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Hummels' Härtetest: Agüero, Tevez, Dzeko und Balotelli - es warten die teuersten Stürmer der Welt

Der deutsche Nationalspieler muss gegen die „Citizens“ sein ganzes Können zeigen, da ihm vier Topstürmer Europas gegenüberstehen werden. Er steht vor einer Bewährungsprobe.

Dortmund/Manchester. Wenn am Mittwochabend die Einlaufhymne der Champions League erklingt, trifft der deutsche Meister Borussia Dortmund auf den amtierenden englischen Titelträger Manchester City. Ein Mann wird ganz besonders im Fokus stehen: Mats Hummels. Der Verteidiger konnte schon einige Lorbeeren auf der nationalen Ebene einheimsen, doch international muss er sich noch beweisen, besonders, da ihm dort in der Vergangenheit einige Fehler unterliefen.

Ohne jeden Zweifel gehört Mats Hummels zu den besten Innenverteidigern Deutschlands. Der 23-Jährige ist in der Jugendabteilung des FC Bayern München groß geworden. 2008 wurde er vom BVB ausgeliehen und ist seitdem neben Neven Subotic in der Innenverteidigung der Schwarz-Gelben gesetzt. In Dortmund reifte er in kürzester Zeit zu einem der besten Abwehrmänner in der Bundesliga. Hummels wurde zu einer tragenden Säule beim BVB.

Mats Hummels | Innenverteidiger
Wettbewerb Spiele
Tore Vorlagen Gelbe Karten
Platzverweise
Bundesliga 127 13 6 11 0
Pokal 15 1 1 3 0
Europapokal 14 2 0 3 0
DFB 22 1 2 2 0
Gesamt 178 17 9 19 0

Der Fels in der Brandung

Beim Double-Sieger ist der Verteidiger zu einem der Leistungsträger avanciert, deshalb verlängerte Borussen den Vertrag frühzeitig bis 2017. In der Defensive ist Hummels eine feste Größe und nicht aus der Stammelf wegzudenken. Der frühere Münchner, der unter Ottmar Hitzfeld im Alter von 18 Jahren sein Bundesligadebüt feierte, ist nicht nur in der Defensive eine Bank, sondern kann fast schon als „Spielmacher“ angesehen werden. Er ist es nämlich, der den Ballverteiler in den hinteren Reihen des BVB mimt. Ein probates Mittel der Nummer 15 der Schwarz-Gelben ist der lange Pass in die Spitze. Zudem ist er derzeit der Elfmeterschütze bei den Westfalen, was zeigt, dass er Verantwortung übernehmen kann.

Neben seinen Qualitäten im Spielaufbau sind natürlich die Defensivkünste des 23-Jährigen herausragend. Hummels gehört zu den kopfballstarken Spielern im Team, er klärt hinten die hohen Bälle und kann hin und wieder vorne einnetzen. Zudem gehört der Nationalspieler zu den fairsten Verteidigern der Bundesliga und weiß sich meist regelkonform durchzusetzen.
„Mats ist herausragend spielintelligent, was defensive Zweikämpfe und das Schließen von Räumen angeht. Ich kenne keinen auf dem Kontinent, der das so gut macht wie er.
Jürgen Klopp 

Noch zu grün hinter den Ohren?

Über viel internationale Erfahrung verfügt er indes noch nicht. Die Leistungen in den Vergleichen mit europäischen Teams waren eher durchwachsen. Sowohl in der Europa League als auch in der Champions League musste der Abwehrspieler erhebliches Lehrgeld bezahlen. Gerade in diesen Partien zeigte sich, dass die beiden jungen Innenverteidiger noch nicht über die nötige internationale Klasse auf höchster Ebene verfügen. Auch Hummels, der eigentlich „Mister Zuverlässig“ ist, machte einige Fehler, die auf diesem Niveau sofort bestraft wurden. Das Fazit des 23-Jährigen der vergangenen Spielzeit in Europa: „International fehlt uns einfach noch die Erfahrung. In der Champions League haben wir viel zu naiv gespielt.“

Trotz der eher schwachen Vorstellungen im Europapokal konnte der frühere Spieler des FC Bayern auf sich aufmerksam machen. Er soll auf der Wunschliste einiger europäischer Topclubs stehen. Besonders der FC Barcelona soll ein Auge auf den Verteidiger geworfen und ein verstärktes Interesse haben.

