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Vor dem Duell auf Schalke: Montpellier will auf dem Höhepunkt bleiben

Wenn der bekannteste Mann des Vereins der Präsident ist, sagt das schon viel aus. Doch die Spieler der Südfranzosen wollen sich nun auf dem Platz einen Namen machen.

Paris. Die Zeiten ändern sich – nicht nur im französischen Fußball. Die Schlagzeilen im Land des Weltmeisters von 1998 beherrscht im Moment Paris Saint-Germain, das sich mit Millionen-Investitionen an die Spitze der einheimischen Liga, der Ligue Un, kaufen möchte. Mit Hilfe des Geldes aus Katar und der Tore von unter anderem Zlatan Ibrahimovic greift die PSG groß an – und zielt auf die Nachfolge des Teams aus Montpellier.

Titel-Premiere

Noch nicht einmal ein halbes Jahr ist es her, da sicherte sich der Klub aus der Stadt nahe der Mittelmeerküste zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte die Meisterschaft und trat die Nachfolge der Mannschaft aus Lille an, die nach 57 Jahren des Wartens den Titel holte. Montpellier und Lille sind zwei Beispiele dafür, dass sich etwas in Frankreichs Fußball tut. Zwischen 2002 und 2008 hieß der Meister immer Olympique Lyon, doch die Vormachtstellung von OL ist vorüber – und in den vergangenen vier Jahren gab es in der Ligue Un vier unterschiedliche Champions.

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Der Präsident gibt den Ton an

Ganz klar auf dem Weg nach oben ist dabei Montpellier Herault SC, ein Verein, der sich in der vergangenen Saison überraschend auf den ersten Platz setzte und die Pole Position bis zum Ende nicht mehr an die Konkurrenz abgab. Als Belohnung bekam das Team erstmals das Ticket für die Champions League und es darf heute beim FC Schalke 04 antreten. „Montpellier ist ein Verein, der erst in letzter Zeit wieder ganz oben mitspielt. Trotz eines Pokalsiegs im Jahr 1990 ist der Verein vor allem für seinen exzentrischen Präsidenten Louis Nicollin bekannt“, berichtet Naim Beneddra von Goal.com Frankreich.

Zusammenhalt macht stark

Der Abfall-Unternehmer Nicollin führt den Klub schon seit 1975 und ist berühmt und berüchtigt für seine Wutausbrüche und Beleidigungen in den Medien. Viel sachlicher ging und geht es bei Montpellier auf dem Platz zu. „In der letzten Saison waren die Stärken des Teams vor allem der Zusammenhalt und der Mannschaftsgeist. Die wurden meist zu Hause gezeigt, wo nur sehr wenige Punkte verspielt und viele Spiele mit nur einem Tor Unterschied gewonnen wurden“, sagt Beneddra und fügt einschränkend hinzu: „Diese Stärken sind jetzt etwas verschwunden.“

Selbstvertrauen fehlt

Am ersten Spieltag der Königsklasse zeigte sich das schon – wenn auch gegen ein starkes Team wie den FC Arsenal: Montpellier unterlag trotz eines druckvollen Auftritts nach der Pause mit 1:2. „Die Führungsspieler wie Yanga-Mbiwa, Bedimo und Belhanda sind nicht mehr so effektiv“, nennt Beneddra einen Grund, warum es bislang auch in der Liga – Platz 13 nach sieben Spielen – nicht wie im Vorjahr läuft. „Es fehlt das Selbstvertrauen“, wie der Frankreich-Experte anmerkt.

„Unantastbar“

In der Vorsaison hatten sich vor allem Olivier Giroud als Torschützenkönig, Mapou Yanga-Mbiwa als Kapitän in der Innenverteidigung und Younes Belhanda als Spielmacher in den Vordergrund gespielt. Giroud wechselte im Sommer zum Gruppengegner Arsenal, Yanga-Mbiwa und Belhanda blieben trotz großen Interesses von Top-Klubs bei ihrem Verein. Mapou Yanga-Mbiwa ist mit 23 Jahren in der Abwehrzentrale nicht mehr wegzudenken und inzwischen sogar französischer Nationalspieler geworden. „Er ist unantastbar auf seiner Position, auch wenn er im Klub nicht so gut wie in der Nationalmannschaft spielt. Er macht derzeit mehr Fehler als gewöhnlich“, berichtet Beneddra von Goal.com Frankreich.

Außer Form

Für Yanga-Mbiwa interessierte sich vor allem der AC Mailand ganz konkret, für Spielmacher Belhanda gab es eher lose Anfragen. „Er ist Moment weit von seiner Bestform entfernt. Obwohl er zuletzt gegen Nancy getroffen hat, sind seine Aktionen nicht mehr so klar wie vorher“, berichtet Beneddra von einem Formtief beim Spielgestalter. Wenn die Stars des Montpellier HSC nicht schnell in Tritt kommen, ist die Belohnung, die Champions League, für den großen Höhepunkt in diesem Sommer schnell vorbei. Und dann müssen alle in Montpellier aufpassen, dass es nicht schnell wieder abwärts geht.

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