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Die Badener setzen mal wieder alles auf die Jugend. Junge, frische, unverbrauchte Männer hat Coach Christian Streich geholt. Was können sie erreichen?

Freiburg. Der SC Freiburg hat, mit Ausnahme der Hinrunde der letzten Saison, zwei bärenstarke Spielzeiten hinter sich. Als Verein, der sich selbst zwischen erster und zweiter Liga sieht, ist diese Leistung außergewöhnlich. Geld ist nicht viel vorhanden, sollte doch einmal eine größere Summe, wie beim Verkauf von Papiss Demba Cisse, generiert werden, wird diese klug in die Nachwuchsarbeit investiert. Trainer Christian Streich setzte nach dem Abgang des besten Torjägers mehr denn je auf die Jugend. Dieser Marschroute bleibt er auch in der neuen Saison treu. Junge Leute wurden geholt, von anderen Klubs, so wie, selbstverständlich, aus der eigenen Jugend. Goal.com stellt die Neuzugänge vor.

Vegar Eggen Hedenstad – Der Rohdiamant

Bei diesem Namen ist Übung angesagt. Vegar Eggen Hedenstad ist Norweger und kommt von Stabaek IF in den Breisgau. Der 21-Jährige kommt in erster Linie als Rechtsverteidiger, kann aber auch auf der linken Abwehrseite eingesetzt werden. Hedenstad ist 15-maliger norwegischer U-21-Nationalspieler und debütierte im Januar diesen Jahres schon im A-Team. In seiner Heimat gilt er als eines der größten Talente, als „Rohdiamant“, den es nach eigenen Angaben „jetzt zu schleifen gilt.“ Freiburg kannte er nicht, die Bundesliga aber sehr wohl. In Norwegen genießt Deutschlands Eliteliga einen hohen Stellenwert und gilt nach der englischen Premier League als die stärkste Klasse der Welt.

SC-Sportdirektor Dirk Dufner ist ganz angetan von seinem Neuzugang aus Skandinavien. Gegenüber der Badischen Zeitung meinte er: „Mit Vegar Eggen Hedenstad haben wir den Spieler gefunden, der uns auf den Außenpositionen der Abwehrreihe weiterhelfen kann. Er gilt in Skandinavien als großes Talent mit beachtlicher Liga-Erfahrung von 96 Einsätzen und bekommt bei uns die Chance, sich in der Bundesliga weiterzuentwickeln.“

Mit diesem Transfer hat der SC Freiburg eine Problemstelle des letzten Jahres, zumindest personell, ausgebessert.

Max Kruse – Der Goalgetter

Der nächste Neuzugang muss eigentlich gar nicht vorgestellt werden. Max Kruse ist 24 Jahre alt. Sein Zuhause hat er im offensiven Mittelfeld. Er besticht durch seine Beidfüßigkeit und seine Torgefahr, welche er in der vergangenen Saison auf beeindruckende Art und Weise unterstrich. Mit 13 Toren in 34 Spielen war er bester Torjäger seines Ex-Vereins, dem FC St. Pauli. Zuvor war er auch schon für Werder Bremen aktiv. Sein Gang nach Freiburg ist also der erste Schritt weg aus der norddeutschen Heimat, hin in die sonnenreichste Stadt Deutschlands. Ein wahrer Kulturschock also für den Hanseaten.

Nachdem die „Kiez-Kicker“ den Aufstieg in der vergangenen Saison knapp verpasst haben, war der Weg frei für einen Wechsel. Dank einer Klausel in seinem bis 2014 laufenden Vertrag, beträgt die Ablösesumme gerade einmal 750 000 Euro, ein echtes Schnäppchen als, das sich der SC da an Land gezogen hat. Seine Torgefahr zeigte er bereits. Beim 4:0-Testspielerfolg über St.Gallen erzielte er einen Treffer.

Mit Max Kruse erhält der SC Freiburg einen Spieler, der durch Torgefahr, Flexibilität und die nötige Erfahrung verfügt, um das Ziel Klassenerhalt erneut mit Bravour zu stemmen.

Das sieht auch Dirf Dufner so, wie er in der Badischen Zeitung meinte: „Mit Max Kruse verpflichten wir einen torgefährlichen Mittelfeldspieler, der bereits Bundesliga-Erfahrung mitbringt. Dass es uns gelungen ist, einen umworbenen jungen Profi nach Freiburg zu holen, zeigt, dass der SC Freiburg mit seiner Philosophie eine hervorragende Adresse für talentierte Spieler bleibt.“

Marco Terrazino – Der Unvollendete

Der Deutsch-Italiener ist erst 22 Jahre alt, hat aber schon eine ganze Menge hinter sich. Ausgebildet wurde der gebürtige Mannheimer bei der TSG Hoffenheim. Dort spielte er in der Jugend, debütiert dann sogar in der ersten Mannschaft, wurde aber für nicht gut genug befunden. Nach seinen Diensten für das zweite Team von 1899, wechselte er zum Karlsruher SC in die zweite Bundesliga. Nach 36 Spielen und gerade einmal drei Treffern, stand am Ende der Saison der Abstieg für sein Ex-Team- er aber versucht es jetzt beim dritten badischen Verein, dem SC Freiburg, in der Bundesliga.

Der Mann, der sowohl im Mittelfeld, als auch im Sturm aufgestellt werden kann, galt einst als eines der größten deutschen Talente. Im Jahre 2008 erhielt er, gemeinsam mit Mario Götze und Lewis Holtby, die Fritz-Walter-Medaille. Mit dieser werden jedes Jahr die besten deutschen Nachwuchsspieler ausgezeichnet. Was aus den anderen beiden wurde, ist bekannt. Terrazino hat es aber noch nicht geschafft. Er gilt als unvollendet. Vielleicht schafft es Christian Streich ja, das volle Talent des jungen Mannes heraus zu holen. Zuzutrauen wäre es ihm allemal.

