehr als eine Million Euro, die es für den Viertelfinaleinzug gäbe, hätte der 48-Jährige sicher auch nichts einzuwenden.

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