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Goal.com veröffentlicht exklusive Auszüge aus Richard Fitzpatricks Buch „El Clasico: Barcelona v Real Madrid, Football's Greatest Rivalry“. Diesmal geht es um Vicente del Bosque.

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Vicente del Bosque wurde im Jahre 1950 geboren in Salamanca, einer altehrwürdigen Universitätsstadt, geboren. Salamanca ist eine kleine schöne Stadt nahe der Grenze zu Portugal. Das Stadtzentrum, klein und schmal, ist voller Straßen, die an längst vergangene Zeiten erinnern. Geschmückt von Villen und einigen Palästen.

Der Vater von Del Bosque war ein Arbeiter bei der RENFE, der spanischen Eisenbahngesellschaft. Er war Gewerkschafter, den Kopf voller radikaler und progressiver Ideen. Politisch gesehen war er Republikaner. Während des Bürgerkriegs wurde er in der Nähe der baskischen Stadt Mingilla von Francos Truppen gefangen genommen. Sie beschuldigten ihn, ein Roter, ein Kommunist zu sein. Kein anderes Vergehen hat er sich zu schulden kommen lassen, dies war genug ihn zu verhaften. In den nächsten drei Jahren sollte er im Baskenland, in Alava, hinter Gittern sitzen. Später sagte Del Bosque, sein Vater habe damals eine schwere Zeit durchlebt.

Del Bosque verbrachte den Großteil seines Lebens bei Real Madrid. Er kam als Teenager zu den Madrilenen, als er in das erste Team berufen wurde, blieb er nahezu ein Jahrzehnt scheinbar verborgen. Joan Golobart, ein ehemaliger Spieler von Espanyol und heutiger Kolumnist, spricht von ihm als „Organisator.“

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere wechselte er in den Trainer- und Betreuerstab und bewies dort sein Organisationstalent. Er wohnte in einem Apartment, dass so nahe an dem Trainingsgelände war, dass er mit der Uhr stoppen konnte, wer wie pünktlich zu den Einheiten erschien.


Made in Madrid | Del Bosque arbeitete mit Fernando Hierro im Santiago Bernabeu

In den 1990er Jahren sprang er zweimal als Interimscoach des ersten Teams ein. Dann im Jahre 1999, nachdem John Toshack entlassen wurde, kam die große Beförderung zum Fulltime-Cheftrainer. Del Bosque war ein wahrer Glücksgriff für die Hauptstädter, führte die damaligen „Galaktischen“ zu zwei Erfolgen in der Champions League und mehreren nationalen Titeln.

Glaubt man dem Real Madrid-Spieler Sergio Ramos, der unter del Bosque in der Landesauswahl spielt, ist der Weltmeistertrainer „psychologisch raffiniert.“ Er geht kollegial mit seinen Spielern um. Das fehlende Ego war in der Zeit von Figo, Zinedine Zidane und dem Brasilianer Ronaldo sicher sehr hilfreich, gab es doch genug Raum für die Egos der Spieler.

In der Halbzeitpause redet er nur ein oder zwei Minuten. Spieler sagen ihm nach, er erhob nie die Stimme oder kritisierte einen Spieler vor der Gruppe. Würde man versuchen, seine Emotionen zu analysieren, wenn er an der Seitenlinie steht, wäre dies eine Aufgabe, die wenig Erfolg bringen würde. Er ist undurchschaubar. Man könnte auch eine Kuh auf dem Feld beobachten.

Auch wenn er damit Erfolg hatte, war sein Klub nicht immer ein Freund davon. Nach vier Spielzeiten - am Abend nachdem Real Madrid erneut spanischer Meister geworden war - wurde er gefeuert. Er erfuhr es, als er auf einen TV-Auftritt wartete.


Nach vier Spielzeiten - am Abend nachdem Real Madrid erneut spanischer Meister geworden war - wurde er gefeuert. Er erfuhr es, als er auf einen TV-Auftritt wartete.


Warum wurde er gefeuert? Er war ein alternder Trainer, der nicht in den modernen marketingorientierten Businessplan Reals passen sollte. Klubpräsident Florentino Perez verhielt sich wie ein großer Hollywoodstudio-Boss. Der Verein hatte gerade seinen größten Star, David Beckham, verpflichtet und verkaufte seine Trikots mit einem riesigen Eifer. Del Bosque, ein loyaler Soldat früherer Zeiten, war passé.

„Del Bosques Profil ist ein sehr traditionelles“, sagte Perez damals in einer Pressekonferenz. „Wir suchen jemanden mit mehr Gefühl für Taktik, Strategie und körperlicher Vorbereitung. Wir glauben, dass diese Mannschaft, die wir aufbauen wollen, von einem Trainer mit einem anderen Charakter geführt werden sollte. Del Bosque zeigte Anzeichen von Ermüdung und ich möchte in dieser Sache auch aufrichtig sein - wir denken, er ist nicht der richtige Trainer für die Zukunft.“

Del Bosque bekannte, dass er nie wieder zu Real Madrid zurückkehren wird. Die Gründe, die ihm in seinem letzten Interview als Coach vorgelegt wurden, brachten ihn nur in Rage: „Der Fakt“, so sagte er, „dass irgendein Wichtigtuer in feinen Schuhen zu mir kommt und mir sagt, ich müsse 'modern' werden, hat mich wirklich angekotzt.“


Del Bosque bekannte, dass er nie wieder zu Real Madrid zurückkehren wird. Die Günde, die ihm in seinem letzten Interview als Coach vorgelegt wurden, brachten ihn nur in Rage: „Der Fakt“, so sagte er, „dass irgendein Wichtigtuer in feinen Schuhen zu mir kommt und mir sagt, ich müsse 'modern' werden, hat mich wirklich angekotzt.“


Del Bosque wurde gegen einen sprachbegabten Mann mit einer gesunden Bräune ausgetauscht. Aber Carlos Queiroz, ehemalige Nummer zwei von Sir Alex Ferguson, schaffte es nicht, Perez eine Trophäe zu überreichen. Nach ihm folgten mehrere kurzfristige Nachfolger bis sich der Klub für Jose Mourinho entschied.

Jahre später kehrte Del Bosque noch einmal ins Bernabeu zurück. Im März 2011 wurde ihm gemeinsam mit Placido Domingo und Rafael Nadal die Ehrenmitgliedschaft der „Königlichen“ verliehen. Doch über Jahre hinweg fühlte er sich sehr unwohl, ging mit seiner Familie kaum in das Stadion. Schuld daran waren die Umstände seines Abschieds, die sogar eine Ehrenmitgliedschaft erschwerten.

„Del Bosque wird geliebt, weil er die Werte der Mäßigung, Vernunft und des Zusammenhangs repräsentiert“, sagt Santiago Segurola, einer der führenden spanischen Fußballkolumnisten. „Er ist eine ungemein interessante Figur und ein Madridista bis in den Tod. Er hat dem Klub mehr als 30 Jahre lang gedient. Er trainierte die Mannschaft, gewann die Liga und die Champions League, die Weltmeisterschaft, ist aber vom Rest der Welt angesehener als in den Führungsetagen Reals.“

„Als Florentino Perez ihm die Ehrenmedaille übergab, wäre es das Normalste der Welt gewesen, es im Mittelkreis des Bernabeu zu machen. Die Leute hätten sich erhoben und einem großen Madridista applaudiert, doch dies geschah nicht. Ich denke, Real Madrid ist ein Klub, der spaltet.“

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