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Mit dem 3:2-Sieg gegen Borussia Dortmund holen die Hamburger ihre ersten drei Punkte der Saison. Ein überraschender Erfolg, der richtungweisend sein kann.

Hamburg. Sie kämpften, rannten und grätschten bis zum Umfallen. Auch wenn der Heimsieg vor heimischem Publikum letztlich mit der nötigen Portion Glück erzwungen wurde: es wird allen Beteiligten beim Hamburger SV egal sein. Wer den Meister aus Dortmund schlagen kann, der kann jetzt jeden schlagen.

Erster Heimsieg seit April

„Wir müssen die Zuschauer mitnehmen“, forderte Thorsten Fink von seiner Mannschaft. Und das taten sie auch schon sehr früh in der Partie. Das Kopfballtor von Heung-Min Son sorgte für einen Rausch auf den Rängen und auf dem Feld. Infolgedessen ging der HSV mit viel Selbstvertrauen zu Werke, störte das Dortmunder Aufbauspiel mit hohem Pressing.

Besonders Mats Hummels und Moritz Leitner waren die Leidtragenden der offensiven taktischen Ausrichtung der Rothosen, die ihrem Gegner wenig Raum ließen. Der BVB wurde nahezu ständig unter Druck gesetzt – eine riskante, aber erfolgversprechende Maßnahme. „Bis zum Ende war das eine Nervenschlacht. Mit einem Unentschieden wäre ich angesichts unseres Einsatzes und unserer Moral nicht zufrieden gewesen“, sagte Fink nach dem Spiel.

Ein neues Wir-Gefühl - van der Vaart jubelt mit seinen Mannschaftskollegen

Van der Vaart als Leader und Antreiber

Nach vier Pflichtspielniederlagen, zahlreichen Gerüchten und Indiskretionen rund um den Sportchef der Hamburger, schien die Stimmung besonders angespannt. Nach der Verpflichtung mehrerer neuer Spieler, deren Finanzierung den HSV an seine Grenzen stoßen lässt, stand die sportliche Leitung unter arger Beobachtung. Doch mit Rafael van der Vaart scheint der Verein einen Spieler verpflichtet zu haben, der den Druck nahezu allein auf seinen Schultern tragen kann. „Er ist genau der Typ Spieler, der uns hier gefehlt hat. In seinem Schatten können die jungen Spieler in Ruhe arbeiten“, bestätigt René Adler. Der niederländische Nationalspieler füllt nicht nur die Titelseiten des Boulevard, er schließt mit seiner fußballerischen Qualität und seiner Präsenz eine Lücke im System des Hamburger SV.

Der Defensive fehlt die Stabilität

Bei aller Euphorie, die dieser Sieg entfachen wird: er unterstrich die Schwächen des HSV deutlich. Mit 26 abgegebenen Torschüssen erreichte die Mannschaft von Jürgen Klopp einen nahezu rekordverdächtigen Wert. Seine Mannschaft ließ unzählige Großchancen liegen und wirkte in vielen Situationen geistig abwesend. Torhüter Roman Weidenfeller machte bei allen Gegentoren eine schlechte Figur, Mats Hummels unterliefen eklatante Fehler im Spielaufbau und die Offensivreihe, bestehend aus Mario Götze, Robert Lewandowski oder Jakub Blaszczykowski, scheiterte am überragenden René Adler oder ihrem eigenen Unvermögen.

SO GEHT ES WEITER
Hamburgs anstehende Aufgaben
26.9.
Borussia M'Gladbach (A)
29.9. Hannover 96 (H)
6.10.
Greuther Fürth (A)
20.10. VfB Stuttgart (H)
26.10. FC Augsburg (A)
03.11. FC Bayern (H)

„Wir standen bis zum Schluss unter Druck. Ich habe Krämpfe in den Waden gehabt, konnte nicht mehr richtig zum Kopfball gehen. Aber wir haben gewonnen, weil wir gekämpft haben“, sagte Michael Mancienne erleichtert, der mit 77 Prozent gewonnen Zweikämpfen zu den Stärksten auf Seiten der Hamburger gehörte. Nichtsdestotrotz macht dieser Sieg Mut und ist ein Schritt aus der Lethargie vergangener Tage. Der Dino ist aufgewacht.

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