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Die „Squadra Azzurra“ tut sich in der Qualifikation zur WM 2014 noch schwer. Nun kehrt Mario Balotelli zurück – doch Probleme hat Italien an allen Ecken und Enden.

Rom. In der Saison 2012/2013 bekleckerten sich die Klubs der Serie A bislang nicht gerade mit Ruhm. In der Champions League wusste Juventus bisher nur gegen Chelsea zu überzeugen, während der AC Mailand einen Stolperstart hinlegte. Auch die italienische Nationalmannschaft hatte ihre Probleme. An den kommenden Spieltagen der WM-Qualifikation muss die „Squadra Azzurra“ gegen Armenien und Dänemark ran. Der Kader deutet mittlerweile – unglaublich, aber wahr – eher auf Probleme in der Defensive als in der Offensive hin. Auch im Angriff ist allerdings nicht alles Gold, was glänzt.

Youngster und Superstar treffen sich im Sturm

Stephan El Shaarawy ist derzeit der Shootingstar der italienischen Liga und weiß im Dress des AC Mailand endlich auch mit seiner Torquote zu überzeugen. Indes hat es Mario Balotelli bei Manchester City schwer. Der Star der EM 2012 kommt unter Trainer Roberto Mancini ob der ständigen Rotation nur selten zum Zug – und wenn er seine Chance bekommt, nutzt er diese nur selten. Bezeichnend, dass der mittlerweile 22-Jährige in dieser Saison bislang erst einen Treffer erzielt hat. Gemeinsam in einem Team mit Sergio Agüero, Carlos Tevez und Edin Dzeko wird es für „Supermario“ dieses Jahr besonders schwer.

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Als einer der wichtigsten Akteure der „Azzurri“ während der EM kann Prandelli allerdings aus gutem Grund nicht auf seinen Superstar verzichten. Balotelli könnte im blauen Dress wieder Selbstvertrauen tanken – damit er sich im anderen blauen Dress seine Nominierung wieder redlich verdient. Ohnehin haben viele Experten und Fans den Eindruck, dass Balotelli bei der Nationalmannschaft mehr Einsatz zeigt als für seinen Klub.

3-5-2


Buffon
Barzagli Bonucci Chiellini
Abate Montolivo Pirlo Marchisio Criscito
Balotelli El Shaarawy

Ehemaliges Prunkstück in Scherben

Im EM-Finale gab es für die italienische Nationalmannschaft rein gar nichts zu lachen. Das Team wurde mit 0:4 gegen Spanien nach Hause geschicht. Tränen flossen zu Genüge. In den ersten beiden Spielen nach dieser harten Niederlage kassierten die Italiener aber wieder jeweils zwei Tore. Es ist mittlerweile die Defensive, die den Tifosi Sorgen bereitet. Die großen Namen wie Cannavaro, Maldini oder Nesta fehlen mittlerweile. Giorgio Chiellini ist der aktuelle Superstar in der Kette, aber auch er ist noch weit vom Legendenstatus seiner Vorgänger entfernt.

Zusätzlichen Halt in der Defensive verspricht seit Jahren Daniele De Rossi. Der von Manchester City umworbene 29-Jährige fällt abermals verletzt aus und hinterlässt eine Lücke, die ohne Qualitätseinbußen nicht zu schließen ist.

Mit Domenico Criscito feiert ein wichtiger Linksverteidiger seine Rückkehr. Der 25-Jährige von Zenit Sankt Petersburg wurde wegen des Verdachts auf Spielmanipulation vorsorglich aus dem Kader für die Europameisterschaft gestrichen. Auf ihm liegen die Hoffnungen, genau wie auf Angelo Ogbonna, der verletzungsbedingt jedoch bereits zurück nach Turin gereist ist. Zwei Jahre haben die Mannen von Prandelli nun Zeit, sich endgültig einzuspielen – in der Hoffnung, nicht wie 2012 kurzfristig auseinandergerissen zu werden.

Die Serie A stellt auf Dreierkette um

Gerade stellt fast die gesamte italienische Liga auf eine Dreierkette um, wie sie Italien im ersten Spiel der Euro 2012 gegen Spanien aufgeboten hat. Im „Derby della Madonnina“ trat überraschenderweise erstmals auch der AC Mailand in der 3-5-2-Formation an. Die „Rossoneri“ mussten sich in einer engen Partie 0:1 geschlagen geben.

4-3-1-2


Buffon
Abate Barzagli Chiellini Criscito
Montolivo Pirlo Marchisio
Verratti
Balotelli El Shaarawy

Auf welches System setzt Prandelli?

Cesare Prandelli hatte schon vor der Europameisterschaft eben diese Dreierkette und das altbewährte 4-3-1-2 im Sinn und ließ diese Formationen auch über das gesamte Turnier spielen. Immer wieder deutete er an, dass die Mannschaft noch nicht reif für ein 4-3-3 sei – daran wird sich auch seit der bitteren 0:4-Niederlage gegen Spanien nichts geändert haben. Für dieses System arbeiten die Angreifer zu wenig nach hinten.

Gegen Armenien und Dänemark wird der italienische Nationaltrainer also auf die den Spielern bereits bekannten Systeme setzen. Die schwächeren Armenen dürfen wohl mit dem 4-2-3-1 rechnen, während die Fans gegen Dänemark durchaus auch die Dreierkette zu sehen bekommen könnten. Wichtig ist mittlerweile tatsächlich vor allem, dass die „Azzurri“ hinten sicher stehen.

Große Zukunft in Sicht

BUFFON: WIR FOLGEN PRANDELLI

Bei all der Ungewissheit darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass die Italiener viele große Talente in ihren Reihen haben. Mit El Shaarawy und Balotelli werden wohl zwei davon von Anfang an gegen Armenien und/oder Dänemark stürmen. Marco Verratti wird bereits jetzt als Nachfolger von Andrea Pirlo gehandelt und spielt unter Carlo Ancelotti bei Paris Saint-Germain eine große Rolle.

Angelo Ogbonna könnte die Sorgen in der Abwehr lindern, welche die einstigen Supertalente Leonardo Bonucci und Andrea Ranocchia hinterlassen haben, als sie die Erwartungen nicht erfüllten. Mit Criscito kehrt ein wichtiger Baustein für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien zurück. Und in der U21 schlummert noch ein Talent wie Lorenzo Insigne vom SSC Neapel.

Prandelli hat nun genug Zeit, eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen. Das Material hat er - und dass er die Fähigkeit dazu hat, war bereits bei der EM zu sehen. Bei einer WM braucht es dann allerdings auch das nötige Quäntchen Glück - und zunächst einmal steht die Qualifikation im Vordergrund.

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