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Nun kommen die Fans zu Wort. Wir haben fünf Thesen zum BVB aufgestellt, ihr habt geantwortet. Dortmund-Anhänger aus ganz Deutschland nehmen Stellung zu aktuellen Themen.

Dortmund. Titelverteidigung geglückt, erster Double-Sieg perfekt, neue Rekord-Saison in der Bundesliga aufgestellt. Dennoch gibt es einen klar erkennbaren Riss in der ansonsten heilen Welt von Borussia Dortmund: Das unrühmliche Abschneiden in der letzten Champions-League-Saison. Wird man in dieser Saison die Gruppenphase überstehen? Zu diesem und anderen Themen hat Goal.com BVB-Fans befragt, sie haben geantwortet.

1. These: „Die hohe Ablösesumme wirkt auf Marco Reus wie ein Hemmschuh. Der Neu-Dortmunder kommt nur sehr schwer in Tritt und muss um einen Stammplatz kämpfen.“

Marion Wittler (Klinische Linguistin): „Absoluter Blödsinn. Reus ist ein bodenständiger Typ, der weiß, was auf ihn zukommt – aber auch, was er kann! Durch seinen Optimismus, seine Spielfreude und sein Selbstbewusstsein wird er ein Leistungsträger der Dortmunder Mannschaft sein und sie perfekt ergänzen!“

Stefan Buczko (Autor bei bundesligafootball.co.uk): „Marco Reus ist selbstbewusst genug, als dass ihm die Ablösesumme zu Kopfe steigen könnte. Seine Spielintelligenz ist hoch genug, um das Dortmunder System, welches in Gladbach ja ähnlich war, schnellstens zu verinnerlichen. Ich bin gespannt, auf welcher Position Klopp Reus einsetzen wird. Ich favorisiere ihn auf links, weil Götze der bessere Spielgestalter ist und sich gerade anfangs die Kompensation von Shinji einfacher umsetzen lässt. Durch die Rotation und Wechselstrategie wird Reus aber wahrscheinlich auf allen offensiven Mittelfeldpositionen eingesetzt werden.“



David Schäfer (Fan seit der Post-Meyer/Niebaum-Ära): „Ich glaube nicht, dass Reus jemand ist, der sich davon beeinflussen lässt. Davon abgesehen kann ich mir dennoch vorstellen, dass er trotz seiner spielerischen Klasse leichte Anlaufschwierigkeiten haben könnte wie schon einige Spieler vor ihm.“

Patrick Preidt: „Die Ablöse wird für Marco Reus kein Hemmschuh sein. Er hat selber bereits gesagt, dass es für ihn keine Belastung darstellt. Mehr noch, er hätte schon früher davon geträumt, dass ein Verein mal so viel Geld für ihn bezahlen würde. Natürlich wird er seine Zeit brauchen, um sich in dem laufintensiven System von Jürgen Klopp zurechtzufinden, auch wird er beim BVB mehr nach hinten arbeiten müssen. Jedoch besitzt er so viel Qualität, dass er sich auch hier durchsetzen wird. Ob dies gleich zu einem Stammplatz führen muss, ist die andere Frage. Der BVB ist in der Offensive sehr gut besetzt, da wird es auch Härtefälle geben müssen. Allerdings ist die Saison lang und so wird jeder Einzelne genügend Einsatzzeiten bekommen.“

Stefan Vogel (Schwarz-gelb seit 1982)
: „Die Stammplatzproblematik sehe ich eher bei Kevin Großkreutz; er muss was tun. Überhaupt wird es interessant zu sehen sein, wie sich die offensive Dreier-Reihe zusammensetzt. Ich sehe ‚Kuba’ mit einem Bonus versehen auf rechts, Götze zentral und Reus über links als klar offensivster Mann. Spielt Reus zentral (und damit 1:1 die Kagawa-Position), wird es eng für Götze, der nicht ohne Kampf an ‚Kuba’ vorbeikommen wird. ‚Kuba’ und Piszczek sind eingespielt und ‚Kuba’ ist defensiv deutlich stärker, was einem Piszczek die Vorstöße ermöglicht.“

2. These: „Die ganzen Gerüchte um mögliche Interessenten und einen Wechsel in die Premier League sind nicht spurlos an Robert Lewandowski vorübergegangen. Der Angreifer kann nicht an die Leistungen aus der letzten Saison anknüpfen.“

Yvonne Preuß (Lehrerin): „Ich denke, er wird nicht mehr so eine bedeutende Rolle in der Torausbeute spielen. Dies liegt aber weniger an den Wechselgerüchten als daran, dass die anderen Teams sich noch mehr auf ihn einstellen werden und er oftmals somit einen schweren Stand haben wird.“

Stefan Vogel: „Hier neige ich schon eher, dem zuzustimmen. Das Thema wird zwar von seinem Berater getrieben, der ein Quartalsirrer ist, aber er hat halt auch nicht Einhalt geboten. Er könnte ihn ja auch schlicht feuern. Sagen wir es so: Ich gehe davon aus, dass er nicht alle Spiele macht und Schieber sich sehr gut einfügen wird. Da ich völlig positiv denke, gehe ich weiter davon aus, dass Reus ihn beim Toreschießen nachhaltig unterstützt.“

