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Leidgeplagter Andreasen: Kopf hoch, Leon!

Die unglaubliche Leidensgeschichte des Leon Andreasen findet ihre Fortsetzung. Ein Kreuzbandriss wirft ihn wieder weit zurück. Zu einer Zeit, in der alles bestens zu laufen schien.

Hannover. Mit gesenktem Kopf ging Leon Andreasen vom Platz, links und rechts gestützt von zwei Betreuern. Es lief die zehnte Minute des Spiels zwischen Hannover 96 und dem 1. FC Nürnberg, das die Niedersachsen mit 4:1 für sich entscheiden konnten. Der Däne war im Rasen hängengeblieben und hatte sich das Knie verdreht. Die 96-Fans versuchten ihn mit Sprechchören aufzumuntern, Andreasen aber wusste: Diese Verletzung ist schwerwiegend.

„Dass richtig was kaputt ist, habe ich schon gestern Abend geahnt. Der Schmerz war schon schlimm“, ließ der 29-Jährige am Donnerstag in einer Pressemitteilung seines Vereins verlauten. Die niederschmetternde Diagnose, die 96 nach der MRT-Untersuchung bekanntgab, lautete: Kreuzbandriss, sechs Monate Pause. „Die Diagnose heute Vormittag war keine Überraschung mehr für mich“, führte Andreasen fort.

28 Monate Zwangspause

Man möchte ihm zurufen: Kopf hoch, Leon! Der Mittelfeldmann hat eine unglaubliche Leidensgeschichte hinter sich, musste aufgrund von Leisten- und Schambeinproblemen unfassbare 28 Monate aussetzen. Sein Comeback gab er im ersten 96-Pflichtspiel dieser Saison, in der Europa League bei St. Patrick’s Athletic meldete er sich mit einem Traumtor zurück.

Überhaupt spielte Andreasen auch in der Folge, als hätte es die lange Zwangspause nie gegeben. Nahtlos wurde er zum Schlüsselspieler bei 96, erzielte als defensiver Mittelfeldspieler sechs Tore in elf Einsätzen.

Der nächste Schock

Nun folgte am Mittwochabend der nächste Schock - der Mann kann einem wahrlich leidtun. „Das ist schlimm für jeden Fußballspieler“, erklärte 96-Stürmer Mame Diouf noch nach dem Spiel gegen Nürnberg. „In so eine Situation will man nicht kommen. Es ist immer hart, sich nach einer Verletzung wieder heranzukämpfen und optimistisch zu bleiben.“ Und Diouf weiß, wovon er redet, musste der Senegalese doch seit April aufgrund eines Syndesmosebandanrisses ebenfalls lange aussetzen.

Immerhin kann sich Andreasen über Beileidsbekundungen und aufmunternde Worte von allen Seiten freuen. „Gute Besserung von meiner Stelle aus und Hochachtung für sein starkes Comeback bis gestern“, meinte etwa Borussia Dortmunds Innenverteidiger Mats Hummels via Facebook.

Andreasen bleibt kämpferisch

Andreasen selbst will nicht aufstecken und gibt sich weiter kämpferisch: „Wir legen jetzt in den kommenden Tagen den Plan fest, wie es weitergeht. Ich muss ja operiert werden. Aber das werden wir jetzt in Ruhe besprechen. Natürlich ist das total bitter, aber ich gucke nach vorne und bin überzeugt davon, dass ich ein zweites Mal zurückkommen kann.“

Etwas deutlicher wurde er gegenüber der Bild: „Mir geht es beschissen. Ich habe mich natürlich als Erstes gefragt: warum immer ich? Aber jetzt muss ich nach vorne schauen, das Positive sehen. Ein Riss dauert fünf bis sechs Monate, dann bin ich wieder da. Ich habe eine zeitliche Gewissheit, das war bei meiner Leistenverletzung anders.“ Gewiss ist auch: Andreasen wird kämpfen. Und alles dafür tun, in in einem halben Jahr genauso stark zurückzukommen, wie er es in diesem Sommer tat. Man kann ihm nur alles Gute wünschen.

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