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Huszti treibt seinen Scorer-Punktestand weiter in die Höhe und war auch gegen den FCN nicht zu stoppen. Der Ungar ist für die 96er Gold wert.

Hannover. Ein Bundesliga-Spiel musste er nach seiner kuriosen Gelb-Roten Karte aus dem Spiel gegen Werder Bremen aussetzen, nun durfte Szabolcs Huszti wieder ran - und setze da an, wo er vor seiner Zwangspause aufgehört hatte. Beim 4:1-Sieg von Hannover 96 gegen den 1. FC Nürnbergglänzte der 29-Jährige erneut, gab zwei Assists und erzielte ein Tor selbst.

Der Mann ist ein Phänomen: Rückkehrer Huszti war in der  Bundesliga an zehn der letzen zwölf 96-Treffer direkt beteiligt. Als er am vergangenen Wochenende bei der 1:3-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim aussetzen musste, lief bei den „Roten“ nicht viel zusammen.

Nur an seinem Fehlen wollte Hannover-Kapitän Steven Cherundolo den Leistungsunterschied seines Teams aber nicht ausmachen: „Wir gewinnen und verlieren zusammen“, erklärte der Rechtsverteidiger auf Goal.com-Nachfrage, „das Kollektiv ist sehr stark, wir sind in den letzten Jahren eine super Einheit geworden. Das pflegen wir täglich. Die Namen sind austauschbar.“ Cherundolo gab aber auch zu: „Im Moment wäre ein Szabolcs Huszti für jede Mannschaft in der Bundesliga eine Hilfe. Ein super Spieler. Wir sind sehr froh, dass er wieder bei uns ist.“

Die Huszti-Show geht weiter

Gegen Nürnberg war der Anfang früh gemacht. Jan Schlaudraff tankte sich in der 21. Minute auf rechts durch, sah den in der Mitte lauernden Huszti, der wiederum den Torschützen Lars Stindl bediente - der Ex-Karlsruher netzte kompromisslos zur Führung für 96 ein. Das 2:0 besorgte der Ungar nach einer knappen halben Stunde höchstselbst: Erst schnappte er sich die Kugel von Per Nilsson, marschierte dann auf das Tor zu, um mit dem Außenrist technisch elegant ins lange Eck zu verwandeln.

„Der perfekte Spieler“

„Wenn ein Offensivspieler defensiv so ackert, die Bälle selber gewinnt und selber verwandelt - was willst du mehr? Das ist der perfekte Spieler“, setzte Cherundolo seine Lobeshymne fort.

Kurz nach dem Seitenwechsel besaß Didier Ya Konan dann die Frechheit, ein Tor ganz ohne Beteiligung von Szabolcs Huszti zu erzielen. Der Ivorer nutzte einen erneuten Fehler des Unglücksraben Nilsson aus, dem er den Ball abluchste, um anschließend FCN-Keeper Raphael Schäfer zu umkurven und einzuschieben. Endlich wieder ein Erfolgserlebnis für den Angreifer, der zuletzt in einem längeren Formtief war und nun sein erstes Bundesligator dieser Saison erzielte.

Dass er noch eins drauflegen konnte, war dann aber wieder Huszti zu verdanken. Der Linksaußen setzte Ya Konan in Szene, der Angreifer stand frei vor Schäfer und vollendete mit dem Außenrist.

„Das ist gut für das Team und gut für sein Selbstbewusstsein“, freute sich Mame Diouf gegenüber Goal.com für seinen Sturmkollegen. „Alle Stürmer machen sich gut und alle treffen, es gibt einen großen Konkurrenzkampf. Jeder muss sein Bestes und hundert Prozent geben.“

Gänsehaut-Comeback

Apropos Diouf: Der Senegalese gab in der 82. Minute sein vielumjubeltes Comeback. Seit April musste der Stürmer, der großen Anteil an der starken Vorsaison Hannovers hatte, aufgrund eines Syndesmosebandanrisses aussetzen. Frenetisch wurde seine Einwechslung von den 96-Fans gefeiert, Diouf war begeistert: „Wenn du hörst, wie die Fans deinen Namen rufen, willst du einfach rein und ein Teil des Ganzen sein. Es war großartig, wieder den Rasen zu betreten.“

Sorge um Andreasen

Es war allerdings nicht alles gut für 96 an diesem Abend. Das 4:1 durch Timothy Chandler nach Fehler von Keeper Ron-Robert Zieler konnte die Stimmung nicht wirklich trüben, die Verletzung von Leon Andreasen schon eher.

Der Däne, der sich nach 28-monatiger Verletzungspause so beeindruckend wieder rangekämpft hatte und zu einer tragenden Figur geworden ist, musste in der 10. Minute vom Platz und wurde durch Manuel Schmiedebach ersetzt. „Er ist sehr unglücklich im Rasen hängengeblieben und hat sich das Knie verdreht“, so Cherundolo. „Das sah nicht schön aus. Wir drücken ihm alle Daumen und hoffen, dass es nicht so schlimm ist.“ Eine genaue Diagnose steht noch aus - man kann dem leidgeplagten Mittelfeldmann nur wünschen, dass er bald wieder auf dem Platz steht.

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