Marion Wittler: „Gerade weil er mit einem Wechsel in die Premier League liebäugelt, wird er alles tun, um sich weiter zu empfehlen. Da sein Vertrag beim BVB 2014 ausläuft, muss er in der kommenden Saison weiter Gas geben, um seinen Markwert zu erhalten. Und er ist Profi genug, genau das zu tun!“



Sandra Goldschmidt (Südtribünendauerkartenbesitzerin): „Könnte gut passieren. Ich glaube auch, wenn ein richtig gutes Angebot dabei gewesen wäre, wäre es sogar besser gewesen, ihn jetzt zu verkaufen, da ich die Chancen auf eine Vertragsverlängerung sehr gering sehe und man nächstes Jahr keine ganz so hohe Ablösesumme mehr bekommen wird. Weiterhin denke ich, dass die ganzen Wechselgerüchte spätestens in der Winterpause wieder losgehen. Er müsste vielleicht seine Berater mal etwas zurückhalten, was Aussagen in der Öffentlichkeit angehen.“

Stefan Buczko: „Ganz im Gegenteil. Lewandowski war klar, dass er diese Saison bei Borussia Dortmund spielen wird und hat sich auch mental darauf vorbereitet. Im alltäglichen Fußballerleben haben Gerüchte kaum Einfluss auf die Spieler. Das ist eher eine Geschichte der Medien. Ich prognostiziere jetzt mal ganz gewagt, aber dennoch realistisch, dass Lewandowski nächste Saison noch besser sein wird als letzte Saison, weswegen ich auch befürchte, dass es seine letzte Saison bei Borussia Dortmund sein wird.“

Clarissa Judmann: „Da würde ich zustimmen. Vor allem der Berater von Lewandowski scheint einen Wechsel extrem forcieren zu wollen, und ich bin mir nicht sicher ob das spurlos an Lewandowski vorbeigehen wird.“

3. These: „Leonardo Bittencourt sorgt für die große Überraschung und erarbeitet sich einen Stammplatz im offensiven Mittelfeld.“

Stefan Buczko: „Als aller erstes sollte der Dortmund-Fan das Wort "Stamm-" aus seinem Vokabular streichen. Eine Stammelf wird es in dieser Saison so nicht mehr geben. Leonardo Bittencourt hat den Kritikern schon in der Vorbereitung gezeigt, dass die 3 Millionen Euro Ablöse berichtigt sind. Dass ihm das Talent aus beiden Ohren herausläuft, ist nicht zu übersehen, aber im Mittelfeld wird es schwierig für ihn an der Konkurrenz vorbei zu kommen. Jürgen Klopp hat verschiedene Möglichkeiten sein offensives Mittelfeld aufzustellen, 4-2-3-1 vorausgesetzt. Dass Leo Bittencourt seine Einsatzzeiten bekommt, ist aber selbstverständlich. Er hat auf jeden Fall genügend Wuselpotential um perfekt in unser Offensivspiel hineinzupassen.“

Marion Wittler: „Dass es gleich ein Stammplatz sein wird, wage ich zu bezweifeln. Dennoch hat Leonardo meiner Meinung nach das Potential, bei Dortmund zu bestehen – allerdings sollte er die Zeit bekommen, die er braucht, um sich entsprechend zu entwickeln. Von der zweiten Liga zu einem Erstligaspitzenverein zu wechseln, ist schon ein riesiger Schritt – da sollte man einen Fuß vor den anderen setzten – insbesondere auch im Hinblick auf sein Alter. Ich bin überzeugt, dass Jürgen Klopp das richtige Maß ansetzen wird.“



Patrick Preidt: „In den Testspielen hat er schon gezeigt, dass er über große Qualitäten verfügt. Zudem kann er auf allen drei offensiven Positionen eingesetzt werden. Trotzdem halte ich es für ausgeschlossen, dass er sich innerhalb kürzester Zeit einen Stammplatz erkämpft. Neben der großen Konkurrenz und der Tatsache, dass er noch keine Minute Bundesligaerfahrung besitzt, muss er sicherlich auch körperlich noch ordentlich zulegen.“

Sandra Goldschmidt: „Ich könnte mir vorstellen, dass Bittencourt eine ähnliche Saison spielt wie Leitner letztes Jahr, da haben die meisten ja wahrscheinlich auch nicht mit so vielen Einsätzen gerechnet, wie es am Ende wurden. Ich glaube, ein Stammplatz wäre nächste Saison noch zu früh, aber für 2013/2014 könnte ich mir das eher vorstellen. Ich denke aber auf jeden Fall, dass er einige Einsätze haben wird.“

