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„Nie mehr zweite Liga“ skandierten die Zuschauer beim 2:1-Sieg der Eintracht gegen Leverkusen. Sie könnten recht behalten. Unter Trainer Veh entwickelt sich etwas am Main.

Frankfurt. Jene Fans von Eintracht Frankfurt, die trotz der Einschränkungen des DFB im Stadion sein konnten, dürften sich größtenteils verwundert die Augen gerieben haben. Was ihre Mannschaft gegen Bayer Leverkusen auf dem Rasen anbot, war so nicht zu erwarten.

Bruchhagen hatte der Mannschaft so eine Leistung nicht zugetraut

„Wenn sie mich so fragen – nein“, antwortete der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen auf die Frage, ob er der Mannschaft eine derartige Leistung zugetraut hätte. 2:1 endete der Saisonauftakt gegen stark einzuschätzende Leverkusener nach tollem Kampf und teils hervorragendem Fußball. „Wenn ich bedenke, dass unsere Innenverteidigung erst fünfmal miteinander trainieren konnte, hätte ich das so nicht erwartet“, blies auch Trainer Armin Veh ins selbe Horn.

Veh: „Wir wollen offensiv spielen“

Der 51-jährige Fußballlehrer war mit dem Spiel seiner Mannschaft trotz einiger Chancen des Gegners vollends zufrieden - wohlwissend das der Umbau seiner Elf und seine vorgegebene Philosophie bereits die ersten Früchte einbringt. „Das Offensive ist unser Spiel, das wir weiterentwickeln werden“, bekannte Veh und ergänzte: „Dabei fängt man sich halt auch mal einen Konter.“

Konter gab es für Bayer einige, doch der Coach beschwichtigte flugs: „Gegen Leverkusen kann man nicht alles verteidigen. Sie haben eine enorme Qualität.“ In der Tat hatte das Innenverteidiger-Duo Anderson/Zambrano einiges an Arbeit zu verrichten. Dabei war Veh vor allem mit dem peruanischen Neuzugang vollends zufrieden: „Zambrano hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Er war sehr, sehr präsent und zweikampfstark.

Veh wechselte den Sieg ein

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Überhaupt war es das Spiel der Neuzugänge. Mit Stefan Aigner und Martin Lanig trafen gleich zwei Neue in die Maschen. Stefano Celozzi, ebenfalls ein Frischling in der Truppe von Armin Veh, bereitete zudem das 2:1 per maßgeschneiderter Flanke mustergültig vor. Die beiden letztgenannten wechselte der Coach erst spät ins Spiel ein.

Es entsteht etwas am Riederwald – die Handschrift des einstigen Meistertrainers vom VfB Stuttgart ist klar zu erkennen. Mit dem Abstieg wird die Eintracht so nicht viel zu tun bekommen. Veh, der als außerordentlicher Realist gilt, ist sich dennoch der mit Sicherheit kommenden Rückschläge bewusst. „Wir werden auch mal einen mehr bekommen als wir in der Lage sind zu schießen“, sagte er schon vor einigen Wochen.

Geduld gefragt - Hoffnung gegeben

Veh wird die Eintracht weiter auf dem Boden halten und die vielen jungen Spieler weiterentwickeln. Allerdings benötigt dieser Prozess auch Zeit. „In Aue waren wir alle noch Bratwürste, nun sind wir Rinderfilet“, beschwerte sich Kapitän Pirmin Schwegler und warb dabei um Geduld.

Der Weg der Eintracht ist noch weit und dürfte mit einigen Stolpersteinen gesät sein – dennoch darf man frohen Mutes sein am Main. Es entsteht etwas in Frankfurt. Eine junge, bissige und entwicklungsfähige Truppe macht sich auf den Konkurrenten mit schönem Offensivspiel einzuheizen.

Die hoch verdienten drei Punkte gegen Leverkusen kann ihnen keiner mehr nehmen. Nun fehlen „nur“ noch 37 bis zum großen Ziel Klassenerhalt. Dann dürfen die Fans auch offiziell „nie mehr zweite Liga“ skandieren.

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