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Goal.com hat für euch auf ehemalige Weltklasse-Spieler geschaut, die uns auf dem Platz verzaubert haben, auf der Trainerbank allerdings bislang nicht so recht überzuegen konnten.

Von Max De Luca

Unter der Woche hat Scheich-Klub Al Wasl das Experiment mit Diego Maradana für beendet erklärt und die argentinische Legende nach einem erfolglosen Jahr entlassen.

Nicht wenige hielten die Verpflichtung des 51-Jährigen schon bei seiner Vorstellung in erster Linie für einen Marketing-Gag und dürfen sich nach dem schnellen Abgang des ehemaligen Stars des SSC Neapel nun bestätigt fühlen.

Der Klub aus Dubai hat eine schwierige Saison hinter sich und belegte in der Tabelle den achten Platz von zwölf Mannschaften. Die neuen Vorstandsmitglieder von Al Wasl entscheiden, dass das nicht genug sei und zogen die Reißleine.

Das war nicht der erste unrühmliche Abgang Maradonas, so entschied der argentinische Fußballverband (AFA) nach der 4:0-Pleite gegen Deutschland im Viertelfinale der WM 2010, den Vertrag mit dem Trainer nicht zu verlängern.

Aber Maradona ist nicht der einzige Superstar, der als Trainer nicht erfolgreich war und deshalb hat Goal.com für euch auch auf einige andere ehemalige Spieler geschaut, die nicht in der Lage waren, ihre starken Leistungen vom Platz auf die Trainerbank zu übertragen.

TONY ADAMS


Tony Adams hatte eine tolle Karriere als Fußballer und führte den FC Arsenal  als Kapitän zu insgesamt vier Meistertiteln und drei FA Cup-Siegen.

Der humorlose Verteidiger war unter Trainer George Graham Teil einer fast unüberwindbaren Abwehrkette und absolvierte wettbewerbsübergreifend 675 Spiele für die Nord-Londoner. Außerdem brachte er es auf 66 Einsätze für die englische Nationalmannschaft.

Seine Zeine Zeit auf der Trainerbank war dann weniger fruchtbar und so scheiterte er bei den Wycombe Wanderers und wurde später beim FC Portsmouth nach nur vier Monaten wieder entlassen.

Der 45-Jährige verließ England dann in Richtung Aserbaidschan. Nach 17 Monaten gab er seinen Job in Gabal jedoch wieder auf und kehrte in seine Heimat zurück.

BOBBY CHARLTON


Bobby Charlton hatte eine großartige Karriere bei Manchester United und gilt heute als bester englischer Fußballer aller Zeiten.

Der Torjäger gewann drei Meistertitel, einmal den Europacup und Englands bisher einzigen Weltmeistertitel 1966. Hinzu kam eine Fülle persönlicher Auszeichnungen.

Charlton hat mehr Tore für Manchester United und die „Three Lions“ erzielt als jeder andere Kicker und wird dafür auch heute noch von vielen Fans verehrt.


Der Wechsel auf die Trainerbank endete auch für ihn in ein Desaster. Mit  Preston North End stieg er im ersten Jahr ab und verließ den Klub dann in einer frühen Phase der nächsten Saison.

PAUL GASCOIGNE


Paul Gascoigne war nie weit vom Wahnsinn entfernt und kämpfte während und nach seiner Fußballerkarriere mit seinen persönlichen Dämonen. Aber er war zweifelsohne ein fantastischer Spieler.

Er holte mit Tottenham den FA Cup, aber es waren vor allem seine Vorstellungen bei der WM 1990 in Italien, mit denen er die Herzen der englischen Fans eroberte. Er führt die „Three Lions“ immerhin bis ins Halbfinale, wo sie dann gegen Deutschland im Elfmeterschießen scheiterten.

Sein Scheitern als Trainer hatte dann vor allem mit seinem turbulenten Leben zu tun. In Kettering Town wurde er nach nur 40 Tagen entlassen, weil er Berichten zufolge fast jeden Morgen betrunken zum Training erschienen sein soll. Seitdem hat er keinen Trainer-Job mehr erhalten.

RUUD GULLIT


Ruud Gullit war niemand, der während seiner großen Zeit beim AC Mailand oder in der niederländischen Nationalmannschaft das Rampenlicht scheute.

Er war Teil des holländischen Kerns, der die Rossoneri zu ihrem Siegeszug durch Italien und Europa führte. Er holte dreimal den Scudetto, zweimal den Europacup und führte die Niederlande 1988 zum Europameistertitel.

Sein Einstieg ins Trainergeschäft wäre fast von Erfolg gekrönt gewesen.  Er führte zwar den FC Chelsea als jüngster Trainer zum Pokaltitel, geriet sich aber anschließen mit den Klub-Verantwortlichen in die Haare und wurde gefeuert. Anschließend ging er dann zu Newcastle, wo er aber mit dem lokalen Volkshelden Alan Shearer und seinen Anhängern aneinander rasselte und von seinemAmt zurücktrat.

Danach zog es Gullit über den großen Teich zu den LA Galaxy, aber auch hier gab es Probleme und so folgte mit Terek Grozny eine eher bizarre Trainerstation. Dort wurde er jedoch nach fünf Monaten wieder entlassen, weil er sich nach Ansicht des Klub-bosses mehr um das Nachtleben als um seine Mannschaft gekümmert hätte.

