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Der 20-Jährige, der in der Rückrunde der letzten Saison lange verletzt ausfiel, wird bald in die Saisonvorbereitung des BVB einsteigen. Der Kampf um einen Stammplatz wird hart.

Dortmund. In Kürze werden die deutschen EM-Teilnehmer von Borussia Dortmund aus dem Urlaub zurückkehren und in die Vorbereitung des amtierenden Deutschen Meisters und Pokalsiegers einsteigen. Unter ihnen ist auch Mario Götze, der wegen einer Schambeinentzündung nahezu die komplette Rückrunde der letzten Saison verpasste, aber dennoch bei vielen als gesetzt gilt. Die vergangenen Monate haben jedoch gezeigt, dass ein Stammplatz für den 20-Jähigen, selbst nach Shinji Kagawas Wechsel zu Manchester United, alles andere als ein Selbstläufer wird.

Der Schock beim BVB blieb aus

Für Mario Götze selbst war es sicherlich ein Schock, als man ihm Mitte Januar dieses Jahres mitteilte, dass er aufgrund einer Schambeinentzündung mehrere Monate pausieren müsse. Auch der BVB dürfte alles andere als gejubelt haben, als man die Nachricht erhielt. Der von vielen befürchtete Schock für die Mannschaft blieb allerdings aus, wie die Rückrundenbilanz eindeutig belegt: 15 Siege und zwei Unentschieden in der Liga, die Verteidigung der Deutschen Meisterschaft plus das erste Double in der Vereinsgeschichte mit einem furiosen 5:2-Sieg über Bayern München im Finale des DFB-Pokals lassen sich schwerlich als „Schock“ bezeichnen.

Kagawas Abgang bedeutet keinen verminderten Konkurrenzkampf

Dass die Mannschaft den Ausfall Götzes so gut verkraftet hat, ist für den jungen Offensivkünstler einerseits ein Segen, andererseits ein Fluch. Ein Segen, weil er dadurch seine Verletzung in aller Ruhe auskurieren konnte; ein Fluch, weil die Konkurrenz in Dortmunds Offensive den Druck auf den 20-Jährigen massiv erhöht hat. Und obwohl durch Shinji Kagawas Wechsel in die Premier League zumindest auf dem Papier ein Platz in der Offensive frei geworden ist, wird der Konkurrenzkampf durch neue Akteure wie Marco Reus, Mustafa Amini und Leonardo Bittencourt nicht geringer.

Vollständige Genesung hatte Priorität

Götzes Bilanz bei den Profis des BVB

 MARIO GÖTZE
IM VEREIN SEIT
SPIELT BEI DEN PROFIS SEIT
EINSÄTZE
TORE
TORVORLAGEN
GELBE KARTEN
PLATZVERWEISE
2001
2010
72
15
24
4
1
„Wir werden Ruhe bewahren und geduldig bleiben“, sagte Trainer Jürgen Klopp Anfang März, als sich „Götzinho“ in der Reha befand. Auch als er Anfang April wieder ins Mannschaftstraining einstieg und die große Frage lautete, ob es wenigstens zu einem Kurzeinsatz beim Aufeinandertreffen gegen Bayern München am 30. Spieltag reichen würde, ging der BVB kein Risiko ein. Götze musste weiterhin auf sein Comeback warten. Erst am 32. Spieltag bekam er im Spiel gegen die andere Borussia aus Mönchengladbach 18 Minuten Einsatzzeit. In den letzten beiden Saisonspielen gegen Kaiserslautern und Freiburg durfte er noch weitere 113 Minuten Spielpraxis sammeln und erzielte gegen die Lauterer immerhin noch ein Saisontor.

Kein Grund, ein Risiko eingehen zu müssen

Für den BVB gab es auch keinen Grund, irgendein Risiko nach der langen Verletzung Götzes einzugehen. Genauso wie man in der Saison 2010/11 Kagawas Mittelfußbruch zu kompensieren vermochte, war man in der vergangenen Spielzeit in der Lage, Götzes Ausfall aufzufangen. Jakub Blaszczykowski, der in der Hinrunde des Öfteren auf der Bank Platz nehmen musste, spielte groß auf und war Teil der gefährlichen „polnischen Achse“, die er zusammen mit Lukasz Piszczek auf der rechten Seite bildete.

Das Positive am Training mit der DFB-Elf

Zweifellos geriet Mario Götze durch den Langzeitausfall in großen Trainingsrückstand. Aus diesem Grund könnte sich die Zeit bei der deutschen Nationalmannschaft als äußerst vorteilhaft erweisen. Denn während die Mehrheit seiner Dortmunder Kollegen bereits im Urlaub verweilte, war es für Götze, der zu diesen Zeitpunkt bereits über einen Monat beschwerdefrei am Dortmunder Mannschaftstraining teilnahm, die ideale Gelegenheit, diesen Trainingsrückstand quasi als „Sonderschichten beim DFB“ zumindest teilweise aufzuholen.

Form und Spielpraxis werden entscheidend sein

Infolgedessen wird es wohl weniger der Trainingsrückstand als die mangelnde Form und die fehlende Spielpraxis sein, an denen der offensive Mittelfeldspieler und Borussia Dortmund in den kommenden Wochen der Saisonvorbereitung arbeiten werden. Die Testspiele des BVB werden dafür sicherlich eine willkommene Gelegenheit bieten.



Neue Saison, neues Glück

Mario Götze hat seine Verletzung nun schon seit rund vier Monaten auskuriert, der Blick dürfte also längst wieder nach vorne gerichtet sein. Und dort wartet beim amtierenden Doublesieger auf den Offensivpositionen eine starke Konkurrenz. Jürgen Klopp wird wissen, was er an jedem einzelnen seiner Spieler hat, aber niemand wird sich auf den Lorbeeren der letzten Saison ausruhen können, denn der Trainer ließ bereits durchblicken: „Keiner wird spielen, weil er im vorigen Jahr gut war. Es wird nur spielen, wer gut in Form ist.“ Es liegt einzig und allein an Mario Götze, diese Form zu erreichen.

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