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96 ist nach dem Sieg gegen Levante auf Kurs Richtung K.o.-Runde. Dabei begann die Partie denkbar ungünstig - die „Roten“ aber zeigten große Moral und legten einen Kraftakt hin.

Hannover. So ganz schien Schiedsrichter Liran Liany in der zehnten Minute des Europa-League-Spiels zwischen Hannover 96 und UD Levante nicht auf der Höhe zu sein. Der Unparteiische hatte gerade auf Elfmeter für die Gäste entschieden und wollte den Verursacher des Feldes verweisen - zeigte die Rote Karte aber nicht etwa Karim Haggui, sondern Mario Eggimann, der die Welt nicht mehr verstand.

Schließlich war es der Tunesier, der den sich theatralisch fallen lassenden Theofanis Gekas kurz gehalten und so den Elfmeter verursacht hatte. Immerhin sah Liany sein Versehen ein, nahm den Platzverweis für Eggimann zurück und hielt Haggui den Roten Karton unter die Nase. „Elfmeter ja, die Rote Karte war meiner Meinung nach ein Tick zu hart“, kommentierte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke die Szene später. Michel war das alles egal, Levantes Spielmacher behielt die Nerven und netzte zum 1:0 für die Spanier ein.

Huszti bringt Hannover wieder auf Kurs

Ein denkbar ungünstiger Start für 96, das bis dahin das klar spielbestimmende Team war, nun aber in Unterzahl einem Rückstand hinterherlaufen musste. „Wir sind gut reingekommen, nach dem Elfmeter und dem Platzverweis war es dann schwierig“, befand Lars Stindl. Hannover aber steckte nicht auf und schlug schnell zurück. Zunächst wurde den Niedersachsen noch ein Strafstoß verwehrt, als Mario Eggimann im Strafraum gezogen worden war, in der 21. Minute aber zeigte Liany auf den Punkt - Szabolcs Huszti tauchte nach einem Konter im Strafraum der Gäste auf und provozierte ein Handspiel von Levantes Vicente Iborra, der Ungar verwandelte den fälligen Elfmeter sicher.

Zieler rettet die drei Punkte

Kurz nach dem Seitenwechsel war es dann Didier Ya Konan, der nach Vorarbeit von Lars Stindl zum 2:1 traf und sein Team in einem hitzigen Spiel auf die Siegerstraße brachte. „Ein wichtiges Tor“, kommentierte der Ivorer seinen Treffer trocken. Weil Ron-Robert Zieler noch zweimal glänzend reagierte, brachten die Hannoveraner die Führung über die Zeit. „Es war schön zu sehen, dass wir uns nicht aufgegeben haben“, freute sich der 96-Keeper anschließend, „das war eine geschlossene Mannschaftsleistung und einfach großartig“.

„Manchmal braucht man außergewöhnliche Situationen“

Schmadtke pflichtete ihm bei: „Es wurde relativ schnell ein echt kompliziertes Spiel. Wir haben aber die Rote Karte und den Rückstand schnell weggesteckt.“ Man habe „über weite Strecken gar nicht gesehen, dass wir nur zu zehnt waren und am Ende haben wir das Spiel auch verdient gewonnen“, brachte er es auf den Punkt. Woher die 96er die Kraft genommen haben, in Unterzahl derart zurückzukommen? „Manchmal braucht man solch außergewöhnliche Situationen, um dann wirklich an die Grenzen gehen zu können“, so Schmadtke.

Vier Punkte aus zwei Spielen

Stindl sah das ähnlich: „Dass wir so ein Spiel noch gedreht haben, zeigt, dass wir Moral in der Truppe haben. Aber es war ein hartes Stück Arbeit.“ Die harte Arbeit hat sich gelohnt, mit vier Punkten aus zwei Spielen führt 96 nun die Tabelle der Europa-League-Gruppe L an und ist auf Kurs Richtung K.o.-Runde. Wer sich derart zurückkämpft, dem ist auch in diesem Jahr Einiges zuzutrauen. Schließlich hat das Team von Mirko Slomka mit dem Viertelfinaleinzug im letzten Jahr schon gezeigt, dass man mit den „Roten“ auch international rechnen muss. Und gegen ein erneutes Europapokal-Märchen hat in Hannover sicher niemand was einzuwenden.

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