ROY KEANE

Roy Keane war ein kompromissloser Mittelfeldspieler, der seine Mannschaftskameraden genau so gerüffelt hat wie seine Gegenspieler.

Der Ire gewann während seiner zwölf Jahre bei Manchester United sieben Titel in der Premier League und gewann dazu auch die Champions League.

Der 40-jährige wurde sogar als möglicher Nachfolger von Sir Alex Ferguson gehandelt nachdem er seine Fußballschule an den Nagel gehängt und einen vielversprechenden Start als Coach von Sunderland mit dem Aufstieg in die Premier League hingelegt hat. Doch nach einigen Differenzen trat er dort in der zweiten Saison zurück.

Anschließend heuerte bei Ipswich Town mit mäßigem Erfolg an und wurde dort in seiner zweiten Saison gefeuert.

DIEGO MARADONA


Diego Maradona ist vermutlich der beste Fußballer aller Zeiten. In seiner glorreichen Karriere war er sowohl im Klub als auch in der Nationalmannschaft erfolgreich.

Der streitbare Offensivkünstler führte den SSC Neapel zu zwei Meister- und einem Europapokal-Titel und ist bei den Süditalienern heute noch der gefeierte Held. Da s gilt natürlich nach dem WM-Titel von 1986 natürlich auch für Argentinien.

Doch als Trainer konnte Maradona nie an seine glanzvollen erfolge als Spieler anknüpfen. So führte sein mangelndes Taktik-Verständnis bei der WM 2010 zu einer derben 0:4-Klatsche gegen Deutschland.

Nachdem er die argentinische Nationalmannschaft verlassen hatte heuerte er in den Vereinigten Arabischen Emiraten bei Al Wasl an, konnte aber auch dort kein zufriedenstellendes Resultat abliefern, weshalb er im Laufe dieser Woche entlassen wurde.

LOTHAR MATTHAUS


Lothar Matthäus gewann acht Meisterschaften mit Bayern München, holte mit Inter den Scudetto und zweimal den UEFA Cup.

Der deutsche Rekord-Nationalspieler absolviert insgesamt 150 Länderspiele und triumphierte mit der Landesauswahl bei der WM 1990 in Italien.

Der 51-Jährige ist aber auch abseits des Platzes für seine Heldentaten berühmt. So hat er viermal geheiratet und sein öffentliches Privatleben stand ihm auch bei einigen Trainerstationen im Wege.

Matthäus hat es bislang nicht auf einen Trainerstuhl in der Bundesliga geschafft. Nach seinen Stationen bei Atletico Paranaense, Partisan Belgrad oder der ungarischen und bulgarischen Nationalmannschaft wird dieser Traum möglicherweise auch nicht mehr in Erfüllung gehen.

ALAN SHEARER

Alan Shearer führt mit seinen 260 Treffern für Blackburn und Newcastle die ewige Torschützenliste der Premier  League an.

Auch im englischen Nationalteam glückten ihm 30 Tore in 60 Länderspielen. Außerdem ist er im FIFA-Ranking der besten 100 noch lebenden Fußballer vertreten.

Seine Trainer-karriere in der Premier League umfasste lediglich acht Spiele in der Saison 2008/2009, als er für den am Herzen operierten Joe Kinnear einsprang. Dabei gelang ihm lediglich ein einziger Sieg.
Aktuell arbeitet Shearer als Fußball-Experte für den britischen Sender BBC.

 HRISTO STOICHKOV


Hristo Stoichkov war als Heißsporn bekannt, doch mit seinem feinen linken Fuß machte er seine Ausbrüche auf dem Platz wett.

Als die bulgarische Nationalmannschaft bei der WM 1994 das Halbfinale erreichte, hatte er großen Anteil daran und avancierte gar zum Torschützenkönig des Turniers. Auf Klubebene gelangen ihm fünf Liga-Titel und ein Europapokal-Sieg mit dem FC Barcelona.

Auch Stoichkov konnte seine Leistungen nicht auf die Trainerbank übertragen, sagte gar einmal, dass er nicht an Taktik glaube und geriet immer wieder mit seinen Spielern aneinander.

Mit Bulgarien verpasste er die Qualifikation für die WM 2006 und die EM 2008 und scheiterte dann beim spanischen Klub und Absteiger Celta Vigo. Im Moment coacht er den bulgarischen Verein Litex Lovech.

MARCO VAN BASTEN


Marco van Basten erzielte während seiner glorreichen Karriere eine Fülle von wunderbaren Toren für Ajax Amsterdam, den AC Mailand und die Niederlande.

Der Holländer gewann mit Amsterdam drei Titel in der Ehrendivision bevor er zu Milan wechselte und dort vier Scudetti und dreimal den Europapokal holte.

Ähnliche Erfolge konnte der 47-Jährige als Trainer bislang allerdings nicht verbuchen. Bei der Auswahl der Niederlande geriet der damalige Bondscoach mit vielen Spielern der älteren Generation aneinander, darunter auch Ruud van Nistelrooy.

Oranje flog bei der WM 2006 im Achtelfinale und bei der EM 2008 im Viertelfinale raus. Danach betreute van Basten Ajax für ein Jahr landete dabei aber mit zwölf Punkten Rückstand abgeschlagen hinter Meister AZ Alkmaar.


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