EM mit Licht und Schatten

Dass Hummels noch nicht internationale Topklasse erreicht hat, konnte man rund um die Europameisterschaft erkennen. Im Vorbereitungsspiel gegen die Schweiz, wo man 3:5 unterging, gehörte der Dortmunder zu den Schwächsten auf dem Platz. Vor allem seine Spielweise war Joachim Löw ein Dorn im Auge. Im Verein wurden die längen Pässe von Hummels gerne gesehen, doch im Nationaldress waren sich verpönt und schnürte nur den Unmut des Bundestrainers, der diagonale Kurzpässe bevorzugt. Hummels vor der EM zu dem „lästigen“ Thema: „Es braucht ein bisschen, bis ich diese Umstellung schaffe. Eigentlich gelingt mir das aber immer besser.“

Seit 2010 gehört der Borusse zum Kader der DFB-Auswahl, doch erst als Per Mertesacker in der Innenverteidigung verletzt ausfiel, rückte er nach und konnte sich festspielen. Die Leistungen bei EM waren hervorragend, doch es gab einen Makel.



In der Vorrunde überzeugte Hummels auf ganzer Linie. Beim Auftaktsieg gegen Portugal war er es, der einen großen Anteil am Ergebnis hatte. Er überzeugt durch Zweikampfstärke, Lufthohheit und Kampfeswillen, denn er blockte praktisch jeden Ball, der Gefahr hervorrufen hätte können. Mit dieser Partie erspielte er sich einen Startplatz in der ersten Mannschaft.

Wenn die Partie gegen Italien nicht gewesen wäre, dann wäre das Gesamtbild mehr als positiv ausgefallen. Ausgerechnet im Halbfinale machte der Abwehrmann seine schwächste Partie und leistete sich einen weitreichenden Fehler. Hummels ließ sich von Antonio Cassano an der Strafraumgrenze austanzen und konnte die Flanke nicht verhindern, die Mario Balotelli eiskalt ausnutzte. Der Verteidiger zu der Aktion: „Dass diese Flanke dann zustande kommt, war klar mein Fehler, insofern habe ich großen Anteil am 0:1.“ Trotz des Fauxpas gehört Hummels zum festen Kern der Nationalmannschaft, die die Mission WM 2014 in Angriff nimmt.

Vier fast gleichstarke Angreifer


Nun wartet also ManCity auf Hummels. Eine echte Herausforderung und eine weitere Gelegenheit, den Hype um seine Person zu rechtfertigen. Er genießt international ein hohes Ansehen. Spiele wie das gegen City sind für ihn der ultimative Test. Schließlich geht es gegen die vermutlich bestbesetzte Offensive überhaupt.

Meistermacher DFB-Schreck Rückkehrer


Der „Meistermacher“ Sergio Kun Agüero ist ein kleiner, schneller, beweglicher Angreifer, der definitiv weiß, wo das Tor steht. Ob der Argentiener zum Einsatz kommt, steht jedoch in den Sternen, da er erst kürzlich von seiner Knieverletzung genesen ist und noch über keinerlei Spielpraxis verfügt.

Sein Landsmann Carlos Tevez ist derzeit der Ersatzmann des 24-Jährigen. Tevez zerstritt sich vergangene Saison mit Trainer Roberto Mancini und kam erst wieder in der Endphase zum Einsatz. In dieser Saison traf der bullige Stürmer schon einige Male und hat die meisten Scorerpunkte im Team.

 STÜRMERWERTE NACH ZEHN SPIELEN
Spieler

Aguero
Balotelli
Dzeko
Tevez
Startelf

4
3
2
8
Einwechslung

0
3
7
1
Tore

1
1
4
4
Deutschland-Schreck und Edeljoker

Besonders an diesen Spieler erinnert sich Hummels wohl ungern: Der Italiener Mario Balotelli war es, der den Traum von der EM mit seinen zwei Toren im Halbfinale zunichtemachte. Doch der 22-Jährige läuft seiner Form ebenfalls noch hinterher.

Ein Grund dafür war eine Augen-Operation, die er über sich ergehen lassen musste. In dieser Saison traf der Stürmer lediglich einmal im League Cup. Doch welche Qualität in dem frühere Inter-Spieler steckt, weiß Mats Hummels wohl am besten.
Die Qual der Wahl: Trotz derzeit steigender Formkurve ist Edin Dzeko meist nur Bankspieler bei Mancini. Der frühere Wolfsburger trifft nichtsdestotrotz und war erst am Wochenende der späte Siegtorschütze gegen Fulham.

Wenn man die vergangenen WM-Quali-Spiele mitzählt, erzielte der 26-Jährige in zwölf Partien bereits acht Treffer. Besonders auf den 1,92-Meter-Mann muss Hummels ein Auge haben, denn der Mittelstürmer scheint in der besten Verfassung aller Angreifer der „Citizens“ zu sein. 






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