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Der letzte Auftritt von Beginn an war lange her. Karim Matmour rutschte erstmals nach einem halben Jahr in die Startelf der Frankfurter Eintracht.

Frankfurt. Der 3:1-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen Hannover 96 hatte einen besonderen Gewinner: Karim Matmour. Der Algerier rutschte für Olivier Occean in die Startelf und wusste dabei durchaus zu überzeugen.

Kein Stammspieler

Es gibt Spieler, die schaffen es aus den verschiedensten Gründen nicht zum unangetasteten Stammspieler ihrer Mannschaft. Karim Matmour ist so einer. Weder bei Borussia Mönchengladbach, wo Matmour von 2008 bis 2011 unter Vertrag stand, noch bei Eintracht Frankfurt hatte er jenen Status jemals inne.

Dennoch gilt er bei seinen Trainern als ein Spieler, der eine unheimliche Wichtigkeit besitzt. Vornehmlich von der Bank aus vermag der Algerier mit seiner Schnelligkeit noch einmal für Impulse und einen Touch Unberechenbarkeit zu sorgen. Letzteres leider oftmals auch bei sich selbst, dann, wenn Matmour den Ball schlichtweg nicht sauber mitnimmt, oder versucht, stur mit dem Kopf durch die Wand zu rennen.

Veh: Karim ist „sehr nah dran“

Deshalb kommt der 27-Jährige aktuell auch nicht an der derzeit starken internen Konkurrenz vorbei. Takashi Inui, Alex Meier, Stefan Aigner und letztlich auch Olivier Occean in vorderster Front – sie alle haben in der Offensive klar die Nase gegenüber Matmour vorn, auch wenn Eintracht-Coach Armin Veh zuletzt durchblicken ließ, das der Algerier „sehr nah dran“ wäre, in die Startelf zu rutschen.

Im April 2012, beim Heimspiel gegen Erzgebirge Aue, stand Karim Matmour zuletzt in der Startformation der Eintracht. Öffentlich beschwert hat sich der ehemalige Nationalspieler seines Landes nie. Seine Charakterstärke – wohl ein Zug, den Veh sehr zu schätzen weiß. So spricht der Fußballlehrer beinahe ausschließlich positiv über seinen Reservisten und bescheinigt ihm ausgezeichnete Trainingsarbeit.

Krankheit spült Matmour in die erste Reihe

Wie schnell man plötzlich von der harten Ersatzbank ins Rampenlicht wechseln kann, durfte Matmour am vergangenen Wochenende erleben. Beim 3:1-Sieg seiner Frankfurter gegen Hannover 96 fand sich der Offensivspieler plötzlich in der Startformation wieder. In vorderster Front sollte er den kurzfristig erkrankten Olivier Occean ersetzen und für ordentlichen Dampf sorgen. „Man plant für das Spiel, man trainiert die ganze Woche dementsprechend und dann kommt der Occean mit seinem Brechdurchfall. Da war für mich klar, dass Karim spielt“, sagte Veh nach dem Spiel kurz und knapp zu der Situation, die sich am Vormittag des Spieltags ergab.

Trotz des kalten Wassers, in das der 27-Jährige am Samstag springen musste, machte er seine Sache mehr als ordentlich. „Karim hat richtig gut gespielt, war immer anspielbar und hat ein Tor gemacht“, gab sein sichtlich zufriedener Trainer zu Protokoll. Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen lobte den Algerier ebenfalls in den höchsten Tönen: „Karim hat aus der Stürmernot eine Tugend gemacht.“ Allesamt Aussagen, die die Wertschätzung Matmours in Frankfurt trotz des Status des Ersatzspielers deutlich machen. Immerhin stand Veh mit Erwin „Jimmy“ Hoffer ein Spieler zur Verfügung, der Occean in seiner Spielweise eher ähnelt als der Algerier.

Weitere Einsätze?

Wie auch immer – Matmour hat seine Chance genutzt und gezeigt, dass er durchaus dazu in der Lage ist, das schnelle und variable Kombinationsspiel der Eintracht mitzugestalten. Winken dem 27-Jährigen nun weitere Einsätze von Beginn an? „Das muss der Trainer entscheiden. Wir haben einen guten Kader und er hat dementsprechend viele Möglichkeiten“, sagte ein rundum zufriedener Matmour. Armin Veh wollte dazu ebenfalls wenig sagen: „Wir trainieren am Dienstag wieder, alles Andere wird man sehen.“  Das Problem des Offensivspielers: Sämtliche Kontrahenten scheinen aufgrund der starken Leistungen gesetzt.

EURE MEINUNG: Kann sich Karim Matmour bei der Eintracht doch noch durchsetzen?
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