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Der Abgang diverser Stammkräfte und der angestrebte Verjüngungskurs könnten eine positive Seite für Besiktas haben: Den Durchbruch Demircis, des größten Talents der Türkei.

Istanbul. Seit geraumer Zeit gab es keine positiven Schlagzeilen mehr über Besiktas Istanbul. Die desolate Finanzlage des Klubs, die Manipulationsvorwürfe gegen den Verein vom Bosporus sowie der Verlust vieler Stammspieler und der drohende Abgang weiterer Stars wie Ricardo Quaresma, Manuel Fernandes oder Simao Sabrosa prägten das Bild vom Istanbuler Traditionsklub, sehr zum Leidwesen der treuen Anhänger.

Aber wenn man die folgende Weisheit zu Rate zieht: „Wo Licht ist, ist auch Schatten“, bedeutet dies im Umkehrschluss: Wenn es Schatten gibt, muss es auch unweigerlich Licht geben. Dieser schwarzweiße Lichtblick trägt den Namen Muhammed Demirci.

Warten auf das große Talent

Bereits mit elf Jahren entdeckte Besiktas Demirci und nahm ihn in die eigene Jugendabteilung auf, um ihn bestmöglich zu fördern und auszubilden. Und die Fähigkeiten des kleinen Wunderdribblers blieben nicht lange verborgen. Schon als Kind verfolgten die Medien den im offensiven Mittelfeld eingesetzten jungen Türken und veröffentlichten Bilder und Videos von seinen Spielen für die Zuschauer in der Türkei. Mit Begeisterung betrachtete man die Tricks, Finten und die überragende Spielübersicht von „Mami“, wie er sofort liebevoll getauft wurde.

FC Barcelona will den Kinder-Maestro

Die mediale Aufmerksamkeit und „Mami“s Zauberfußball zogen immer größeres Interesse nach sich. Solange, bis der FC Barcelona an Besiktas‘ Tür klopfte und anfragte. Die Katalanen umwarben den jungen Rohdiamanten, um ihn ihrerseits in der vereinseigenen, weltberühmten Talentschmiede La Masia zu schleifen. Aber in allerletzter Minute besann sich Besiktas eines Besseren und wies die Avancen der „Blaugrana“ zurück. Denn „Mami“ sollte in Istanbul zu ihrem eigenen „Star“ heranreifen. Und seit diesem Tag warten die Fans der „Schwarzen Adler“ ungeduldig, dass Muhammed Demirci endlich seinen Platz im Team einnimmt und das Erbe des letzten großen Maestros Sergen Yalcin im BJK-Dress übernimmt, der wie Demirci aus der eigenen Jugend stammte.



Ist seine Zeit angebrochen?

Der heute 17-Jährige, der erstmals mit 16 Jahren das Trikot von Besiktas in einem Ligaspiel überstreifte, hat gerade ein 21-tägiges Trainingslager in Österreich mit der Mannschaft absolviert und blickt optimistisch in die neue Saison, denn die Aussagen von Trainer Samet Aybaba bieten eine zusätzliche Motivation.

„Ich schaue nicht aufs Alter, sondern die fußballerischen Leistungen“, ließ der Coach verlauten. Was das angeht sicherlich etwas, wovor sich Demirci nicht verstecken muss, da er zudem während der Vorbereitungsphase mit zwei Testspiel-Toren zu überzeugen wusste.

„Verhältnis zum Trainer gut“

„Der Umgang des Trainers mit den jungen Spielern ist gut. Der Coach hat gesagt, dass er denjenigen die Chance gibt zu spielen, die es verdienen. Diese Worte des Trainers haben mich, genau wie die anderen jungen Spieler, motiviert. Ich habe hart gearbeitet und nun ist es an der Zeit, dass ich die Früchte meiner Arbeit ernte“, so „Mami“ gegenüber der türkischen Zeitung Bugün.

Warten auf den neuen Messi(as)

Schon früh begann man den linksfüßigen Wirbelwind mit Lionel Messi zu vergleichen, sicher auch wegen der Körpergröße. Gerade einmal 1,69 Meter misst Demirci, exakt soviel wie sein argentinisches Gegenstück. Ähnlich wie beim "jungen" Messi ist das einzige Manko, das man Demirci ankreiden kann, seine fehlende körperliche Robustheit. Wenn er in diesem Punkt zulegen kann, spricht nichts gegen eine erfolgreiche Karriere, wie es der Argentinier eindrucksvoll vorgemacht hat.

Den 17-jährigen Ballkünstler beschäftigen Vergleiche mit Messi nur sekundär,  da es seiner Meinung nach egal ist wer spielt, denn nur die Mannschaftsleistung zähle. Aber er weiß auch um seine besondere Stellung bei den fanatischen Besiktas-Anhängern.
„Ich weiß, dass die Fans mich schon sehr lange beobachten und auf meinem Entwicklungsweg begleiten und daher sehr aufgeregt sind wegen der neuen Saison, weil sie mich endlich für Besiktas spielen sehen wollen“, so Demirci weiter.



„Wir haben vor niemanden Angst“

Auf die klangvollen Verstärkungen der großen Rivalen Galatasaray und Fenerbahce angesprochen, gibt sich der ambitionierte Mittelfeldregisseur vor Beginn der Süper-Lig-Saison kämpferisch.

„Wir fürchten uns nicht vor den Vereinen und ihren Transfers. Besiktas ist ein großer Klub. Wenn wir nicht auf unsere Gegner schauen, sondern auf uns selbst und unsere Schwächen sehen und beseitigen, können wir erfolgreich sein, ganz gleich, wen die anderen holen. Ich hoffe auf die Unterstützung unserer großartigen Fans, denn dank diesen beginnen wir im Inönü Stadium gegen jede Mannschaft das Spiel mit 1-0“, zeigte sich „Mami“ angriffslustig und zugleich auch seine Bewunderung für die Fans, die ihn schon seit Jahren unterstützen und darauf hoffen, dass ihr „Wunderknabe“ endlich zum ihrem „Messi(as)“ wird und Besiktas zu vielen Erfolgen führt. 

Das Potenzial des jungen Türken scheint grenzenlos, und wenn man bedenkt, dass er das Glück hatte mit Spielern wie Quaresama, Simao oder Guti zu trainieren, deren Einfluss unverkennbar ist und sich in seinem Spiel bemerkbar macht, können die Anhänger nach so vielen Tief- und Rückschlägen zumindest einen kleinen Silberstreif am Horizont erkennen, der ein wenig Licht für die Zukunft spendet.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Besiktas-Präsidium mit seinem „Youngster“ anders als mit seinen aktuellen Stars umgeht und dieses große Talent nicht am Ende auch verliert.

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