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Nach sieben Punkten aus den ersten drei Spielen hat der 1. FC Nürnberg seine erste Saisonniederlage erlitten. Selbst die erneut starken Standards von Kiyotake reichten nicht aus.

Nürnberg. Nach sieben Spielen aus drei nicht gerade leichten Auftaktpartien ist der 1. FC Nürnberg zurück in der Realität angekommen. In einer rassigen Partie mit viel Tempo, einigen Torraumszenen und jeder Menge Aufreger unterlag der neunmalige deutsche Meister mit 1:2 und verpasste so die Tabellenführung für eine Nacht. Die holte sich stattdessen Eintracht Frankfurt mit einer klaren Spielanlage, tollen Einzelspielern und einer Defensivordnung, die den Namen auch verdient hat. Auch wenn man in Reihen des 1. FC Nürnberg noch weitere Gründe für die Pleite im Spiel um die Spitze sieht.

Hadern mit dem Schiedsrichter

Es ist oft ganz simpel, der einfachste Weg eine Niederlage zu erklären oder gar zu rechtfertigen. Die Schuld vom eigenen Leibe abweisen und einem Anderen, in diesem Falle dem Schiedsrichter, in die Schuhe zu schieben. Ganz so einfach wollten es sich Spieler und Trainer nicht machen, die deutliche Kritik an Referee Felix Zwayer kam nach Spielschluss dennoch deutlich zum Vorschein. „Ich habe mit Inui gesprochen und er hat zugegeben, dass er einen Handelfmeter verursacht hat“, sagte Per Nilsson nach der Partie gegenüber Goal.com. Doch die Szene, an der sich die Nürnberger wirklich aufhingen, war das Foul von Carlos Zambrano nach knapp 20 Minuten an Tomas Pekhart. Der Peruaner hatte bereits die Gelbe Karte gesehen und hätte beim Abpfiff eines Foulspiels „zwingend vom Platz gestellt werden müssen“, wie Hanno Balitsch nach dem Spiel äußerte.

Auch Trainer Dieter Hecking ließ diese Szene keine Ruhe. In seinem Statement auf der Pressekonferenz sagte der FCN-Coach: „Das war die 19. Minute und wir waren richtig gut drin. Für mich ist die Szene mit Zambrano zwingend gelb/rot. Pekhart ist da auf dem Weg in den Strafraum und wird gefoult. Da lasse ich gar nicht mit mir diskutieren.“ Ob Pekhart wirklich von Zambrano zu Fall gebracht wurde, lässt sich auch mit der Zeitlupe nur schwerlich erkennen. Klar ist aber: Pfeift Referee Zwayer das Foulspiel, muss er den Verteidiger konsequenterweise des Feldes verweisen. Nichtsdestotrotz besaß Trainer Hecking die Klasse, um das Ergebnis sachlich bewerten zu können: „Am Ende haben wir das Pech bei Sebastian Polter, der mit etwas Glück den Doppelpack zum Ausgleich macht.. Es wäre ein glückliches Unentschieden gewesen. Glückwunsch an Eintracht Frankfurt. Sie waren letztendlich das eine Tor besser als wir.“

Eine unnötige, selbst verschuldete Pleite

Dass der FCN sich diese Pleite aber auch selbst zuzuschreiben hatte, wurde von Spielern wie Trainer fair und sachlich anerkannt. Dieter Hecking sah sein Team gerade im ersten Durchgang „oftmals einen halben Schritt zu spät“, gerade bei Chancen durch eigene Standards. Per Nilsson kritisierte die Einstellung des Teams in der ersten Halbzeit: „Es war unnötig, wie wir in der ersten Halbzeit aufgetreten sind. Es kommt immer darauf an, wie man verliert. Wir haben viel Verbesserungsbedarf, denn der erste Durchgang war die schlechteste Halbzeit der Saison bislang.“ Hanno Balitsch befand: „Wir haben nicht ins Spiel gefunden, uns aber trotzdem unsere Chancen erarbeitet. Nun gilt es, weiterzuarbeiten und zu regenerieren für die englische Woche. Frankfurt ist eine sehr gut organisierte Mannschaft.“ Die Heimflaute des 1. FC Nürnberg hält also an. Saison übergreifend gab es nun seit vier Spielen keinen Sieg mehr im heimischen Frankenland (zwei Remis, zwei Niederlagen). Auswärts hingegen hat der FCN viermal in Folge gewonnen und damit einen Vereinsrekord eingestellt.



Nürnbergs neue Waffe: Standardsituationen

Aus dem Spiel spielt der Club zwar weitgehend sauberen und dynamischen Fußball, die wirklichen Gefahrensituationen werden aber derzeit durch Standards erzeugt. Der Mann, der seit diesem Sommer für die ruhenden Bälle zuständig ist, heißt Hiroshi Kiyotake. Der Japaner tritt Ecken und Freistößen von beiden Seiten und findet immer wieder die Köpfe seiner eigenen Mitspieler. Das Rezept ist einfach: Man nehme einen gefährlichen Standardschützen, dazu ein paar Kanten, die über das richtige Timing und die Physis verfügen und schon verfügt man über ein gefährliches Standardteam. Das erkannte auch der gegnerische Trainer Armin Veh an, der sagte, dass Kiyotake Standards sehr gut trete und bei ruhenden Bällen immer etwas passieren könne. In der Mitte lauern wahlweise Tomas Pekhart, Sebastian Polter, Per Nilsson oder Timm Klose. Auch ein Hanno Balitsch zeigt bei Standards seine Präsenz. Bei einer solchen Situation stieß Balitsch gleich zu Beginn mit Eintracht-Kapitän Schwegler zusammen. Während Schwegler mit einer Platzwunde vom Feld musste, ging es bei Balitsch weiter. Er sagte nach dem Spiel: „Es ist noch eine kleine Beule da, aber ich bin verhältnismäßig gut weggekommen.“ Durchaus eine Gemeinsamkeit mit dem 1. FC Nürnberg - eine erste Beule nach drei ordentlichen Spielen und einem solide gefüllten Punktekonto. Der FCN ist weiter auf Kurs.


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