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Nach dem Abgang von Mladen Petric und Paolo Guerrero bleiben den Rothosen nur noch drei etatmäßige Mittelstürmer. Im Laufe der Saison könnte dies ein Problem werden.

Hamburg. Pünktlich um 6.45 hebt die Maschine Richtung Schweden ab – der HSV ist auf dem Weg in die Wildnis. Für den Ernstfall wird das Überleben geprobt. Spieler, Betreuer und Trainer sollen zusammenrücken. Doch egal wie eng es wird, im Sturm ist noch jede Menge Luft.

Rudnevs braucht Zeit

Auch wenn der Verkauf von Paolo Guerrero aus ökonomischer Sicht vertretbar ist, wiegt sein Abgang sportlich dennoch schwer. Gerade im so kreativarmen Spiel des HSV waren seine Qualitäten unentbehrlich. Er beherrschte es, lange und schwierige Bälle binnen weniger Momente auf den Boden zu bringen und zu kontrollieren, sowie den Ball vorne festzumachen und dadurch Zeit zu gewinnen. Sein Nachfolger, Artjoms Rudnevs, konnte in den bisherigen Tests noch nicht nachhaltig auf sich aufmerksam machen. Technische und taktische Fehler prägen sein Spiel. Insgesamt wirkt er noch nicht im Spiel des HSV integriert. „Die Kollegen wissen noch nicht, wie ich den Ball haben will. Und ich weiß noch nicht, wohin sie ihn mir zuspielen wollen“, bittet der Lette um Verständnis.

Berg vorerst gesetzt

Weil der Neuzugang noch seine Zeit brauchen wird, um sich mit dem Tempo der Bundesliga anzufreunden, soll es Marcus Berg im Sturmzentrum richten. „Er ist im Sturm erst mal gesetzt“, legte sich Trainer Thorsten Fink schon relativ früh fest. Doch auch der Schwede sucht noch seine Form – derzeit wandeln seine Leistungen zwischen Licht und Schatten, wenngleich er im Training stets durch eiskalte Vollstreckerqualitäten zu überzeugen weiß. Doch unter Wettkampfbedingungen ist seine Ausbeute bisher mager: in 43 Bundesligaeinsätzen sprangen lediglich fünf Tore heraus.

Jubeln künftig nicht mehr zusammen: Marcus Berg und Paolo Guerrero

Son und Beister auf die Flügel

Das Spiel des HSV und ganz entscheidend auch das Spiel der Stürmer wird von einer Personalie abhängen, die noch gar nicht da ist. Sowohl Berg als auch Rudnevs werden von Pässen des Spielgestalters leben, den Sportchef Arnesen dringend sucht. Heung-Min Son nahm in den bisherigen Testspielen derweil vornehmlich einen Platz auf den Flügeln ein, wo er sich mit Rückkehrer Maximilian Beister, Jacopo Sala, Ivo Ilicevic, Zhi Gin Lam und Marcell Jansen zahlreicher Konkurrenz stellen muss. Es bleibt abzuwarten, ob sich der 20-jährige Südkoreaner unter Thorsten Fink zu einem Torjäger entwickeln und das mögliche Problem im Sturmzentrum der Rothosen lösen kann.

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