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Ein Spiel zum Wegschauen: 0:0 trennten sich Fortuna Düsseldorf und der SC Freiburg. Der Aufsteiger bleibt das einzige Team ohne Gegentor - bringt aber offensiv nichts zustande.

Düsseldorf. So richtig skurril wäre es geworden, wenn Nando Rafael in der zweiten Minute der Nachspielzeit nicht die Latte, sondern das Tor getroffen hätte. Oder Du-Ri Cha den Nachschuss im Netz platziert hätte. Dann nämlich hätte Fortuna Düsseldorf am Samstagnachmittag den SC Freiburg mit 1:0 bezwungen und zum zweiten Mal in dieser Saison gewonnen.

Der Aufsteiger hätte damit einen Sieg gefeiert, der unverdienter kaum hätte sein können. Denn die Doppelchance kurz vor Schluss war die einzige gute Möglichkeit, die sich Düsseldorf über die gesamte Spielzeit erarbeitet hatte. Weil auch Freiburg bis auf einen Schuss von Stürmer Karim Guede, den Düsseldorf-Keeper Fabian Giefer in der 37. Minute parierte, nicht viel zustande brachte, war es ein gerechtes 0:0. Eines der schlechteren Art, wohlgemerkt.

Fortuna bleibt damit auch nach dem vierten Bundesliga-Spieltag nach 15-jähriger Abstinenz nicht nur ungeschlagen, sondern auch ohne Gegentor – ein Kunststück, das als bislang einziger Aufsteiger im Jahr 1997 der 1. FC Kaiserslautern vollbrachte. Die Pfälzer wurden damals übrigens Deutscher Meister, aber trotz einer erneut starken Abwehr-Leistung sind solche Träumereien in Düsseldorf völlig fehl am Platz.



Schwere Zeiten für Fortuna-Stürmer

Denn während das Spiel gegen den Ball sehr gut funktioniert, läuft im Spiel nach vorne kaum etwas zusammen. Planlos werden die Bälle aus der eigenen Gefahrenzone geschlagen anstatt sich über Kombinationen an den gegnerischen Strafraum vorzuarbeiten. So ist es für die Stürmer – gegen Freiburg bot Trainer Norbert Meier zu Beginn Dani Schahin und Andriy Voronin auf – fast unmöglich, sich in Szene zu setzen.

Mittelfelspieler Oliver Fink erklärte: „Das war schwere Kost für die Zuschauer, weil es für uns zäh war, durch die Freiburger Abwehr zu kommen. Bei den guten Möglichkeiten, die wir im Ansatz hatten, haben wir zu hektisch agiert.“

Die Bewertung von Stürmer Dani Schahin fiel da noch positiver aus. „Die Spiele sind für uns Stürmer meistens schwierig, weil wir unheimlich viel für die Mannschaft arbeiten und dadurch wenig Situationen direkt vor dem Tor bekommen. Aber das ist so vollkommen in Ordnung, wir halten schließlich weiterhin die Null. Wir müssen einige Konter-Möglichkeiten noch besser ausspielen“, sagte er.

Während in Düsseldorf in Sachen Angriffsspiel noch viel Luft nach oben ist, sind die Defensiv-Leistungen kaum noch zu optimieren – was auch Freiburgs Coach Christian Streich so sah: „Wir sind mutig gegen Fortuna aufgetreten, die im Moment beim Arbeiten gegen den Ball mit das beste ist, was es in Deutschland gibt.“



Viel Applaus für Düsseldorf

Das sorgt zwar nicht für Jubelstürme auf den Rängen, stimmt die Düsseldorfer Anhängerschaft aber doch zufrieden. Nach der dritten Nullnummer in Folge gab es keine Pfiffe, sondern viel Applaus.

Enttäuscht sind die Fans nur vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), der wegen des Chaos' beim Relegationsspiel gegen Hertha einen Teilausschluss der Zuschauer für die Spiele gegen Mönchengladbach und Freiburg verhängt hatte. Nachdem sie beim Gladbach-Spiel ein Plakat mit der Aufschrift „Fick dich DFB“ aufgehangen hatten und der Verein nichts dagegen unternahm, wurde die Fortuna vom Verband zu einer Stellungnahme aufgefordert. Noch ist unklar, ob der Aufsteiger bestraft wird.

Vor dem Spiel hatte der Verein an seine Fans appelliert, den DFB nicht erneut zu verunglimpfen. Die Ultras bewiesen Humor und hingen ein „Freu dich DFB“-Plakat in ihre Kurve. Daran wird es nichts auszusetzen geben, möglicherweise aber am Verhalten der Freiburger Fans: Diesmal hing im Gästeblock ein „Fick dich DFB“-Banner.

Wenn das so weitergeht und sich die Fans der verschiedenen Vereinen untereinander solidarisieren, um Stimmung gegen den Verband zu machen, werden die DFB-Juristen viel Arbeit haben in den nächsten Wochen.


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