thumbnail Hallo,

Kevin de Bruyne vor Leihe bei Werder Bremen: Belgiens Allzweckwaffe

Von Chelsea zu Werder: Kevin de Bruyne spielt wohl bald für den Bundesligisten. Der Mittelfeldmann ist noch nicht gut genug für Londons Mega-Stars. Werder aber darf sich freuen.

Berlin. Es war ein erfolgreicher Kurztrip, den Klaus Allofs am Anfang der Woche absolvierte. Der Sportdirektor von Werder Bremen war am Montag nach London geflogen, um mit den Bossen des FC Chelsea zu verhandeln. Aus Bremer Sicht sind die Gespräche erfolgreich verlaufen: Wunschspieler Kevin de Bruyne spielt wohl bald für den Bundesligisten. Allofs drückt sich zwar noch vor einer endgültigen Bestätigung: „Ich mache es nicht, solange es nicht unterschrieben ist“, so der Sportdirektor, doch die offizielle Verlautbarung der Personalie ist wohl nur noch Formsache.

Ausleihe

Der 20 Jahre alte Belgier wechselt für ein Jahr von den „Blues“ an die Weser, für kolportierte 1,3 Milloionen Euro laut Bild. Eine Kaufoption gewährten die Briten den Hanseaten allerdings nicht – was aus Chelsea-Sicht auch Sinn macht: De Bruyne gehört zu den Rohdiamanten des amtierenden Champions-League-Siegers, an der Weser soll er den Feinschliff bekommen und danach in London groß auftrumpfen.

Belgische Allzweckwaffe 

De Bruyne gilt in seiner Heimat als Allzweckwaffe im Mittelfeld, kann er doch in der Mitte und auf den Außenbahnen agieren. Er ist trickreich, wendig und blitzschnell. Schon im Alter von 17 Jahren schaffte der 1,80 Meter große Blondschopf den Sprung aus der Jugend in die erste Mannschaft des KRC Genk. Das war im Mai 2009, schon in der darauffolgenden Saison ergatterte De Bruyne einen Stammplatz. 

In Genk sammelte er Europa-League- und Champions-League-Erfahrung, schon im August 2010 feierte er sein Debüt in der belgischen Nationalmannschaft, für die er bislang zweimal spielte. Bis auf einen zweimonatigen krankheitsbedingten Ausfall im Herbst 2010 wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers ging es für den Mittelfeldspieler stets steil nach oben.

Villas-Boas lotste De Bruyne nach London 

Scouts von mehreren europäischen Top-Klubs beobachteten De Bruyne, als dessen Berater Ende vergangenen Jahres einen Anruf aus London erhielt. Andre Villas-Boas, der damalige, mittlerweile geschasste Trainer des FC Chelsea, bekundete sein Interesse an De Bruyne. Nach wochenlangem Ringen zwischen den beiden Klubs wechselte das Talent schließlich für etwa acht Millionen Euro zu den „Blues“ – um sogleich wieder nach Genk verliehen zu werden.

Damals war De Bruyne noch nicht reif genug, um mit den Großen bei Chelsea mithalten zu können, also spielte er die Spielzeit in der belgischen Jupiler League zu Ende. Insgesamt absolvierte er 72 Spiele für Genk und erzielte elf Tore, allein in der vergangenen Saison waren es acht.

Die Konkurrenz ist noch zu stark 

In der Saisonvorbereitung der Londoner in diesem Sommer hatte der Spieler die Gelegenheit, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Während der US-Tour des Klubs, die am vergangenen Wochenende zu Ende ging, wurde allerdings deutlich, dass die Konkurrenz um Michael Essien, John Obi Mikel, Eden Hazard, Oscar und Marko Marin für De Bruyne noch zu stark ist. Trainer Roberto di Matteo stimmte einer erneuten Ausleihe des jungen Belgiers zu.

Der Deal mit Werder macht für Chelsea Sinn. In der Bundesliga kann sich der Spieler weiter entwickeln und wird im kommenden Sommer voraussichtlich stärker nach London zurückkehren. Auch Werder wird sehr angetan sein von dieser Lösung, gab es nach dem Abgang von Marin doch Handlungsbedarf. Zudem wird De Bruyne Druck auf Marko Arnautovic und Aaron Hunt, die ihr Potenzial lange nicht mehr voll ausschöpften, ausüben.

„Wir arbeiten bereits lange an diesem Thema“, verriet Klaus Allofs vor einigen Tagen. Ob sich all der Aufwand gelohnt hat, ist noch schwer zu sagen. Immerhin gab es mit eben jenem Arnautovic, Carlos Alberto, Denni Avdic und Wesley in der jüngeren Vergangenheit einige Spieler, die mit Vorschusslorbeeren empfangen worden waren und dann total enttäuschten.

Dennoch: Vielversprechend ist der Transfer von De Bruyne in jedem Fall.

Folge Tim Röhn auf 

 
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !


Dazugehörig