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Robin Dutt als neuer DFB-Sportdirektor - etwas überraschend begutachtet Fußball-Deutschland diese Entscheidung des DFBs. Goal.com berichtet, wo es Probleme geben könnte...

Hamburg. Etwas überraschend klang der Name des Nachfolgers von Matthias Sammer als DFB-Sportdirektor in den Ohren aller Fußballbegeisterten: Robin Dutt! Der ehemalige Übungsleiter vom SC Freiburg und von Bayer 04 Leverkusen bekleidet nun dieses Amt und soll mit seiner Fachkompetenz an Sammers jahrelangem Konzept anknüpfen.

Aufgabenstellung?

Bevor man sich ein Urteil über die Personalentscheidung Robin Dutt machen kann, sollte man erst einmal wissen, was überhaupt die Aufgaben eines DFB-Sportdirektors sind. Wenn man mal ehrlich ist, gerät der „normalsterbliche“ Fußballfan wohl erst einmal Stocken, wenn ihm diese Frage gestellt wird. Also klären wir auf: „In seiner künftigen Funktion verantwortet Dutt das gleiche Aufgabengebiet wie sein Vorgänger Sammer: die gesamte Jugend- und Talentförderung sowie die Optimierung der Trainerausbildung des Verbandes. Daneben gehöre zu seinem Bereich die Führung und Steuerung der U-Trainer“ - so Dutts neue Aufgabenstellung nach dem DFB.

Konzeption schon vorhanden

Nun heißt das aber nicht, dass Robin Dutt demnächst auf den Fußballplätzen Deutschlands zu sehen sein wird, um mit den F-Junioren gegen den Ball zu treten. Vielmehr ist der gebürtige Kölner für die Umsetzung und Weiterführung des Konzepts verantwortlich, welches Matthias Sammer in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit dem DFB entworfen hat. Eine 40-seitige Konzeption beschreibt die Vorstellung des DFB's von Talentförderung, zum größten Teil sind diese Punkte schon in der ganzen Republik umgesetzt.

Schreibtisch statt Fußballplatz

Wie sieht also Dutts Job aus? Der Schreibtisch wird wohl eher sein neuer Arbeitsplatz sein, auf dem Trainingsplatz wird er - wenn überhaupt - nur zu PR-Zwecken stehen. Das Konzept Sammers gilt es weiterhin zu verfolgen. Ob viel Platz für eigenen Input ist, ist eher fraglich. Das sollte bei Robin Dutt allerdings kein Problem sein, er war nie wirklich ein Mann für Seitenhiebe oder mit Konfliktpotenzial. In Freiburg hat er hervorragende Arbeit in einem ruhigen Umfeld geleistet, in Leverkusen hat er sich trotz vieler Probleme stets fair verhalten und zumindest in der Öffentlichkeit immer seinen Mann gestanden.



Kein Konfliktpotenzial

Matthias Sammer hatte zuletzt immer wieder Probleme mit Bundestrainer Joachim Löw - dem ehemaligen BVB-Profi wurde Sturköpfigkeit vorgeworfen. Das Problem - sollte es denn wirklich eins gewesen sein - dürfte bei Dutt nicht aufkommen. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Bundestrainer Joachim Löw und allen anderen DFB-Trainern. Und ich empfinde es als unglaublich reizvolle Herausforderung, mit den größten Talenten unseres Landes den Fußball weiter voranzubringen“, erklärte Dutt auf der ersten Pressekonferenz.

Hrubesch, der Sammer-Fan

Allerdings warten auch beim DFB einige harte Brocken auf Robin Dutt. Typen wie Horst Hrubesch oder Stefan Böger könnten mit ihrer rustikalen Art aufstoßen. Gerade Hrubesch ist ein absoluter Sammer-Fan, könnte mit der ruhigen, fachmännischen Art von Dutt so seine Probleme kommen. Die „Führung und Steuerung“ der U-Trainer - ebenfalls Aufgabe von Dutt - könnte also einige Schwierigkeiten beherbergen. Gerade weil Robin Dutt eben keiner ist, der auf den Tisch haut und auch mal gegen viele Protagonisten anredet - zumindest hat er das bei seinen bisherigen Arbeitgebern noch nicht geschafft.

Dutt ist talenterfahren

In Sachen Jugendförderung hat man mit dem 47-Jährigen allerdings einen Glücksgriff gemacht. Nicht nur in Freiburg, auch in seinen Stationen zuvor beim TSF Ditzingen und den Stuttgarter Kickers hat Dutt mit vielen jungen Talenten gearbeitet und sie gefördert und dabei auch immer einen Blick auf die Jugendabteilungen gerichtet. So hat er zumindest eine klare Vorstellung davon, was Talentförderung heißt und weiß aus eigener Erfahrung, wie diese Vorstellung erfolgsträchtig umzusetzen ist.


EURE MEINUNG: Wie wird sich Robin Dutt in seiner neuen Funktion beim DFB schlagen?
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