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Der Aufsteiger aus Frankfurt mischt derzeit die Liga auf und hält als einziger Klub mit den Bayern mit. Goal.com erklärt, warum die Eintracht überrascht und was schief gehen kann.

Frankfurt. In der Saison 2012/2013 überrascht Eintracht Frankfurt mit einer bisher eiskalten Offensive. Die Fahrstuhlmannschaft von einst könnte sich mit diesem Fußball erstmals seit fast zwei Jahrzehnten länger als gewohnt in der ersten Bundesliga halten. Goal.com erklärt, wie es zu dem Umschwung in Hessen kommt und woran der Klub letztendlich doch noch scheitern könnte.

Volle Kraft voraus in Frankfurt

Bereits vor Beginn der laufenden Spielzeit kündigte Veh an, man wolle in der 1. Liga offensiv aufspielen, statt sich mauernd zu den nötigen Punkten für den Klassenerhalt zu mausern. Mit drei Remis gegen vermeintliche Topgegner stünde die Eintracht derzeit im hinteren Mittelfeld der Liga – stattdessen dürfen sich Fans und Verantwortliche über den zweiten Platz freuen, vor allem aber über mindestens sechs Punkte Vorsprung auf die direkte Konkurrenz aus Fürth, Mainz, Augsburg und überraschenderweise auch aus Hamburg und Hoffenheim.

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Frankfurt hat sich dieses Jahr das richtige Motto zu Herzen genommen, hat dafür die richtigen Akteure eingekauft und wird von den treuen Anhängern belohnt. Die Stimmung in der Commerzbank Arena ist seit jeher grandios, doch derzeit bebt das Waldstadion bei jedem Treffer des Klubs.

Veh, der Stuttgarter Meistertrainer

Hauptverantwortlich für diesen Umschwung ist Trainer Armin Veh, der den hessischen Verein 2011 nach dem Abstieg unter Christoph Daum übernommen hatte. Das Ziel war der direkte Wiederaufstieg, das aktuelle Ziel lautet Klassenerhalt. Aber Veh hat Erfahrung im Meisterschaftskampf – ein großer Vorteil im Vergleich zur Konkurrenz. Er weiß, wann und wo die nötigen Punkte gesammelt werden müssen und wie man mit etwaigen Rückschlägen umgehen muss.


Trapp
Jung Zambrano Anderson Oczipka
Schwegler Rode
Aigner Meier Inui
Occean

Die hungrigen Youngster pushen

Die Eintracht ist nun zum dritten Mal in Folge mit der gleichen Startaufstellung aufgelaufen und hat den dritten Sieg in Folge ergattern können. Es verwundert allerdings, wie stark die Mannen von Veh bereits zusammen spielen, denn im Vergleich zur Saison in der zweiten Liga hat sich auf einigen Positionen etwas geändert.

Einzig die beiden Positionen im defensiven Mittelfeld mit den immer noch jungen, aber bereits äußerst erfahrenen, Pirmin Schwegler und Sebastian Rode und die Außenverteidigerpositionen blieben unverändert. Im offensiven Mittelfeld sorgt weiterhin Alexander Meier für die nötigen Spielmacherqualitäten. Auf allen anderen Positionen agieren hungrige Akteure, die sich einen Platz in der ersten Mannschaft erkämpft haben. Gleichzeitig wurde das Durchschnittsalter des Teams um ungefähr zwei Jahre gesenkt.

Insbesondere Takashi Inui wird den Erwartungen gerecht und hat in seinen drei Partien bereits drei Scorerpunkte erzielt. Der quirlige Japaner ist derzeit der Akteur, welcher der Eintracht so lange gefehlt hat. Er ist der Dribbler, der mögliche Superstar, den die Fans so lange herbeigesehnt haben. Entgegen der Erwartungen kommt er auch auf der Außenbahn sehr gut zurecht und muss sich keinen Konkurrenzkampf mit Meier um die Position in der Mitte liefern.

„D“ wie Defizit Defensive

Doch auch die fehlende Erfahrung könnte insbesondere in der Defensive nun eine größere Rolle spielen. Die Eintracht hat bereits drei Treffer in dieser Saison hinnehmen müssen – kein ungewöhnlicher Wert, nur Dortmund und die Bayern haben im Spitzensextett weniger Gegentreffer vorzuweisen.

   „Wir bleiben auch nach diesem Sieg ganz bescheiden. Wir wissen, dass wir nun nicht durch die Liga spazieren.“

- Pirmin Schwegler nach dem dritten Sieg im dritten Spiel

Doch die Hessen hat vor allem gegen den Hamburger SV viel Glück und profitierten vom Unvermögen der Angreifer des Gastgebers. „Gerade in Überzahl haben wir zu viele Chancen zugelassen und unsere Konter nicht genutzt“, analysierte Rode die Situation nach der Partie treffend gegenüber der offiziellen Webseite des Klubs. Auch Hoffenheim wurden in der Anfangsphase zu viele Chancen geboten. Die Defensive muss erst noch in der Bundesliga ankommen – und zwar schnellstmöglich.

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Der Höhenflug muss anhalten

Nun gilt es für die Eintrach, den ersten Rückschlag so weit wie möglich hinauszuzögern, um weiter auf der Welle des Erfolgs schwimmen zu können. In Nürnberg wird es nicht einfach, denn die Franken sind ebenfalls stark in die Saison gestartet und haben noch keine Niederlage auf dem Konto.

Anschließend muss der aktuelle Tabellenzweite in einer englischen Woche gegen Borussia Dortmund ran. Hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen – sollte die Eintracht gegen den amtierenden Meister einen Punkt erhaschen können, ist ein vorzeitiger Klassenerhalt allemal im Bereich des Möglichen.

Die zweite Reihe muss standhalten

Auch ist noch unklar, welche Rolle die zweite Reihe der Eintracht in dieser Saison spielen wird und spielen kann. Was fehlender Druck von der Bank in einer Mannschaft anrichten kann, war letztes Jahr beim deutschen Rekordmeister zu beobachten. Vor allem die Verteidiger Vadim Demidov und Karim Matmour müssen Druck auf ihre Konkurrenten ausüben, damit eine schnelle Leistungssteigerung möglich ist.

Besonders für Rode und Schwegler scheint derzeit kein adäquater Ersatz im Kader vorhanden zu sein – doch es haben bereits einige Youngster nach dem Sprung ins kalte Wasser geglänzt. Wie die Eintracht mit personellen und spielerischen Rückschlägen umgeht, wird sich zeigen. Mit Veh ist der richtige Mentor zur Stelle. „Wir bleiben auch nach diesem Sieg ganz bescheiden. Wir wissen, dass wir nun nicht durch die Liga spazieren. Als Aufsteiger haben wir neun Punkte, das ist außergewöhnlich“, erklärte Schwegler bereits. Indes rückt der Klassenerhalt immer näher.

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