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Nach dem verdienten Sieg gegen Hannover 96 ist die Eintracht weiter auf Erfolgskurs. Neue Ziele werden allerdings nicht ausgegeben - man setzt weiter auf ein starkes Kollektiv.

Frankfurt. Eintracht Frankfurt macht seinen Fans und vielen neutralen Beobachtern derzeit eine Menge Spaß. Was der aktuelle Tabellenzweite der Bundesliga fußballerisch zu bieten hat, ist zeitweise eine Augenweide. Gegen Hannover 96 konnte die junge Truppe einmal mehr überzeugen - ein Rückfall ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

Erfolg kein Strohfeuer

Armin Veh hat eine Philosophie: Ihm schwebt ein schnelles und offensives Spiel vor. Das hat er der jungen Eintracht-Mannschaft bereits in der zweiten Liga eingeimpft – nun setzt sein Team dasselbe in Liga eins um. Die teils hervorragenden Leistungen aus den ersten sieben Begegnungen waren nicht etwa, wie von einigen Beobachtern befürchtet, ein Strohfeuer oder gar Zufall. Die aktuellen Leistungen sind das Ergebnis akribischer Arbeit auf dem Trainingsplatz und spiegelt einen klaren Plan des Trainers.

„Ich bin einigermaßen stolz, dass meine Mannschaft gegen so eine starke Mannschaft wie 96 gewonnen hat“, sagte Eintracht-Coach Armin Veh nach der Partie und war dabei für seine Verhältnisse noch immer hin und weg vom Spiel seiner Mannschaft. Vor allem die ersten 25 Minuten dieses Samstagnachmittags hatten es den Fußballlehrer angetan. Das frühe Pressing seiner Mannschaft nannte Veh „nahezu perfekt“, den Variantenreichtum seiner Offensive „erstaunlich“. Sein Kollege Mirko Slomka gratulierte derweil artig zu einem verdienten Sieg und „beeindruckenden 25 Minuten“, denen seine Elf „nichts entgegensetzen konnte“.

19 Punkte - die Eintracht hat sich festgesetzt

„Es war klar, dass wir das hervorragende Spiel der ersten 25 Minuten nicht halten konnten“, wurde Armin Veh urplötzlich geradezu demütig und ergänzte: „Das 2:1 vor der Halbzeit war natürlich blöd. Wir haben aber gut verteidigt und weiter gefährlich gekontert. Das hat mir sehr gut gefallen.“ Gefallen dürfte dem 51-Jährigen auch der Blick auf die aktuelle Bundesligatabelle. Dort rangiert die Eintracht mit nun 19 Punkten aus acht Spielen sensationell auf dem zweiten Tabellenrang.

Die junge Truppe vom Riederwald ist nun zweifelsfrei erst einmal ganz oben dabei - zurecht. Schon alleine die Tatsache, wie die Mannschaft auf die erste Saisonniederlage in Mönchengladbach reagiert hat, lässt erahnen, dass ein nennenswerter Einbruch nicht zu erwarten ist. Die Meiers, Schweglers, Inuis und Rodes wirken gefestigt und wissen, was auf dem Platz zu tun ist. „Wir müssen einfach weiterspielen, wie wir es bisher gemacht haben“, gab der starke Rechtsverteidiger Sebastian Jung die Marschrichtung für die nächsten Aufgaben. „Wir müssen weiter auf unser starkes Kollektiv setzen“.

Niemand nimmt sich wichtiger als er ist

Apropos Kollektiv: In Frankfurt nimmt sich, anders als in so manchem den eigenen Ansprüchen hinterherhinkenden Bundesligateam, keiner wichtiger als er ist. Auf dem Platz steht jeder Spieler für den anderen ein, kämpft jeder um den verlorenen Ball des Kollegen und motiviert, anstatt zu lamentieren. Diese Mentalität ist für die Mannschaft von Armin Veh eine Art Waffe geworden. Nach dem 2:1-Anschlusstreffer hat genau dieser Spirit das Team vor einem durchaus möglichen Ausgleichstreffer bewahrt.

„Bei einem Unentschieden wäre ich auch nicht unglücklich gewesen“, konstatierte Veh und wies noch einmal auf die Stärke des Gegners hin – wohlwissend, dass das Kollektiv seiner Elf einmal mehr den Unterschied machte an diesem Nachmittag. Auf die Frage, ob man in der Mainmetropole nun neue Ziele ausgeben wird, sagte Veh: „Nein. Wir wären ja total verblödet. Wir nehmen die 19 Punkte gerne mit, wollen ordentlich kicken und weiter punkten. Wozu das dann reicht, wird man sehen.“

Keine neuen Ziele

In einer derart ausgeglichenen Liga, in denen oftmals marginale Dinge über Sieg oder Niederlage entscheiden, verfügt die Eintracht mit ihrer Geschlossenheit über eine große und vor allem gefestigte Stärke. Neue Ziele braucht man nicht am Riederwald, die jüngere Vergangenheit verbietet dies geradezu. Träume sind indes erlaubt. Bei nun 19 Punkten, einer hervorragenden Spielanlage und einer intelligent agierenden Defensive ist für die Eintracht tatsächlich vieles möglich.

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