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Mit neun Punkten aus fünf Spielen ist Fortuna Düsseldorf voll im Soll. Mehr noch: Als einziges Team Europas ist der Aufsteiger noch ohne Gegentor. Grund genug zur Zufriedenheit.

Fürth. Über diesen Saisonstart kann man sich bei Fortuna Düsseldorf nun wirklich nicht beklagen. Neun Punkte aus fünf Spielen. Das Erstaunlichste dabei: Der Aufsteiger hat dabei noch nicht ein Gegentor kassiert. In drei Duellen mit vermeintlichen Konkurrenten holte das Team von Norbert Meier ganze sieben Zähler. Am Dienstagabend gab es einen wichtigen 2:0-Auswärtserfolg bei Greuther Fürth. Für die Fortuna trafen Oliver Fink und Ken Ilsö.

Die Serie ohne Gegentor

Zwei statistische Besonderheiten konnte diese Partie für die Fortuna aus Düsseldorf aufweisen. Zum Einen: So viele Tore, wie man bisher im Saisonverlauf erzielt hatte, schoss man gestern auch in Fürth. Zum Anderen: So viele Tore, wie man bisher im Saisonverlauf kassierte hatte, kassierte man gestern auch in Fürth. So niedrig diese Zahlen auch klingen mögen, so glücklich kann man mit ihnen in Düsseldorf sein, wie auch Torschütze Oliver Fink nach der Partie gegenüber Goal.com bekräftigte: „Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden mit der Situation aktuell.“ Finks Tor war der Dosenöffner zum Sieg beim Mitaufsteiger. „Ich kann mich nicht erinnern, ein Kopfballtor aus solcher Distanz erzielt zu haben“, beschrieb der Mittelfeldspieler seinen Treffer. Noch vor der Halbzeit war es dann Ken Ilsö nach einem schnellen Gegenangriff, der vollendete und für die Vorentscheidung sorgte. Er sagte nach der Partie: „Wir haben heute ganz wenig zugelassen, wie auch in den letzten Spielen. Der letzte Pass ist noch nicht angekommen, aber wir haben sehr clever gespielt. Das Führungstor war entscheidend für uns. Beim zweiten Tor haben wir klug gekreuzt und das Ganze clever zu Ende gespielt.“

Auch Trainer Norbert Meier zog ein zufriedenes Fazit: „Wir haben den Gegner zu Fehlern gezwungen und unser Spiel durchgezogen.“ Trotzdem konnte es sich der Trainer nicht verkneifen, auch nach diesem Spiel und der aktuellen Tabellensituation ein Haar in der Suppe zu suchen. „Man soll nie komplett zufrieden sein. Es gab auch noch einen Konter, den wir nicht zu Ende gespielt haben. Aber das ist hier schon wieder Klagen auf sehr hohem Niveau. Mit der Gesamtsituation bin ich doch sehr zufrieden.“ Auf die Serie ohne Gegentor antwortete Meier eher humorvoll: „Für mich zählen nur die drei Punkte. Es ist nicht so, dass ich jetzt wach liege und davor Angst habe, dass wir mal ein Gegentor bekommen. Ich weiß, dass das passieren wird.“ Dani Schahin formuliert das Ganze etwas anders: „Wir werden weiter Gas geben und versuchen, gut zu stehen. Und dann werden wir sehen, wie lange unsere Serie noch hält.“

Auch Düsseldorf kennt Rotation

Rotation ist im heutigen Fußballgeschäft ein Wort für Vereine wie Bayern München oder Borussia Dortmund. Bayern rotiert die Robbens, Riberys, Müllers, Pizarros, Dortmund rotiert die Götzes, die Kehls, die Gündogans dieser Liga durch, wie sie Lust haben. Rotation bei einem Team wie Fortuna Düsseldorf ist doch ohne jegliche europäische Belastung gar nicht nötig - meint man. Norbert Meier hat Fans, Anhänger und Pressevertreter eines Besseren belehrt. Und am Dienstag überraschend Ken Ilsö statt Andrej Voronin in die Startaufstellung als hängende Spitze gebracht. Nach dem Spiel erklärte der Erfolgscoach: „Ich werde immer wieder mal frische Leute bringen und das habe ich mit Ken Ilsö heute gemacht. Ilsö hat auch sicherlich nicht enttäuscht.“ Natürlich musste sich Meier auch der Frage stellen, wie der international gestandene Profi Voronin darauf reagiert hat, auf der Bank zu sitzen. „Voronin war nicht sauer über diese Entscheidung und selbst, wenn er es wäre, würde ich das eher positiv finden.“ Auch Oliver Fink bekräftigte nach der Partie noch einmal: „Andrej wird für uns ein wichtiger Baustein bleiben.“

Auch Ilsö selbst war durchaus überrascht, gab es doch bislang keine Anzeichen für diesen plötzlichen Wechsel. Ilsö gestand ein: „Ich habe beim Spaghetti essen erfahren, dass ich heute spielen werde.“ Ilsö machte seine Sache gut, erzielte den wichtigen Treffer zum 2:0 und wirbelte auch anschließend weiter in der offensiven Dreierreihe. Er selbst kommentierte seine Leistung eher bescheiden. „Heute habe ich die Chance bekommen und versucht, sie zu nutzen.“ Er hat sie genutzt und darf guter Dinge sein, auch gegen Schalke wieder von Anfang an mit von der Partie zu sein.



Der Aufsteiger freut sich auf das Flutlichtderby

Das Soll für die ersten Spiele ist definitiv erfüllt, mit neun Punkte dürfte man dieses wohl sogar etwas übertroffen zu haben. Doch das ist kein Grund für die Fortuna, einen Gang nach unten zu schalten. Am Wochenende wartet schließlich ein Spiel mit Brisanz - und das auch noch am Freitag Abend. „Wir erwarten nun ein volles Haus gegen Schalke und freuen uns auf die Partie“, sagte Torschütze Fink nach dem Spiel in Fürth. Auch der zuvor einzige Bundesliga-Torschütze der Fortuna, Dani Schahin, fiebert dem Freitag Abend entgegen: „Wir werden uns gut vorbereiten, das heutige Spiel analysieren und dann gehen wir wieder in die Startlöcher. Wir brennen auf dieses Spiel gegen Schalke.“ Doch auch den warnenden Zeigerfinger hebt die Düsseldorfer Stoßspitze. „Es ist normal, dass wir als Aufsteiger auch mal unsere Grenzen aufgezeigt bekommen werden. Ich hoffe nur, dass dies nicht allzu bald geschieht“, so Schahin. Kein Grund abzuheben also, vielmehr muss man weiter den eigenen Weg gehen, wie auch Norbert Meier gegenüber Goal.com beteuerte: „Meine Mannschaft muss selbstbewusst bleiben und immer an die eigene Stärke glauben – nur so können wir es zu etwas bringen. Wir versuchen jedes Spiel so anzugehen, um die Möglichkeiten perfekt auszureizen.“ Und wenn man dann in fünf Spielen fünfmal zu null spielt, ist das ganz gut gelungen. Zumindest besser als irgendeinem anderen Team in Europa.


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