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Auch im dritten Spiel in der englischen Woche konnte der 1. FC Nürnberg nichts Zählbares verbuchen. Schuld sind zu viele indviduelle Fehler sowie mangelnde Torgefährlichkeit.

Nürnberg. Ernüchternd verlief die Woche beim 1. FC Nürnberg. Nach einer noch ordentlichen Leistung im damaligen Topspiel gegen Eintracht Frankfurt, hagelte es nun zwei Pleiten, die es in sich hatten und diverse Schwächen des Teams von Dieter Hecking offenbarte. Die grausame Bilanz aus der englischen Woche: Drei Spiele, 1:8 Tore und Null Punkte. Es gilt einiges aufzuarbeiten beim FCN, der einen tollen Saisonstart innerhalb einer Woche verspielt hat.

Antonio kostet Nerven - und Punkte

Weder Zuschauer, noch Verantwortliche oder Teamkollegen konnten begreifen, was sie da nach gut 20 Sekunden zu sehen bekamen, als Marcos Antonio nach einem Einwurf in Höhe des eigenen Strafraums an den Ball kam und völlig unbedrängt viel zu kurz auf Keeper Schäfer zurückspielt - Ibisevic vollstreckt eiskalt, 0:1. Nur wenige Minuten später war es erneut Antonio, der mit einem wieder viel zu kurz geratenen Rückpass auf Schäfer Debütant Holzhauser bediente. Zu Antonios Glück verfehlte der Youngster aber. Gehen musste der Brasilianer trotzdem. 16 Minuten, zwei herbe Fehler. Die Folge: Ein gellendes Pfeifkonzert bei jedem Ballkontakt und schließlich auch bei der Auswechslung des Innenverteidigers, der völlig neben sich stand.

Nach der Partie waren Mitspieler und Trainer bemüht, bereits medial wieder für Aufbauarbeit zu sorgen. Mike Frantz sagte nach der Partie im Gespräch mit Goal.com: „Jetzt heißt es Marcos aufzubauen, die Unterstützung der Mannschaft hat er. Es ist schade, wie die Menschen im Stadion reagiert haben, das lag aber wahrscheinlich auch an unserem Auftritt in Hannover.“

Vorbild für Marcos Antonio könnte in dieser Situation einer sein, der letztes Jahr ähnliches erlebt hat: Timm Klose patzte beim 1:2 gegen Freiburg spielentscheidend, kostete den FCN Punkte und fand sich anschließend auf der Bank wieder. Nach der Partie gestern sagte er: „Natürlich macht einen sowas stärker, wenn man eine solche Situation durchsteht. Es gilt nun, zusammen aus dieser Situation rauszukommen. Wir müssen die Fehler nicht beim Einzelnen suchen. Wir verlieren gemeinsam und gewinnen gemeinsam – mehr muss man dazu nicht sagen.“ Tat er aber trotzdem und äußerte sein Bedauern: „Dass das Gegentor zum 0:1 so gefallen ist, tut mir leid. Marcos Antonio trainiert so gut, es ist schade, dass die Fans gegen ihn gepfiffen haben. Ich verstehe das einerseits, andererseits aber auch nicht.“ Doch Klose weiß auch um die Teamstrukturen. „Wir sind eine geile Truppe, wenn wir zusammen anpacken, kommen wir aus diesem Tief auch wieder raus“, sagte der schweizer Innenverteidiger.

Dieter Hecking kam schnell zum Punkt. „Die Konzentration muss zu Spielbeginn hoch sein, leider haben wir nach 20 Sekunden das für diese Woche letzte Geschenk verteilt. Das ist natürlich nicht zu entschuldigen“, sagte der Übungsleiter vom FCN. Doch Fehler sind menschlich, das weiß auch der Coach und gesteht ein: „Es ist ein Fehlersport. Die Fehler haben bei uns in dieser Woche sehr stark zugeschlagen, vor allem in der Innenverteidigung. Aber das ist nicht mehr zu ändern.“ Nun gelte es, die beiden gescholtenen Innenverteidiger dieser Woche, Per Nilsson und Marcos Antonio, wieder aufzufangen und sie zurück ins Kollektiv zu bringen. Dies sei Aufgabe von Trainer und Mitspielern, so Hecking.

Engagierter, aber planloser FCN

Insgesamt lässt sich auch bei dieser Heimpleite aber nicht behaupten, dass der FCN nicht engagiert oder bemüht genug ins Spiel gegangen wäre. Was fehlte, war der nötige Spielplan. Dies merkte nach der Partie auch Hecking, der auf der Pressekonferenz sagte: „Die Einstellung und Bereitschaft in der Mannschaft war da, aber wir haben uns wieder zu viele Fehlpässe erlaubt. Wir müssen hinten die Fehler minimieren, uns mehr klare Torchancen erarbeiten und nicht nur durch Standards gefährlich sein. Unterm Strich war das heute die dritte Niederlage in Folge.“

Ideenreichtum, nicht gerade die größte Stärke der Franken in der bisherigen Spielzeit. Viel läuft über Standards, auch getroffen wird bislang fast ausschließlich über ruhende Bälle. Für die Bilanz aus dem Spiel steht Nürnberg mit sieben Punkten ordentlich da. Trotzdem muss nun der nächste Schritt nach vorne gegangen werden, dazu mahnt auch Führungsspieler Timmy Simons gegenüber Goal.com: „Für die Patzer, die sich in den letzten Spielen gezeigt haben, gibt es keine Erklärung. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, durch Höhen und Tiefen gehen, solche Fehler passieren in der Karriere. Es muss versucht werden, sie so schnell wie möglich wegzustecken – Brust raus, Kopf hoch, weiter geht’s!“



Einiges durcheinandergebracht

Ein toller Start mit sieben Punkten aus drei Spielen ist dennoch erst einmal über den Haufen geworfen. Aktuell weiß keiner so recht, wie die Situation rund um den Valznerweiher einzuordnen ist. Einerseits sind da die ersten, verheißungsvollen Spiele, zudem die durchaus vorhandene Qualität im Kader, offensiv wie defensiv. Andererseits gaben die letzten Auftritte doch Grund, sich Gedanken zu machen. Symbolisch für den Nachmittag im Stadion Nürnberg war nach dem Spiel die Einblendung des nächsten Heimspiel auf der Anzeigentafel. Man spiele gegen den FC Augsburg am 21. September 2012 - gemeint war natürlich der 21. Oktober 2012. Man sieht: Die englische Woche hat in Nürnberg einiges durcheinandergebracht. Jetzt gilt es, schnell darauf zu reagieren und diese Dinge wieder in Ordnung zu bringen.

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