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Nach kleineren Schwierigkeiten zum Saisonbeginn läuft es bei Hertha BSC immer besser. Die Mannschaft zeigt, dass sie eng zusammensteht und gemeinsam Erfolg haben will.

Berlin. Das Trikot von Maik Franz war Peter Niemeyer ein wenig zu groß. „Er ist nicht breiter als ich, aber ein bisschen dicker“, sagte der Kapitän von Hertha BSC nach dem Spiel gegen Dynamo Dresden, das die Berliner mit 1:0 gewannen, schmunzelnd. Niemeyer hatte sich das Trikot übergezogen, um zu signalisieren, dass die gesamte Mannschaft für den Abwehrspieler spielt. Franz hatte sich gegen Kaiserslautern an der Schulter verletzt und wird drei bis vier Monate ausfallen.

„Ich möchte den Sieg Maik Franz schenken“, schob Niemeyer hinterher. „Ich wollte mit der Aktion zum Ausdruck bringen, dass die Mannschaft eng zusammensteht.“ Den Eindruck erweckte die Mannschaft in der Vergangenheit nicht immer. Nach dem Abstieg in die zweite Liga wurde dem Team nachgesagt, dass es aus mehreren Grüppchen besteht, aber aus keiner echten Einheit. Im Sommer mussten einige Spieler gehen, andere kamen.

Franz, Ben-Hatira - wie steckt die Mannschaft das weg?

Doch inzwischen zeigt sich die Mannschaft gefestigt. Vor dem Dynamo-Spiel kam die Frage auf, wie die Elf von Trainer Jos Luhukay, neben der Verletzung von Maik Franz, auch noch die Vorkommnisse um Änis Ben-Hatira wegstecken würde, der am letzten Wochenende von der Polizei festgenommen wurde, weil er seiner Freundin das Portemonnaie geklaut haben soll (Bericht). Auch hier wurden Vergleiche mit der Vergangenheit gezogen.

In der Fast-Meister-Saison 2008/09 hatte Patrick Ebert für Ärger gesorgt, weil er zusammen mit seinem früheren Mitspieler Kevin-Prince Boateng mehrere Autos und einen Motorroller beschädigt haben soll. Hertha war zu diesem Zeitpunkt Tabellenführer, danach gingen drei Spiele verloren und am Ende reichte es nur für die Europa-League-Qualifikation. Die Konzentration war nach dem Vorfall nicht mehr so hoch wie vorher. Was nicht allein an Eberts nächtlichem Ausflug lag, doch hilfreich war das nicht.


// Änis Ben-Hatira und Trainer Jos Luhukay - gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft.

Luhukay sieht die Mannschaft auf gutem Weg

Ben-Hatira wollte sich nach dem Spiel gegen Dresden nicht äußern, das übernahmen andere für ihn. „Die Mannschaft ist am Wachsen, sie hat die Berichterstattung der letzten Tage gut weggesteckt und sich voll auf Fußball konzentriert“, sagte Jos Luhukay. „Ich hatte ein gutes Gespräch mit Änis. Wir haben ihm die Unterstützung gegeben, die er brauchte. Er hat eine gute Partie gezeigt.“ Hertha wird zu einer richtigen Einheit, was sich auch in Zahlen wiederspiegelt.

Die Berliner sind seit fünf Spielen ungeschlagen und stehen auf Platz fünf der Tabelle. „Bei der ganzen Mannschaft läuft es gut“, sagte Fabian Lustenberger. Und Kapitän Niemeyer ergänzte noch, „dass der Sieg wichtig für Änis, für Maik, für die Mannschaft“ war. Dann machte er sich in dem etwas zu großen Trikot des verletzten Mitspielers auf den Weg in die Umkleidekabine.

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