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Fehlentscheidungen gibt es in der Bundesliga an jedem Wochenende. Am Samstag erreignete sich allerdings in Frankfurt eine außergewöhnlich klare.

Frankfurt. Es war neben dem nichtgegebenen Treffer von Stefan Aigner der Streitpunkt des Spiels. Beim 2:1-Sieg von Eintracht Frankfurt in der Bundesliga-Partie gegen Bayer Leverkusen verweigerte Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer dem gut aufspielenden Aufsteiger einen glasklaren Elfmeter.

Bruchhagen außer sich vor Wut

Alex Meier hatte beim Stand von 0:1 nach einer zu kurzen Kopfballrückgabe den Ball über Leverkusens Torhüter Bernd Leno gelupft und wurde dann beim Vorbeilaufen von ihm am Fuß getroffen – ein klarer Elfmeter und eine Rote Karte für den Schlussmann. Eigentlich. Kinhöfer und sein Assistent hatten da allerdings eine andere, höchst exklusive Meinung.

„Das war die klarste Fehlentscheidung, wie ich sie in meiner Laufbahn noch nie gesehen habe“, sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen zornig. „Unfassbar, eine unglaubliche Fehlentscheidung.“ Der 63-Jährige war in jenen Minuten derart erregt, dass es ihn nicht mehr in seiner Loge hielt. In der Manier eines Usain Bolt sprintete Bruchhagen runter in den Innenraum, um den vierten Offiziellen seine Sicht der Dinge zu erklären.

Trapp zieh Vergleich mit seiner Aktion in Aue

„Es wäre deprimierend gewesen, wenn man so um die Ernte der Früchte gebracht worden wäre“, war Bruchhagen nach dem Spiel noch immer sichtlich angefressen. Alexander Meier selbst sah die Aktion weitaus nüchterner als sein höchster Chef: „Das war ein Foul, er hat mich am linken Fuß getroffen.“ Torhüter Kevin Trapp hatte zudem ein Plädoyer für seinen Mannschaftskollegen parat. „Alex ist kein Spieler, der sich fallenlässt“, sagte die neue Nummer eins der Eintracht und zog direkt einen Vergleich zum DFB-Pokal-Spiel in Aue: „Für eine ähnliche Situation habe ich letzte Woche neben einem Elfmeter die Rote Karte gesehen.“

Veh erleichtert

Sein Trainer Armin Veh zeigte sich derweil nach einem aus seiner Sicht „richtig guten Bundesligaspiel“ und „absolut verdienten Sieg“ sichtlich erleichtert. „Wir waren klar benachteiligt. Einen klareren Elfmeter gibt es nicht“, sagte er und fügte zufrieden an: „Gott sei Dank war diese Situation heute nicht spielentscheidend.“

Dass neben diesem nicht gegebenen Foulelfmeter ein schön herausgespieltes Tor für die Eintracht ebenfalls nicht gegeben wurde, war da schon beinahe vergessen. Als Sebastian Rode den Ball in der 23. Minute von der Grundlinie auf den vermeintlichen Torschützen Stefan Aigner zurückpasste, soll dieser bereits die Auslinie mit vollem Umfang überschritten haben. Eine knifflige Entscheidung – selbst die TV-Bilder gaben nach mehrmaligem Betrachten keine klare Meinung her.

Deshalb war jene Situation für die Protagonisten schnell abgehakt. Selbst der Passgeber – Sebastian Rode – wusste am Ende nicht, ob der Ball bereits mit dem vollen Umfang über der Linie war oder nicht. Trainer Armin Veh gab süffisant zu Protokoll: „Es ist schon kurios. Den klaren Elfmeter sieht der Linienrichter nicht - den vermeintlichen Aus-Ball hingegen aus über 70 Metern schon.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte sich dann auch „Usain Heribert Bruchhagen Bolt“ wieder beruhigt.

EURE MEINUNG: Die Situationen aus Eurer Sicht: War es ein Elfmeter? War der Ball vor dem Pass von Rode bereits mit vollem Umfang über der Linie?
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