David Schäfer: „Der Ex-Cottbuser hat in den vergangenen Testspielen unbestritten auf sich aufmerksam gemacht und viel versprechende Ansätze gezeigt. Er scheint ein großer Gewinn für den Verein zu sein und hat die Kritiker, die Zweifel am Sinn dieses Transfers geäußert hatten, vorerst verstummen lassen. Trotz alledem würde es mich jedoch sehr wundern, sollte er sich auf Anhieb einen Stammplatz erkämpfen. An ‚Kuba’ führt auf der rechten Seite meiner Ansicht nach momentan kein Weg vorbei, da er ein perfektes Duo mit Piszczek bildet, und die Klasse eines Götze oder Reus hat er einfach noch nicht.“

Yvonne Preuß: „Nein, ich denke ein Stammplatz, zumindest am Anfang der Saison, ist nicht drin. Er wird aber seine Chance bekommen und sie dann auch nutzen!“

4. These: „Trotz Shinji Kagawas Abgang übersteht der BVB die Gruppenphase der Champions League in dieser Saison souverän und schmeißt dabei sogar einen Favoriten aus Lostopf 1 heraus.“

Clarissa Judmann: „Da bin ich mir nicht so sicher. Dortmund wird höchstwahrscheinlich wieder im Lostopf 4 sein, und somit schwere Gegner in der Gruppe zugelost bekommen. Ein Erreichen des dritten Platzes, und somit der Europa League, wäre schon ein Erfolg und man könnte vor allem Punkte und Erfahrung sammeln. Platz 2 ist meines Erachtens möglich, aber da müssen wir schon wesentlich abgeklärter als letzte Saison spielen.“

Sandra Goldschmidt: „Es wäre schön, aber glaube, dass es wieder sehr schwierig wird, vor allem, wenn wir wieder in Lostopf 4 sind. Wenn wir keine Hammergruppe bekommen, sehe ich Platz 2 als realistisch an. Nach dem Abschneiden in Champions League und Europa League in den letzten 2 Jahren sollten wir dieses Mal auf jeden Fall wenigstens die Gruppenphase überstehen. Viertelfinale müsste realistisch sein.“

Yvonne Preuß: „Na klar! Irgendwann muss es doch auch mal international klappen. Nicht nur gut spielen, sondern auch gewinnen ist dieses Jahr die Devise!“

Stefan Buczko: „Am 30. August werde ich mit feuchten Händen vorm Fernseher sitzen und gebannt die Auslosung verfolgen, erst dann kann man wirklich abschätzen, wie einfach oder wie schwer es wird. Ich bin jedenfalls guter Dinge, die Mannschaft hat sich in der letzten Saison so stark entwickelt, dass sie sehr viel abgeklärter spielt. Das 2:0 gegen Gladbach ist wohl das beste Beispiel. Nicht nur die Mannschaft, sondern auch das Trainerteam hat die richtigen Schlüsse aus der letzten Champions-League-Saison gezogen und wird allgemein viel defensiver und abwartender an die Sache herangehen.“

5. These: „Borussia Dortmund schafft nach Gladbach und Bayern als dritte Mannschaft den Titel-Hattrick in der Bundesliga.“

Stefan Vogel: „Der Titel geht nur über uns. Darum: ja. Aber werden wir 2. oder 3. feiere ich auch wie ein Stier. Für die nächsten Jahre war das bislang schön genug. Ich weiß noch zu gut, wo wir herkommen. Angesichts von 2005 und der beinahe Insolvenz, reichen mir sogar EL-Teilnahmen. Solange Schalke geschlagen wird. Zweimal. Und deutlich.“

David Schäfer: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dem BVB der Titel-Hattrick gelingt, wage aber bei dieser Konkurrenz keine Prognose abzugeben. Die Spieler müssen in fast jedem Spiel an ihre Grenzen gehen und über sich hinauswachsen. Das gelingt nur, wenn sich die Doublegewinner ihren viel gerühmten Erfolgshunger bewahren. Mit Jürgen Klopp als Trainer und bei jedem Heimspiel über 70.000 Mann im Rücken sind dafür aber gute Voraussetzungen geschaffen.“

Stefan Buczko: „Dadurch, dass keine andere Mannschaft der Bundesligatitelaspiranten so
gut eingespielt ist, wie Borussia Dortmund und so gut im Kollektiv spielt, glaube ich, dass Dortmund gerade zum Anfang der Saison einen Vorteil hat. Die Meisterschaft führt definitiv nur über Dortmund, aber mir persönlich ist es gar nicht so wichtig, ob wir Meister werden oder nicht. Hauptsache man merkt der Mannschaft an, dass sie immer alles gibt und wir am Ende wieder als zweifacher Derbysieger vor den Blauen stehen. Die direkte Qualifikation für die Champions League wäre schon riesig.“

Clarissa Judmann: „Der Titel-Hattrick kommt! Wird bestimmt ein harter Kampf mit den Bayern (und vielleicht auch Schalke sowie Gladbach oder einem Überraschungsteam), aber für die nächste Bundesligasaison bin ich sehr zuversichtlich.“

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