thumbnail Hallo,

Regis Dorn erzielte gegen Köln den Ausgleich in letzter Minute - kein Wunder, dass die Domstädter am Ende konsterniert waren. Goal.com sprach mit den Spielern.

Köln. „Es hat einfach weh getan – wenn Du kurz vor Schluss verdient führst und denkst, Du hast das Spiel gewonnen und dann alles so unglücklich passiert. Der Ball wird in den Lauf des Gegners abgefälscht und dann kommt so ein Tor dabei heraus. Da sind wir natürlich enttäuscht“, fasste ein deprimierter Mato Jajalo seine Gefühlslage nach dem Last-Minute-Ausgleich des Franzosen Regis Dorn zusammen. Das Tor für den SV Sandhausen war zwar nicht unverdient, doch aus Sicht des 1. FC Köln trotzdem völlig unnötig. Eine 1:0-Führung im Heimspiel gegen Sandhausen über die Zeit zu bringen, das sollte, bei allem Respekt vor den Gästen aus Baden-Württemberg, doch der Anspruch des Bundesliga-Absteigers sein. Doch Regis Dorn erzielte per sehenswertem Seitfallheber in der 89. Minute noch den 1:1-Ausgleich in einem engen Spiel.

Engagierte Kölner zu Beginn der Halbzeiten

Man merkte den Kölnern an, dass sie gewinnen wollten: Vor allem Matthias Lehmann mit einigen guten Balleroberungen, Daniel Royer mit guten Laufwegen und feiner Ballverarbeitung sowie Jajalo mit seiner Technik waren die Aktivposten im Kölner Spiel. Thomas Bröker schaffte es, mit dem Rücken zum Tor viele Bälle zu verarbeiten, wenn er auch bei seinen daraus resultierenden Fehlschüssen noch weit das Ziel verfehlte. Besonders jeweils zu Beginn der Halbzeiten war der FC stark und erarbeitete sich einige Chancen – doch brachten die Kölner den Ball nicht auf das Tor, so dass Ischdonat nur selten eingreifen musste. Je länger die Halbzeiten dauerten, desto mehr kamen auch die Gäste aus Sandhausen ins Spiel – vor allem über Flanken von der linken Kölner Abwehrseite (hier macht Eichner ein schwaches Spiel) kam es immer wieder brenzligen Situationen im Kölner Strafraum.

Schlechte Kölner Konter

Außerdem waren viele Kopfballabwehrversuche von Maroh und Wimmer zu kurz und landeten postwendend wieder in den Füßen der dicht gestaffelten Sandhausener. Matuschyk und Lehmann hingen in diesen Situationen häufig in der Luft und hielten sich ein paar Meter zu offensiv oder defensiv auf – ein „Verbindungsspieler“ fehlte. Gut für die Kölner, dass besonders Lehmann dennoch in der Defensive viele Bälle erobern konnte. Jetzt folgte meist der schnelle Querpass zu Matuschyk, der dann die Bälle verteilte – das hatte schon etwas von einem Plan. Dass die Kölner trotzdem keine drei Punkte sammeln konnten, lag an dem schlechten Konterverhalten nach dem Führungstreffer: Anstatt sich aus der stärker werdenden Umklammerung der Sandhausener zu befreien, landeten aussichtsreiche Konterbälle schnell wieder bei den Gästen – immerhin versuchten die Kölner in dieser Phase jedoch, den Ball nicht einfach hinten raus zu dreschen, sondern die Räume zu nutzen. Nur: In mancher Spielsituation wäre es sicher besser gewesen, den Ball auch mal rustikal hinten raus zu schlagen, um sich neu zu staffeln. Trotzdem sah Köln wie der sichere Sieger aus, ehe Regis Dorn in der 89. Minute den Ausgleichstreffer markierte.

Enttäuschte Kölner Stimmen

Thomas Bröker war nach dem Spiel die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: „Ich hätte lieber kein Tor gemacht, aber dafür drei Punkte gesammelt. Richtig freuen kann ich mich also nicht. Vor allem, weil wir am Ende so eine Gurke gefangen haben – wir hätten konsequenter auf das zweite Tor spielen sollen.“ Das sah auch Teamkollege Mato Jajalo so: „Mit dem zweiten Tor hätten wir gewonnen. Dass es jetzt nicht so ist, ist schade, aber wir sind auf einem guten Weg, haben mehr Automatismen in unserem Spiel als im vergangenen Jahr.“ Das mag vielleicht so sein, dennoch ist ein Punkt aus Spielen gegen Braunschweig und Sandhausen zu wenig für die Kölner, wie Dominic Maroh sagte: „Vielleicht fehlt uns gerade auch einfach das letzte Quentchen – aber sicher: Nach der unglücklichen Niederlage gegen Braunschweig und dem Remis heute haben wir schon jetzt zu viele Punkte liegen gelassen.“ Doch es gab auch glückliche Spieler in der Mixed Zone - Regis Dorn zum Beispiel. Der ehemalige KSC-Spieler freute sich über seinen Ausgleichstreffer: „Damit haben wir geschafft, was nicht viele Teams schaffen werden: Wir haben einen Punkt aus Köln entführt. Und ich habe Argumente gesammelt, dass mich der Coach auch mal von Beginn an aufstellt. Ich bin topfit, weiß noch immer, wo das Tor steht und will spielen.“

 

EURE MEINUNG: Was fehlt im Spiel der Kölner?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig