thumbnail Hallo,

Lange hat der gebürtiger Brandenburger geduldig im Schatten von Tim Wiese verharrt und auf seine Chance gewartet. Dass er die jetzt bekommt, ist ein logischer Schritt.

Bremen. Er passt perfekt zum SV Werder Bremen: Mit seiner ruhigen und sympathischen Art könnte Sebastian Mielitz auch aus dem direkten Umland des Bundesligisten von der Weser stammen, wo sich für den Keeper nun der nächste Schritt anbahnt: Das Trikot mit der begehrten Nummer Eins ist schon seins, und auch im Verein gab es schnell die Bestätigung, dass man mit ihm als erstem Keeper in die neue Saison geht.

Seit 2005 ist er im Klub, wechselte von Cottbus in die U-17 der Hanseaten und ging von da an seinen Weg konsequent weiter. Für Werders Profis debütierte er gleich mal in der Europa League und feierte mit dem Team am 3.12.2009 ein 4:1 gegen Funchal, drei Tage später hielt er den Kasten bei seiner Bundesliga-Premiere gegen den 1. FC Köln sauber.

Fehlerfrei, wenn er gebraucht wurde

Das fiel auf: Praktisch immer, wenn er für Wiese einspringen musste, blieb Mielitz fehlerfrei, zeigte starke und unaufgeregte Leistungen, so dass allen Werderfans klar war: Da wächst jemand heran, der für eine Nachfolge des Nationaltorhüters ohne weiteres infrage kommt. Und der auch nie etwas anderes im Sinn hatte als es hier zu schaffen: „Ein Leihgeschäft wäre nichts für mich. Das ist keine gute Lösung für einen Spieler. Ich würde mich nie richtig zugehörig fühlen“, sagte der 23-Jährige im Interview mit werder.de vergangenen Herbst.

Nun ist also die Situation da, vor der im Grunde niemand wirklich bange war: Tim Wiese ist weg – und Mielitz ist gefragt. Eine Weile schien es, als wolle man ihm einen etablierten Mann vor die Nase setzen: Unter anderem war ausgerechnet Michael Rensing ins Gespräch gebracht worden, dem bei den Bayern die Fußstapfen von Oli Kahn einst zu groß waren. Doch die Gerüchte blieben Gerüchte, man verstärkte sich mit den weniger bekannten Raphael Wolf und Richard Strebinger, die Nummer Eins wanderte zum etatmäßigen Nachfolger Mielitz.



Erst überzeugen, dann langfristig verlängern

Der verlängerte Ende Mai dann auch vorzeitig seinen 2013 auslaufenden Vertrag – allerdings nur um ein Jahr: Erst möchte er sich in der neuen Situation ausprobieren, schauen, ob es läuft wie erwartet und gewünscht und sich erst dann Ende der Saison langfristig an den Verein binden. Die Motivation bei Mielitz ist indes groß: Eine Woche früher als seine Kollegen war er bereits im Training und warf sich mit gewohnter Verve in die Einheiten.

Markige Ansagen gab es keine, doch „Miele“ weiß, was er zu leisten imstande ist: „Ich habe in vielen Spielen bewiesen, dass ich es kann. Ich muss mich nicht verstecken“, gab er sich gegenüber der Kreiszeitung Syke abgeklärt. Gleichzeitig ist der Werder-Fan seit Kindheit ein Freund von Beständigkeit – wenn es nach ihm ginge, müsse er nirgendwo mehr hinwechseln, sobald er es bei den Grün-Weißen geschafft habe, wie er bei werder.de bekundete: „Dann würde ich am liebsten bis 2025 unterschreiben und am besten gleich noch einen Anschlussvertrag als Nachwuchstorwarttrainer. Ich fühle mich wohl in Bremen, ich muss hier nicht weg. Aber Fantasterei beiseite: Ich weiß, dass sich im Fußball alles schnell ändern kann.“

Kein „zweiter Rensing“

Seine erste Saison als Nummer Eins hat Mielitz nun vor der Brust – es ist ihm zu wünschen, dass er seinen Weg dort nun erfolgreich gehen kann wie all die anderen jungen Keeper im Torwartland Deutschland. Ob er dann am Ende gleich bis 2025 verlängern wird, das ist fraglich, aber ein Scheitern von Sebastian Mielitz bei Werder Bremen a la Rensing wäre schon eine Überraschung.

EURE MEINUNG: Was glaubt Ihr - wie wird sich „Miele“ in seiner ersten Saison als Nummer Eins schlagen?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig