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Patentrezept gefunden? Wie die Gegner Borussia Dortmund das Leben schwermachen
Die ersten beiden Partien haben gezeigt, dass der Double-Sieger noch nicht auf Touren kommt. Kein Wunder, denn die Kontrahenten haben sich besser auf das Spiel des BVB eingestellt.
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Schwachstelle entdeckt?
Dass sich die Gegner der Dortmunder allmählich auf die Spielweise einstellen, ist ein „normaler“ und nachvollziehbarer Prozess. Doch zeigten der letztjährige Aufsteiger FC Augsburg in der vergangenen Rückserie und der 1.FC Nürnberg am letzten Spieltag, wie man den deutschen Meister ärgern kann. „Das war ärgerlich, wir waren alle auch ein bisschen wütend“, so Sebastian Kehl nach dem Spiel beim „Club“.
Auch der Nebenmann des Kapitäns, Ilkay Gündogan, fand deutliche Worte nach dem enttäuschenden Unentschieden gegen die Franken. „Wir hatten zu wenig Geduld, haben stattdessen überhastet reagiert.“ Zudem gestand er ein, dass diese defensive Spielweise der Nürnberger den Schwarz-Gelben nicht liege und dort der Hebel angesetzt werden solle. „Wir müssen lernen, besser damit umzugehen und ein passendes Gegenmittel zu finden.“
| MATS HUMMELS | Der eigentliche Spielmacher |
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Hummels ist der „wahre“ Spielmacher
Dabei waren die Nürnberger von ihrem Coach Dieter Hecking hervorragend eingestellt worden. Sie setzten Mats Hummels ständig unter Druck, sodass dieser nicht am Spiel (-Aufbau) teilnehmen konnte. Dies zeigen auch die Werte dieses Spiels. Der deutsche Nationalspieler ist der „Aufbauspieler“ des BVB. Er sorgt für die Verteilung der Bälle von hinten heraus, ist Bindeglied zwischen Verteidigung und Mittelfeld und kann auch des Öfteren durch lange Bälle in die Spitze für Gefahr sorgen. Der FCN hat dies als wichtige Schnittstelle im Spielsystem des BVB entdeckt und ihn permanent in die Mangel genommen. Dadurch waren andere gefragt, die diese Lücke aber nicht schließen konnten. Sobald man die Dortmunder mit Pressing unter Druck setzte, verloren sie mehr Zweikämpfe.
| NEVEN SUBOTIC | Der „Stellvertreter“ |
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Defizite müssen aufgeholt werden
Der „Co-Pilot“ von Hummels in der Innenverteidigung ist Neven Subotic. Er stand unter Zugzwang und konnte das Steuer nicht wirklich übernehmen. Der Serbe hat zwar regelmäßig hervorragende Zweikampfwerte, doch hat er noch einige Schwächen in der Spieleröffnung. Er versucht auch öfter mit langen Bällen das Spiel anzukurbeln, aber sein Nebenmann ist ihm in diesem Punkt ein wenig voraus. In den meisten BVB-Begegnungen war es Hummels, der die meisten Ballkontakte und gespielten Pässe zu verzeichnen hatte. Wird er zugestellt, dann ist es Subotic, der die Spitzenwerte inne hat.
Auch der „Club“ war sich dieser Schwäche bewusst. „Wir haben den stärkeren Aufbauspieler Hummels zugestellt und eher Subotic das Spiel machen lassen - das ist über weite Strecken sehr gut aufgegangen“, so Hanno Balitsch. Der serbische Nationalspieler erkannte die taktische Meisterleistung von Hecking an. „Sie haben beinahe über den ganzen Platz Mann gegen Mann gespielt. Egal, wo einer von uns mit Ball auftauchte, waren sie dann auch sofort da. Da blieb wenig Raum, wir haben das dann aber auch oft nicht gut gemacht.“

Noch nicht ganz integriert
Auch im schwarz-gelben Mittelfeld läuft noch nicht alles nach Plan. Nach dem Weggang von Shinji Kagawa waren die Befürchtungen groß, dass das Offensivspiel des BVB merklich schwächer werde. Mit Nationalspieler Marco Reus konnten die Borussen-Bosse jedoch einen nominell adäquaten Ersatz finden. In den ersten beiden Pflichtspielen im DFB-Pokal und gegen Werder Bremen konnte der 23-Jährige durchaus überzeugen und machte durch seine Treffer von sich reden. Doch das Aufbauspiel klappt noch nicht ganz. Reus muss noch mehr Defensivarbeit leisten als bei den „Fohlen“. Von Spiel zu Spiel kann man sehen, wie sich der deutsche Nationalspieler an die Abläufe gewöhnt.
Das Kombinationsspiel mit Sturmspitze Robert Lewandowski will indes noch nicht klappen. Beide Spieler finden sich noch nicht auf dem Platz. Da der Pole ein spielstarker Angreifer ist, ist es nur eine Frage der Zeit, wann er Reus Torchancen auflegt. Spätestens dann kann der gebürtige Dortmunder seinen überragenden Torabschluss komplett ausschöpfen.
Noch nicht ganz der „Alte“
| Muss sich durchkämpfen | |||
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| Gegner Freiburg Bremen Nürnberg |
Torchancen 6 4 3 |
Gefoult 0 3 3 |
Ballkontakte 34 52 31 |
A propos Lewandowski: Der 24-Jährige läuft, bietet sich an, hält und verteilt die Bälle. In dieser Saison haben sich die Gegner aber auch auf seine Spielweise eingestellt. Der Angreifer wird stets eng markiert und die gegnerischen Verteidiger sind sichtbar bemüht, ihm möglichst wenig Raum zu gewähren. Lewandowski sucht daher bemerkenswert oft den schnellen Abschluss aus der Distanz. Noch ohne Erfolg. Im Strafraum selber hängt er meistens in der Luft, da die Flanken und Pässe noch zu wenig in die gefährliche Zone gespielt werden.
Der früher Posener muss daher weit zurück ins Mittelfeld, um sich Bälle zu holen. Da die gegnerischen Teams auch oft Pressing spielen, gibt es kaum Kontermöglichkeiten für den BVB, bei denen sich der Pole einbringen kann. Seine Zweikampfwerte sind bisher ebenfalls schwach. Aktuell konnte Lewandowski lediglich ein Tor vorbereiten und erzielte selbst noch keine Hütte. Doch die Parallelen sind verblüffend: Letzte Saison zu dieser Zeit hatte er dieselben Werte. Erst am dritten Spieltag platzte der Knoten und er erzielte seinen ersten Saisontreffer...
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