Sportdirektor Dirk Dufner ist zumindest voll von den Qualitäten des Badeners überzeugt: „Die Verpflichtung von Marco Terrazzino ist eine weitere Verstärkung der SC-Offensive. Wir sind glücklich, dass sich erneut ein junger Spieler mit Profi-Erfahrung für eine Perspektive beim SC Freiburg entscheidet“, wie er auf der Homepage des Sportclubs sagte.

Christian Günter – Der Mann für die Zukunft

Wer den SC Freiburg nur ein bisschen kennt, weiß, wie wichtig es für den Verein und das gesamt Umfeld ist, Spieler aus der eigenen Jugend an die Profis heranzuführen. So soll dies auch im Fall von Christian Günter geschehen. Der 19 Jahre alte linke Verteidiger aus Tennenbronn ist bereits seit 2007 beim SC, durchlebte die Jugendmannschaften und kennt Christian Streich selbstverständlich auch schon eine lange Zeit.

Mit dem Nachwuchs der Südbadener konnte er zweimal den DFB-Juniorenpokal gewinnen, in der vergangenen Saison sogar als Kapitän des Teams. Er weiß also, wie man Titel gewinnt und Verantwortung übernimmt, dies ist besonders mit Blick auf die Zukunft sehr wichtig. Vor dem DFB-Pokalfinale meinte er gegenüber der Badischen Zeitung: „Natürlich hat man das Ziel Profi zu werden.“ Das hat er mit seinem Vertrag also erreicht.

Allerdings wird Günter vorerst nicht im Bundesligateam zum Einsatz kommen, wenn auch er schon mit den Profis mit trainiert. Dirf Dufner im Kicker über die Pläne mit dem weiteren Mann aus der Region: „Es kann bei uns sehr schnell gehen, aber grundsätzlich ist erst einmal vorgesehen, dass sie nur mit trainieren.“

Mounir Bouziane – Der Elsäßer

Mit „sie“ ist auch dieser Mann gemeint. Mounir Bouziane ist seit 2009 beim SC Freiburg unter Vertrag. Geboren wurde der Mittel- und Flügelstürmer in St. Louis in Frankreich. Bevor er ein Teil der Freiburger Fußballschule wurde, spielte er wenige Kilometer über die Grenze bei Racing Straßburg. Er gilt nach Angaben des Trainers als sehr spielstark. In der vergangenen Saison bei der SC-Zweiten konnte er in 26 Spielen sechs Tore markieren.

Günter und Bouziane werden also erst einmal weiterhin in der zweiten Mannschaft eingesetzt, seit dieser Saison aber mit Profiverträgen in der Tasche. Und wie schnell der Weg von der Zweiten in den Stamm der Ersten gehen kann, beweist das Beispiel Jonathan Schmid, der in der Rückrunde unter Christian Streich zu einem Leistungsträger wurde.

Ezequiel Calvente – Der Spanier

Die neueste aller Neuverpflichtungen hört auf den Namen Ezequiel Calvente. Der 21-Jährige Spanier nahm bereits am Training von Christian Streich Teil und konnte den Lehrmeister so überzeugen, dass der Spieler nun für ein Jahr von Real Betis Sevilla ausgeliehen wird. Zuvor spielte der Spanier schon bei Borussia Mönchengladbach vor, diese hatten letztendlich aber kein Interesse und so wird er, für ein Jahr, Freiburger.

In Spanien wurde er in der vergangenen Halbserie schon einmal ausgeliehen. Er agierte in der zweiten Liga Spaniens. Via Facebook gab der Klub den Wechsel bekannt und Dirk Dufner meinte ergänzend: „Mit der Ausleihe für ein Jahr gehen wir kein finanzielles und auch kein sportliches Risiko ein.“ Beim Testspielerfolg über St. Gallen stand er bereits auf der linken Außenbahn im Dress der Badener auf dem Platz. Es ist schwer einzuschätzen, was er bringen wird.



Junge Spieler für den Klassenerhalt

Der SC Freiburg setzt auch vor der neuen Saison auf ein erprobtes Mittel. Junge Spieler, die Christian Streich perfekt formen und gestalten kann, sollen dem SC und seinen Anhängern ein weiteres Jahr in der Bundesliga ermöglichen. Die fünf Vorgestellten sind im Schnitt 21,4 Jahre alt, drei kommen aus der näheren Umgebung. Mit Max Kruse hat sich nur einer schon einen Namen in Deutschland gemacht. Die anderen kennen nur Insider.

Die Saisonziele klar und deutlich auf einen Punkt gebracht, hat Trainer Christian Streich in seiner unnachahmlichen Art und Weise. In der Badischen Zeitung meinte er: „Es geht darum, weiter an die Kante zu arbeiten. Wenn wir es schaffen, drei Mannschaften hinter uns zu lassen, freuen wir uns schon. Wir wissen, dass wir in Freiburg sind. Und wir wollen ordentlich Fußball spielen, damit die Leute gerne zu uns ins Stadion kommen. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir in der Bundesliga spielen und wir werden versuchen, den anderen Mannschaften Paroli zu bieten. Ich glaube, dieser Anspruch ist hoch genug.“

Dem ist Nichts hinzuzufügen. Viel Erfolg dem SC Freiburg, einem ehrlichen und sympathischen Verein aus dem Süd-Westen unserer Republik.

EURE MEINUNG: Welcher Neuzugang schlägt beim SC Freiburg in dieser Saison am meisten ein?
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