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Manchester United: Liegt Kagawas Zukunft auf der Sechs?

Kagawa und United - ein Abenteuer, das für alle Beteiligten zu einer Erfolgsstory zu werden scheint. Die offene Frage: Welchen Part übernimmt der Japaner in seinem neuen Team?

Manchester. Mit der Vertragsunterschrift bei Manchester United ist für Shinji Kagawa ein Traum wahr geworden. Der von Borussia Dortmund zum englischen Spitzenklub gewechselte Japaner unterzeichnete bei den „Red Devils“ einen langfristigen Kontrakt bis 2016 und hofft, unter Coach Sir Alex Ferguson den nächsten Karriereschritt machen zu können. Welche Rolle aber wird der 23-Jährige beim Vizemeister der Premier League einnehmen?

Die Sechser-Position - ein Zukunftsmodell?

Am vergangenen Samstag im Testspiel bei Hannover 96 offenbarte Ferguson eine interessante Variante: Kagawa agierte 75 Minuten lang neben Tom Cleverley im defensiven Mittelfeld. Eine ungewohnte Position, hatte er beim BVB doch zumeist als waschechter Zehner agiert. In der AWD-Arena aber wurde er auf der Sechs getestet, wodurch Kagawa ungewohnte Wege nach hinten gehen musste.

Er holte sich die Bälle von den Innenverteidigern, verteilte sie dann auf die in der Spitze stehenden Akteure. Dadurch kamen seine Offensiv-Qualitäten zwar nicht so häufig wie gewohnt zur Geltung, Kagawa machte seine Sache aber durchaus ordentlich und kam sogar das eine oder andere Mal zum Abschluss.

Das Zusammenspiel funktioniert

„Wir haben in der Offensive sehr starke Spieler, die sich wirklich gut bewegen können. Wenn ich die mit Bällen versorge, kreieren wir Chancen und es besteht auch die Möglichkeit, dass ich die Kugel zurückbekomme“, erklärte er nach der Partie. Zudem wagte der kleine Techniker auch immer wieder Vorstöße in die Spitze: „Wenn Spieler wie Ryan Giggs oder Nani den Ball auf dem Flügel bekommen haben, bin ich in der Mitte vorgestoßen, um in einer guten Position für Anspiele zu sein.“

Rollentausch mit Rooney

Und auch der Rollentausch mit Wayne Rooney, der hinter dem Stürmer agierte, sorgte dafür, dass Kagawa sich mit ins Offensiv-Spiel einbinden konnte: „Wenn Rooney sich zurückgezogen hat, bin ich vorgestoßen“, erläuterte er. Auch der Superstar schien gefallen an der getesteten Variante zu haben: „Er ist großartig. Er ist eine super Verpflichtung für uns und ich freue mich sehr, mit ihm in der neuen Saison zusammenzuspielen. Ich denke, das Zusammenspiel klappt schon ganz gut. Zusammen mit Tom Cleverley bilden wir ein gutes Dreiergespann.“

Ein Modell für die Zukunft? Klar ist, dass die Konkurrenz im defensiven oder auch zentralen Mittelfeld groß ist - neben Tom Cleverley sind hier noch Akteure wie Michael Carrick oder die Urgesteine Paul Scholes und Ryan Giggs weitere Optionen. Klar ist aber auch, dass die Konkurrenz auf der Zehner-Position oder den Flügeln mindestens genauso namhaft ist.

Offensive Rolle bevorzugt

So bleibt abzuwarten, was Ferguson mit Kagawa tatsächlich vorhat. Die Neuverpflichtung selbst scheint sich jedenfalls wesentlich wohler zu fühlen, wenn sie höher stehen darf. „Das Spiel war für mich ein bisschen schwierig“, erklärte der 33-fache japanische Nationalspieler. Wirklich testen konnte er diese Rolle zuvor nicht: „Im Training habe ich als Sechser bislang noch nicht gespielt.“ In der Jugend hatte Kagawa im Alter von 15 Jahren zwar schon einmal auf dieser Position agiert, zwei Jahre später aber wurde ihm eine offensivere Rolle zugedacht.

15 Minuten vor Schluss durfte er dann doch noch auf seine angestammte Position vorrücken und agierte fortan direkt hinter dem Angriff. „Als ich in der Schlussphase auf die Zehner-Position vorgerückt bin, lief es besser“, so Kagawa - prompt netzte er in der 85. Minute zum 4:3-Siegtreffer ein.

Scheitern bei United? Unwahrscheinlich

Wo auch immer der letztjährige Double-Gewinner sich bei United einfinden wird, ein Gewinn für Manchester ist er ohne jeden Zweifel. Es erscheint unwahrscheinlich, dass Kagawa bei seinem neuen Verein scheitert - trotz der großen Konkurrenz. Zumindest legen die Eindrücke aus Hannover und den übrigen bisherigen Testspielen nahe, dass er mit seinem Wechsel auf die Insel alles richtig gemacht hat. Zumal er bei sich noch viel Luft nach oben sieht: „Ich bin mir sicher, dass ich mich noch verbessern werde“, versprach Kagawa in den Katakomben der AWD-Arena.

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