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Trotz zwei entscheidender Elfmeter, die er nicht verwandeln konnte, führte Ronaldo Real Madrid zurück an die Spitze der Primera Division. Diese Leistung gilt es zu bestätigen.

ANALYSE
Von Luca Caioli

Am Ende waren es zwei Elfmeter, die für Cristiano Ronaldo die Tür zum Paradies geschlossen hielten: Der erste war der Fehlschuss im Champions-League-Halbfinale gegen Bayern München. Der zweite ereignete sich im Halbfinale der EURO 2012 gegen Spanien als er nicht mehr antreten konnte. Zwei kleine und dennoch signifikante dunkel Flecken in Ronaldos bester Saison seit er im Juli 2009 zu Real Madrid wechselte.

Es sah alles so rosig aus vor diesen beiden Abenden, und dennoch: Im April erzielte er einen Treffer im Camp Nou und ebnete den für Real Madrid zum Titelgewinn in der Primera Division – Lionel Messi und der FC Barcelona hatten das Nachsehen. Das war noch besser als die Treffer gegen Barcelona im Finale der Copa del Rey zwölf Monate zuvor. Er sagte selbst, den Titel der Primera Division gegen Barcelona zu gewinnen, und das mit einem Neun-Punkte-Vorsprung, sei erstaunlich gewesen.

CRISTIANO RONALDO | STATISTIK 2011/2012

MEHR ÜBER
CRISTIANO RONALDO

Wettbewerb Spiele
Tore Assists Gelbe Karten
 Primera Divison 38 46 13 4
 Champions League 10 10 4 1
 Copa del Rey 5 3 0 1
 Supercopa 2 1 0 1
Gesamt 55 60 17 7
Spiel im Camp Nou brachte die Wende

Erstaunlich deshalb, weil Cristiano, Jose Mourinho und ganz Real Madrid das schier unbezwingbare Barcelona endlich besiegen konnten. Ronaldo hatte Alpträume von Messi, und Mourinho von Guardiola. Aber sie besiegten die Angst und verdrängen die Gedanken an die Niederlagen in den vorherigen Clasicos.

Das Spiel im Camp Nou hat Madrid aber noch etwas Weiteres gebracht. Sicherlich steht das nächste Aufeinandertreffen in der spanischen Supercopa, das die Katalanen und die „Königlichen“ wieder zusammenbringt, bereits in einigen Tagen bevor. Aber in den Köpfen müssen sich die phänomenalen Leistungen – gerade von Ronaldo – in den letzten zwölf Monaten festsetzen.

Ein Rekord für die Geschichte

Er erzielte 60 Pflichtspieltore für Madrid (46 in der Liga, zehn in der Champions League, drei in der Copa del Rey und ein weiteres in der Supercopa), und weitere fünf Treffer für Portugal. Es ist eine beeindruckende Zahl, die zum zweiten Mal nur durch die 50-Ligatore von Lionel Messi überstrahlt wurde. Messis Saison war ein wahres Torfestival: 73 Treffer, ein Rekord in der Geschichte des Weltfußballs. Aber wie Mourinho schon sagte, reichte es dieses Mal nicht, um einen großen Titel zu gewinnen.

Nur die Ruhe, ich bin da! | Ronaldo sicherte den Ligatitel im Camp Nou

Und er dürfte auch nicht zum vierten Mal in Folge den Ballon d’Or im Januar 2013 gewinnen. Denn, wie Mourinho weiter meint: „Um zu gewinnen , muss man der beste Spieler der Saison sein. Cristiano half dem Team, etwas zu gewinnen. Ich glaube nicht, dass jemand jemals Weltfußballer wurde, ohne etwas Wichtiges in einer Saison gewonnen zu haben. Wie soll Messi also gewinnen, ohne die Primera Division oder die Champions League gewonnen zu haben?“

Lieber Champions League als Ballon d'Or

Im Moment würde Cristiano Ronaldo lieber an andere Themen denken, aber jeder weiß, dass er diese höchste individuelle Auszeichnung noch einmal erreichen möchte – wie bereits im Jahr 2008. Im selben Jahr erreichte er das letzte Mal die Topplatzierung in der Goal.com-50-Wertung. Messis drei Jahre andauernde Siegesserie dadurch zu beenden, gäbe ihm natürlich zusätzliche Freude.

Aber noch lieber als diese Auszeichnung würde Ronaldo die Champions League gewinnen, doch die bedeutendste Trophäe im Vereinsfußball konnte Real seit über einem Jahrzehnt nicht mehr ins Santiago Bernabeu holen. Die „Königsklasse“ konnte Ronaldo bisher nur mit Manchester United gewinnen – mit Real hat er hierbei in wichtigen Momenten stets verloren. Für ihn und den Klub bleibt dieser Titel also weiterhin erstrebenswert.

Seine zahlreichen Treffer geben allen Grund zu glauben, dass sie die Liga wieder gewinnen können, genauso wie die Copa del Rey – und er kann dabei, sowohl in Spanien als auch in ganz Europa, Topscorer werden. Das ist keinerlei Übertreibung: Schon als Kind in Madeira wollte Cristiano Ronaldo immer alles gewinnen, selbst wenn es nur ums Murmelspielen ging. Er hat sich stets neue Ziele gesetzt, und versucht sich selbst damit zu übertreffen. Seine drei Jahre in Madrid haben genau das gezeigt.

Er steigerte sich bisher mit jedem Jahr: 33 Tore in der ersten Saison, 53 in der zweiten und 60 in der vergangenen. Insgesamt 146 Tore in gerademal 144 Partien – im Durchschnitt also 1.01 Treffer pro Spiel
Gegen jeden Ligarivalen treffsicher

Er steigerte sich bisher mit jedem Jahr: 33 Tore in der ersten Saison, 53 in der zweiten und 60 in der vergangenen. Insgesamt 146 Tore in gerademal 144 Partien – im Durchschnitt also 1.01 Treffer pro Spiel. Er ist der Spieler bei Real Madrid, der die 100-Tore-Marke in weniger Spielen jeder andere vor ihm erreichte. Er ist der einzige Spieler in der Primera Division, der gegen sämtliche 19 Gegner  in einer Saison traf – allein 19-mal traf er schon gegen seinen Lieblingsgegner, den FC Malaga. Es sind aber nicht nur die Tore, die seinen großartigen Fortschritt verdeutlichen.

Viel eindrucksvoller erscheint die Tatsache wie sich der Portugiese insgesamt in das Spiel seiner Mannschaft einbringt – die vermehrte Defensivarbeit und die Torvorbereitungen machen sein Spiel noch kompletter. Cristiano hat sich zu einem Führungsspieler bei Real Madrid entwickelt – ebenso wie für die portugiesische Nationalmannschaft. Der Kapitän der „Seleccao“ verhalf seinem Team mit drei Toren, das Halbfinale der EURO 2012 zu erreichen. Sein entscheidender Doppelpack im Spiel gegen die Niederlande sorgte dabei erst für den Einzug in die Runde der letzten Acht.

Mit dieser Leistung unterstrich er, dass die Portugiesen ihn wieder als Helden feiern können. Auch den Zeitungen im Lande kamen nicht drum herum, ihn als besten Spieler der Welt zu feiern.

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