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Nach der tollen EM: Wie sieht die Squadra Azzurra bei der WM in zwei Jahren aus?

Mit dem EM-Finale hätten wohl nur wenige gerechnet. Nun arbeitet der Nationaltrainer eifrig am neuen Kader und kann sich durchaus glücklich schätzen.

Rom. Die EM ist ein paar Monate alt, schon geht es mit der Qualifikation zur WM 2014 weiter. Am Freitag startet Italien gegen Bulgarien das Projekt Brasilien. Mit dabei sind viele junge Gesichter, die die Squadra Azzurra in Zukunft prägen sollen. Nun schlägt auch die Serie A den richtigen Weg ein und setzt immer mehr auf junge italienische Spieler.

Prandelli glaubt an die Jugend

Bereits bei der EM gab der Nationaltrainer den jungen Spielern eine Chance und fügte sie in das Gerüst um Buffon, de Rossi und Pirlo ein. Hinter Buffon und Pirlo steht im Hinblick auf die WM in zwei Jahren ein Fragezeichen, auch für Antonio Cassano könnte die EM das letzte Turnier gewesen sein. Andrea Barzagli wird bei der WM 2014 33 Jahre alt sein, für einen Verteidiger ein kritisches Alter. Auf der anderen Seite stehen Akteure wie Bonucci, Marchisio, Balotelli oder aber auch Giovinco auf dem Feld, um diese Löcher zu stopfen. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Serie A immer mehr jungen Italienern die Chance gibt, sich zu beweisen. Dies wird sich auch in der Squadra Azzurra bemerkbar machen.



Buffon will nicht aufhören

Im Tor ist es durchaus möglich, dass der Torhüter auch bei der WM in zwei Jahren den Kasten der Azzurri sauber halten wird. Wenn Buffon aufhören sollte, wird es auf dieser Position ein großes Problem geben, denn Sirigu, Viviano und Co. sind zwar starke Torhüter, aber Buffon wird nicht zu ersetzen sein. Doch wie man die lebende Legende von Juventus Turin kennt, wird er sich die Möglichkeit nicht nehmen lassen und die Nummer eins bleiben, solange sein Körper mitspielt: „Es ist etwas zu früh darüber zu reden, ob ich für Italien bei der WM spielen werde, aber ich werde immer das Begehren in mir tragen, für die Azzurri zu spielen“, ließ er im August vor dem Supercup-Finale gegen den SSC Neapel verlauten.

Kein Cannavaro oder Nesta

So spielt Italien gegen Bulgarien:


Buffon
Barzagli, Bonucci, Ogbonna
Maggio, De Rossi, Pirlo, Marchisio, Giaccherini
Giovinco, Osvaldo
Zugegeben, die Abwehr ist nicht mehr das Prunkstück der Italiener, an starken Verteidigern mangelt es trotzdem nicht. Bonucci spielte eine herausragende EM und wird auch weiterhin zur Nationalmannschaft gehören. Chiellini ist nach wie vor der stärkste italienische Innenverteidiger, solange er frei von Verletzungen bleibt. Prandelli baut zwar weiterhin auf Barzagli, doch für ihn wird der Coach langfristig einen Ersatz suchen müssen, schließlich ist Barzagli mittlerweile 31 Jahre alt. Inter-Verteidiger Andrea Ranocchia galt vor Jahren zusammen mit Bonucci als würdige Nachfolger von Cannavaro und Nesta, doch der Abwehrspieler muss sich unter Stramaccioni bei den Nerazzurri erst wieder beweisen, um für Prandelli infrage zu kommen.

Ogbonna, Astori, Acerbi – weitere vielversprechende Abwehrspieler, die noch reifen und um einen Platz in der Squadra Azzurra kämpfen werden. Auch die Frage, ob der Nationaltrainer auf eine Dreier- oder Viererkette baut, wird interessant zu beobachten sein. Derzeit geht der Trend in der Serie A in Richtung Dreierkette.

Auf den Außenpositionen ist man aktuell mit Balzaretti, Maggio, Abate und Antonini gut besetzt, die ersten Beiden werden in zwei Jahren 32 und sind somit auch nicht mehr die Jüngsten. Dahinter gibt es wenig Auswahl, eine Dreierkette wird in Zukunft demnach immer wahrscheinlicher. Santon ist das ewige Talent, bei dem sich viele Fans noch den Durchbruch erhoffen. Ansonsten gibt es noch Mattia de Sciglio vom AC Mailand, ein 19-jähriger Rechtsverteidiger.

Das magische Trio

Das neue Prunkstück ist das Mittelfeld. Pirlo, de Rossi und Marchisio verfügen über eine Qualität, die derzeit nur Spanien überbieten kann. Dass de Rossi auch in der Abwehrzentrale als Bindeglied zwischen Verteidigung und Mittelfeld glänzen kann, hat er besonders im ersten Gruppenspiel gegen Spanien eindrucksvoll bewiesen. Doch sein Platz ist im Mittelfeld. Die Beiden werden in Brasilien in jedem Fall zur Stammelf gehören. Bei der Position von Pirlo muss man sich Sorgen machen. Klar, mit Verratti hat man bereits einen Nachfolger gefunden, doch der junge Mittelfeldspieler wird den besten Regisseur, den Italien in den letzten Jahren hatte, nicht so einfach ersetzen können. Beachtlich sind die Leistungen von Riccardo Montolivo in der Nationalelf. Unter Prandelli fühlt sich der Spieler besonders wohl, dies zeigte er auch in Florenz, als Prandelli die Viola trainierte. Neben ihm gibt es da auch Antonio Nocerino, der besonders durch seinen Einsatz und seine Torgefahr besticht. Kürzlich machte auch Alessandro Florenzi vom AS Rom auf sich aufmerksam, unter Zeman hat sich der 21-Jährige einen Stammplatz erkämpft.

Andrea Poli galt vor Jahren als der Pirlo-Nachfolger, blieb bisher jedoch einiges schuldig, sein Talent ist weiterhin unbestritten. Giaccherini wird es in dieser Saison schwer haben, der Italiener zählt bei Juventus Turin nicht zu den Stammkräften und nach den starken Vorstellungen von Asamoah wird das auch vorerst so bleiben.

Wer stürmt neben Balotelli?

Im Sturm hat Italien einiges zu bieten. Generell hat die Squadra Azzurra jede Menge Angreifer, doch nur ganz wenige verdienen das Prädikat „Weltklasse“. Pazzini, Quagliarella, Matri, Borriello – gute Stürmer,
So könnte Italien 2014 aussehen:


Buffon/Sirigu
Abate, Bonucci, Chiellini, Ogbonna
De Rossi, Pirlo/Verratti, Marchisio

Diamanti/Montolivo
Giovinco, Balotelli
mehr aber auch nicht. Doch jetzt hat Prandelli die Qual der Wahl und muss „nur“ das Duo finden, welches am Besten harmoniert. Mario Balotelli ist spätestens nach der EM 2012 im Sturm gesetzt, eigentlich auch Antonio Cassano, doch der exzentrische Stürmer kämpft mit seiner Fitness und gegen das Alter.

Dahinter stehen Leute wie Giovinco, Destro oder Osvaldo, den Prandelli als „modernen Stürmer“ schätzt. Die Namen Ciro Immobile und Lorenzo Insigne dürften vielen noch unbekannt sein, doch die beiden Torjäger sorgten in der abgelaufenen Saison in der Serie B für Furore und haben sich auch jetzt schon in Genua und Napoli einen Stammplatz erarbeitet, Insigne soll gar in die großen Fußstapfen von Ezequiel Lavezzi treten. Dazu kommt Stephan El Shaarawy, der nach dem Abgang von Zlatan Ibrahimovic nun auch seinen Stammplatz bei Milan erhalten hat. Der Junge verfügt über eine außergewöhnliche Veranlagung und könnte mit Balotelli einen unberechenbaren Sturm bilden, oder aber auch Fabio Borini, der sich momentan beim FC Liverpool beweisen will. Nicht vergessen sollte man Alessandro Diamanti, der auch als hängende Spitze agieren kann und mit 29 Jahren durchaus noch Chancen hat, bei der WM in Brasilien dabei zu sein.








Die Position des Regisseurs wird wahrscheinlich die größte Baustelle sein, die Italien im Hinblick auf die WM zu bewältigen hat, auch die Außenverteidiger-Positionen werden ein Problem darstellen. Ansonsten hat Prandelli in allen Mannschaftsteilen jede Menge Auswahl und kann sich, im Gegensatz zu früheren Nationaltrainern, jetzt endlich darauf verlassen, dass in der Serie A immer mehr junge Italiener Verantwortung übernehmen und somit reifen können. Mit Prandelli wird Italien auch bei der WM erfrischenden Offensiv-Fußball bieten, mit dem sie bei der EM einige neutrale Fans dazugewonnen haben.

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