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Als Suarez und Evra das letzte Mal aufeinandertrafen, ging es heiß her. Nun kommt es zur erneuten Begegnung - Zeit, sich noch einmal an vergangene Handschlagaffären zu erinnern...

Liverpool. Man kennt das vielleicht noch aus der eigenen Kindheit. „Gebt Euch die Hand und vertragt Euch!“, hieß es damals, wenn man den Streit mit dem Nachbarsjungen - der selbstverständlich Schuld war - partout nicht beilegen wollte. Dass es im Millionengeschäft Fußball schon beinahe regelmäßig zu ähnlichen Situationen kommt, erscheint fast ein wenig skurril. In der Premier League nämlich ist vorgeschrieben, dass sich die Spieler beider Teams vor den Partien die Hand geben - das klappt allerdings nicht immer.

Bereits dreimal gab es Vorfälle, bei denen zwei Akteure, die sich nicht grün waren, den obligatorischen Handshake verweigerten. Auch am Sonntag werden die Kameras wieder auf zwei Spieler gerichtet sein, deren angespanntes Verhältnis kein Geheimnis ist. Der FC Liverpool empfängt Manchester United, Luis Suarez trifft somit auf Patrice Evra, den er rassistisch beleidigt haben soll.

Was schon im Februar dieses Jahres nicht funktioniert hatte, soll nun besser gemacht werden, wenn sich die beiden bei der Begrüßung wieder gegenüberstehen. Es bleibt abzuwarten, ob der Handschlag erfolgt - vorher gibt Goal.com Euch einen Überblick über bisherige Aufeinandertreffen, die nicht wie von der FA gewünscht verliefen.

John Terry vs. Wayne Bridge, 27. Februar 2010


Als die Nachricht die Runde machte, Terry habe eine Affäre mit der Ex-Freundin seines Nationalmannschaftkollegen und ehemaligen Freundes Bridge gehabt, war das natürlich gefundenes Fressen für die englischen Boulevardmedien. Das Thema wurde bis ins kleinste Detail ausgeschlachtet und die Affäre sollte schließlich sogar zum Nationalmannschaftsrücktritt von Bridge führen.

Den verkündete der damalige Akteur von Manchester City kurz vor dem direkten Aufeinandertreffen der beiden Akteure, dass am 27. Februar 2010 an der Stamford Bridge erfolgte. Die Kameras verfolgten das Geschehen bei der Begrüßung selbstverständlich genau und zeigten einen Bridge, der den Chelsea-Akteur ignorierte und ihn schlichtweg übergang - der Handschlag blieb aus.

Patrice Evra vs. Luis Suarez, 11. Februar 2012


Auch Patrice Evra und Luis Suarez dürften wohl keine Freunde mehr werden. Letzterer soll den Abwehrmann in Diensten von Manchester United im Oktober des vergangenen Jahres rassistisch beleidigt haben und wurde daraufhin für acht Spiele gesperrt und zu einer Geldstrafe in Höhe von 48.000 Euro verklagt.

Im Old Trafford kam es im Februar schließlich zum Wiedersehen. Wieder wurde gespannt verfolgt, ob sich die beiden Akteure die Hand geben würden. Taten sie nicht. Genauer gesagt war es der Mann vom FC Liverpool, der an Evra vorbeischritt und ihn nicht beachtete - der United-Akteur griff seinen Intimfeind verärgert am Arm und wurde von den Unparteiischen zurückgehalten.

Doch damit nicht genug: Manchester gewann die Partie letztlich trotz eines Suarez-Treffers mit 2:1, Evra feierte nach Abpfiff demonstrativ vor dem Uruguayer und sprang dabei hämisch auf und ab. Wieder schritten die Schiedsrichter so wie einige andere Akteure ein, um ihn zu beruhigen. Wenig später entschuldigte sich Suarez öffentlich dafür, Evra nicht die Hand gegeben zu haben. Fortsetzung folgt am Sonntag gegen 14:25 Uhr.

Anton Ferdinand vs. John Terry, 15. September 2012


Auch in der jüngsten Handschlag-Affäre stand ein Rassismusvorwurf im Raum. Im Oktober 2011 soll der Chelsea-Mann QPR-Akteur Anton Ferdinand, Bruder von Terry Ex-Nationalmannschaftskollege Rio, aufgrund seiner Hautfarbe beleidigt haben. Das Ganze zog weite Kreise, der Beschuldigte musste sich vor Gericht verantworten, wurde aber freigesprochen. Die Verhandlung vor dem Tribunal der FA steht noch aus, in der Nationalelf musste Terry seine Kapitänsbinde abgeben. Sogar der Rücktritt des ehemaligen englischen Nationaltrainers Fabio Capello war eine Folge dieser Affäre.

Wurde bei den letzten Aufeinandertreffen zwischen den Queens Park Rangers und Chelsea noch auf die normalerweise obligatorischen Handschläge verzichtet, gab es nun vor der Partie am vergangenen Samstag eine Ansage von der FA: „Alle Parteien verstehen und bestätigen, dass der Handschlag als Bestandteil der normalen Begrüßung vor dem Spiel über die Bühne gehen wird“, hieß es in einer Erklärung.

Also Friede, Freude, Eierkuchen? Mitnichten. Ferdinand ignorierte die von Terry angebotene Hand, auch Ashley Cole wurde von ihm nicht beachtet. Cole hatte in der Verhandlung gegen Terry für seinen Mannschaftskollegen ausgesagt und ihn so entlastet. Auch die übrigen Chelsea-Akteure wurden von Ferdinand nicht eben freundlich begrüßt, betont fest drückte er bei den Handschlägen zu. Cole drehte sich zu allem Überfluss noch weg, als der QPR-Mann vor ihm stand und spuckte auf den Rasen.

EURE MEINUNG: Verweigerte Handschläge - Kindergartenverhalten oder verständliche Reaktion?
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